Sportler im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Bei Coronavirus „machtlos gegen Mutter Natur“

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Kampf um den Ball – Handball ist und bleibt ein Kontaktsport. Die Saison in der Landesliga ist wegen der Coronakrise beendet. Im Bild Rotenburgs Boze Balic im Wurf in der Partie gegen die HSG Baunatal.

Wegen der Corona-Infektionsgefahr ist in Hessen für Handballer und Basketballer die Saison beendet.

Fußballer und Tischtennisspieler pausieren zunächst. Wir haben Meinungen aus unterschiedlichen Sportarten zusammengetragen.

Hersfeld-Rotenburg – „Natürlich finde ich es schade, dass auch der regionale Sport betroffen ist. Wir sehen aber gerade, dass wir gegen Mutter Natur machtlos sind. Ganz egal in welchem Jahrhundert und mit welch moderner Technologie wir leben“, sagt Alai Barite, Basketball-Trainer der TV Hersfeld Titans. Schade wäre auch, wie in China von politischer Seite aus reagiert worden wäre. Hätte man den Arzt, der frühzeitig Alarm geschlagen hat, nicht von der Öffentlichkeit ferngehalten, hätte man schon viel früher reagieren können, meint Barite.

„Für mich heißt das vorzeitige Saisonende jetzt erst einmal Erholung, und dass ich dann mit der Vorbereitung für die neue Serie früher anfangen kann.“

Tobias Grimmer, Trainer des Fußball-Kreisoberligisten SG Mecklar/Meckbach/Reilos, nimmt die vierwöchige Spielpause mit Humor. „Wir haben ja nach der Winterpause immerhin ein Spiel gemacht und das sogar gewonnen“, sagt er und erinnert an den 4:2-Erfolg beim FSV Hohe Luft. Natürlich ist Grimmer nicht glücklich über die Entwicklung, doch er sagt auch: „Das ist höhere Gewalt. Da kann man nichts machen. Die Gesundheit geht vor.“

Die Ludwigsauer Spielgemeinschaft wird zunächst eine Woche pausieren, um dann zu entscheiden, wie es mit dem Traingsbetrieb weitergehen soll. Grimmer ist skeptisch. „Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es Ostern weitergehen soll.“

Norbert Möller, Tischtennis-Kreispressewart vom TTC Dreienberg, und seine Vorstandskollegen befürchten, dass die Saison auch nach der Pause bis zum 17. April nicht fortgesetzt werden kann. „Wir können uns das aufgrund der jüngsten Entwicklungen des Corona-Virus nicht vorstellen“, sagt Möller.

Sollte die Saison abgebrochen werden und würde der aktuelle Tabellenstand gewertet, hätte das für einige Mannschaften aus dem Kreis, die auf regionaler Ebene spielen negative Auswirkungen. So müsste beispielsweise der TTC Lax in der Bezirksoberliga seine Meisterschaftshoffnungen begraben und käme über Platz zwei nicht hinaus. Die zweite Mannschaft müsste – Stand jetzt – aus der Bezirksliga absteigen.

Auch für Hans-Karl Schäfervom Verbandsligisten TTC Lüdersdorf, gleichzeitig Rechtsausschuss-Vorsitzender im Hessischen Tischtennis-Verband, gab es keine Alternative zur Unterbrechung. In zwei Wochen hätte das Spitzenspiel Lüdersdorf gegen Breitenbach angestanden - mit womöglich 150 Zuschauern in einer engen Halle. „Das kann man nicht verantworten“, sagt Schäfer. Eine Konferenz im Verband habe es bereits am Donnerstag gegeben, verrät er. Wegen der Osterferien fallen zunächst einmal nur zwei Spielatge aus. „Dann sehen wir weiter“, sagt Schäfer. Das sei verkraftbar. „Danach“, so kündigt er an, „werden wir beraten, wie und ob es weitergehen kann.“

Robert Nolte, Trainer des Handball-Landesligisten TG Rotenburg, hätte sich gewünscht, „dass man erstmal vier bis sechs Wochen unterbricht und dann weitersieht“. Der Saisonabbruch habe „grundsätzlich alle überrascht“. Allerdings maße er sich nicht an, die Tragweite der Ereignisse und der Bedrohung zu erfassen. „Wir vertrauen da auf die, die zu entscheiden haben“, sagt Nolte. „Es handelt sich um eine globale Bedrohung.“

Die derzeitige und damit auch abschließende Tabelle hält er mit 20 Spielen für aussagekräftig. „Wir haben eine tolle Saison gespielt“, sagt er. Bitter sei es allerdings für eine Mannschaft wie Hünfeld, die ein Spiel weniger ausgetragen hat und nun wohl absteigen muss, sagt Nolte.

VON RAINER HENKEL UND SASCHA HERRMANN

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