Tischtennis: Breitensportobmann Jörg Schlappig zu den Rundlauf-Cups in Schulen im HNA-Interview

„Beim Nachwuchs aktiv werden“

Mit Begeisterung dabei: In der Northeimer Martin-Luther-Schule stand der Rundlauf-Cup in der vergangenen Woche auf dem Stundenplan. Fotos: zje

Northeim. Der Niedersächsische Tischtennisverband hat zehn Mitgliedskreisen angeboten, in Zusammenarbeit mit örtlichen Grundschulen einen Rundlauf-Cup (siehe Hintergrund) zu veranstalten. Unter den Kreisen, die das Angebot wahrnahmen, war auch Northeim-Einbeck. Schulsportobfrau Petra Rütten und Breitensportobmann Jörg Schlappig richteten die ersten Turniere zusammen mit örtlichen Vereinsvertretern und Lehrkräften bereits aus. Wir sprachen darüber mit Jörg Schlappig.

Herr Schlappig, warum macht der heimische Kreis bei diesen Rundlauf-Cup-Turnieren mit?

Jörg Schlappig: Wir sehen darin eine Gelegenheit, Tischtennis an den Schulen vorzustellen und Kontakt zu den Schulen aufzubauen. Und mit Glück können wir Kinder für unseren Sport begeistern.

Nun hat aber Rundlauf mit dem späteren, eigentlichen Tischtennis nur bedingt etwas zu tun.

Schlappig: Schulkinder, die Tischtennis noch nicht im Verein spielen, finden auf den meisten Schulhöfen steinerne Tische vor, an denen sie ganz von selbst mit mehreren Kindern spielen. Da bietet Rundlauf für uns zwei Vorteile: Er erleichtert den Kindern den Übergang vom Spiel im Freien zum Spiel in der Halle. Und er ermöglicht es uns, selbst in kleinen Hallen viele Kinder spielen zu lassen.

Haben Sie selber in Ihrer Vereinsarbeit Erfahrungen mit Rundlauf gesammelt?

Schlappig: Beim TSV Hammenstedt setzen wir das seit den 90er Jahren in der Jugendarbeit ein. Ob die jetzige Aktion an den Schulen für die Nachwuchsarbeit in den Vereinen etwas bringen kann, muss sich noch zeigen.

Wie nötig wäre es denn, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen Früchte trägt?

Schlappig: Von den 79 spielenden Vereinen des Tischtenniskreises betreiben zur Zeit nur noch 33 eine vereinseigene Nachwuchsarbeit. Auf Dauer sind die von Kreisvereinen gemeldeten 54 Schüler- und Jugendmannschaften zu wenig, um dem Tischtennissport im Kreis eine solide Basis zu bieten. Es ist also schon notwendig, in Sachen Nachwuchsarbeit tätig zu werden.

Wie weit kann da der Verband helfen?

Schlappig: Ich sehe da fünf Betätigungsfelder: Erstens können wir mit solchen Aktionen Tischtennis bei den Kindern publik machen. Zweitens bieten wir eine Fortbildung für Lehrer an, die Tischtennis im Schulsport einbauen wollen. Drittens bilden wir für die Vereine Übungsleiter aus. Viertens können wir Frauen und Männer, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Sportvereinen ableisten wollen, an solche Vereine vermitteln, die eine derartige Unterstützung suchen. Und schließlich kann der Kreis eigene Trainingsangebote erstellen. Der Kreisfachverband Göttingen bietet schon seit längerem ein vereinsunabhängiges Anfängertraining an. Ob man das auch auf unseren Kreis übertragen kann, ist wohl vor allem eine Frage von Hallenkapazitäten und Übungsleitern. Und natürlich auch von genügend interessierten Kindern. (zdz)

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