Carolin Otterbein betreut die deutschen Skipringer als Physiotherapeutin

„Mutter der Kompanie“

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Carolin Otterbein

Willingen. Die Skispringer nennen sie „Mutter der Kompanie“ – scherzhaft natürlich. Ihre Autogramme stehen bei den Fans nach den Wettbewerben fast genauso hoch im Kurs wie die der deutschen Athleten.

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Und das, obwohl Carolin Otterbein noch nie eine Schanze hinunterflogen ist. Die Frau mit der blonden Lockenmähne ist dennoch aus dem Skisprung-Zirkus kaum wegzudenken. Als Physiotherapeutin sorgt die kesse 30-Jährige dafür, dass die Bundesadler richtig fit sind. Nordhessen ist ihr übrigens bestens vertraut. Sie ist in Fulda aufgewachsen und hat ihre Ausbildung an der Dr.Rohrbach-Schule in Kassel gemacht. Seit 2001 gehört sie der Sportfördergruppe der Bundeswehr an, kam so zu ihrem heutigen Job, den sie seit 2005 macht. Mehr als 200 Tage pro Jahr ist sie mit ihren „Jungs“, wie sie sie sagt, unterwegs.

Als einzige Frau im Männersport Skispringen.„Da gibt´s wenigstens keinen Zickenterror. Wir sind eine richtige Großfamilie.“ Und in der ist die Rollenverteilung klar. In Willingen sorgt sie dafür, dass die „Jungs“ fit sind, ihre Akkreditierung bekommen, nach und zwischen den Springen warme Jacken und Schuhe tragen. „Schließlich sollen sie sich vor den Olympischen Spielen nicht noch erkälten.“ Und nebenbei kümmert sie sich noch darum, dass Martin Schmitt, Michael Uhrmann und ihre Kollegen auch richtig essen.

Hintergrund

Speiseplan der deutschen Skispringer in Willingen:

Frühstück: Rührei, Müsli, Brötchen, Brot. "Ganz normal", sagt Carolin Otterbein.
Mittagessen: Kohlenhydrate, enthalten beispielsweise in Nudeln und Reis
Abendbrot: Eiweiße, enthalten vor allem in Fleisch und Fisch

Mit einer Ernährungsberaterin ist für jeden Skispringer im Sommer vor Saisonbeginn einen individuellen Speiseplan ausgearbeitet worden. Zwar achten die Skispringer selbst darauf, das sie diesen einhalten. Doch Otterbein spricht mit dem Küchenchef des Hotels, in dem sie untergebracht sind, ab, dass auch ausreichend Obst und Gemüse, Kohlenhydrate und Fette für ihre „Jungs“ zur Verfügung stehen. Vom Vorwurf, die Springer seien unterernährt, will sie nichts wissen. „Sie sind Vollprofis. Ihr Körper ist ihr Kapital. Und darauf passen sie auf. Manche Hotelgäste staunen, wie voll sich die Sportler ihre Teller machen.“ Häufig werde auch übersehen, dass Skispringer von Natur aus einfach Leichtgewichte seien und sich deshalb ihre Sportart und nicht das Gewichtheben als Sportart ausgesucht hätten. Janne Ahonens Beichte, er habe im Rahmen einer Radikaldiät nur 200 Kalorien pro Tag zu sich genommen, quittiert sie nur mit einem breiten Lächeln.

„Er kann gar nicht leistungsfähig gewesen sein, wenn er zeitgleich noch richtig trainiert hat“, sagt sie. Sie vermutet eher einen PR-Gag, um seine Autobiographie ordentlich zu vermarkten. Otterbein ist ein Ruhepol im stressigen Geschehen des Skisprung-Alltags. Aufgeregt wirkt sie höchstens, wenn sie an die Winterspiele denkt. In Vancouver ist sie zum ersten Mal dabei. „Olympia ist mein Traum“, sagt sie. Und der wird jetzt wahr. Am Montag geht´s los.

Von Michaela Streuff

Weltcup-Skispringen in Willingen 2010

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