Sportkreisvorsitzender

Christian Grunwald: „Wir kommen da gemeinsam durch“

+
Jetzt bloß nicht hängen lassen: Der Sportkreisvorsitzende und Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald kann derzeit nicht wie gewohnt im Fitnessstudio trainieren – hält sich aber trotzdem fit. 

Das Corona-Virus hat das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gebracht. Und mit ihm den Sport.

Wir haben mit dem Vorsitzenden des Sportkreises, Christian Grunwald aus Rotenburg, gesprochen.

VON SASCHA HERRMANN

Herr Grunwald, die wichtigste Frage vorab: Geht es Ihnen hoffentlich gut?

Danke der Nachfrage. Meine Familie und ich sind glücklicherweise gesund. Das ist das wichtigste in diesen turbulenten Tagen.

Sie sind an sich immer sportlich unterwegs: Wie halten Sie sich in diesen Tagen fit?

Wir haben uns familienintern ein Sportprogramm verordnet, was in der Wohnung oder aber draußen im Garten ganz gut funktioniert. Crossfit, Calisthenics und Joggen gehören dazu. Crossfit – also das Training mit dem eigenen Körpergewicht – ist mein Favorit.

Haben Sie sportliche Tipps für die Menschen?

Es gibt in den sozialen Netzwerken oder auf Youtube zurzeit jede Menge Tipps von Sportlern für Sportler. Da will ich persönlich jetzt nichts aufgreifen. Neben dem Sport ist es vor allem wichtig, den Lagerkoller zu vermeiden und sich die gute Laune nicht verderben zu lassen.

Wie gestaltet sich die Arbeit des Sportkreises derzeit?

Wir wollten uns in dieser Woche eigentlich zu einer Klausurtagung treffen und hatten jede Menge Themen, aber das haben wir natürlich auch canceln müssen. Von Vereinsseite ist es relativ ruhig, weil zurzeit jeder irgendwie mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint. Es zeigt sich aber, dass die Sportfamilie sehr solidarisch zusammensteht. Alle halten sich an die Regeln. Darauf bin ich als Sportkreis-Vorsitzender schon ein bisschen stolz.

Wie helfen und informieren Sie vonseiten des Sportkreises?

Wir – ich nenne jetzt mal exemplarisch Heide Aust und mich – sind jederzeit ansprechbar. Aber zurzeit ist es – wie gesagt – relativ ruhig. Ich hoffe nicht, dass irgendwann das Thema Vereinsbeiträge auf den Tisch kommt, wie es im öffentlichen Bereich die Diskussion um die Kita-Beiträge gibt. Für mich ist es wichtig, positiv zu bleiben, die Fahne hochzuhalten und zu signalisieren: Leute, es ist eine schwierige Zeit, aber wir kommen da gemeinsam durch!

Stehen Sie im Austausch mit anderen Sportkreisen?

Bislang nicht. Aber Kommunikation und Informationsfluss mit dem Landessportbund laufen ganz hervorragend. Die 7600 hessischen Sportvereine stehen nicht alleine da, wenn es irgendwann darum geht, wie es weitergehen kann. Natürlích wird man Lösungen finden müssen, wenn es beispielsweise um finanzielle Einbußen der Vereine geht. Da kommt noch einiges auf uns zu.

Glauben Sie, dass beispielsweise die Fußballsaison auf Landesebende noch zu Ende gespielt werden kann?

Ganz ehrlich? Da fehlt mir die Fantasie. Meine persönliche Prognose ist, dass es kein reguläres Saisonende geben wird.

Und was macht die Bundesliga?

Diese Frage ist noch viel spannender, weil es da ja um unglaublich viel Geld geht. Ich könnte mir vorstellen, dass es in der nächsten Saison im europäischen Kontext vielleicht einen zusätzlichen Cup gibt, über den die Vereine Geld generieren können, um ihre finanziellen Einbußen aus dieser Saison auszugleichen. Oder nehmen wir mal das Thema Auf- und Abstieg. Da spielt Arminia Bielefeld in der Zweiten Liga die Saison seines Lebens und kann dann am Ende vielleicht nicht aufsteigen. Was macht man da am klügsten? Oder stockt man die Erste Liga vielleicht um einige Vereine auf? Ich weiß es nicht. Aber es wird spannend. Ich denke, das wird sich nicht in ein oder zwei Jahren regulieren lassen. Da bleibt kein Stein auf dem anderen.

Eine Absage oder Verlegung der Olympischen Spiele war unumgänglich?

Definitiv. Ich denke jetzt in erster Linie mal an die Sportler. Wenn man mal überlegt, was da für eine Professionalität in der Vorbereitung dahinter steht, dann konnte es nur eine Verlegung geben. Alles andere wäre unseriös gewesen.

Zum Abschluss: Welche Geschichte oder welches Thema würden Sie in diesen sportlich toten Zeiten demnächst gern in unserer Zeitung lesen?

Eine gute Geschichte sind doch Sporttipps für Zuhause, denke ich. Vielleicht von Trainern oder Sportlern aus unterschiedlichen Sportarten. Zum Beispiel nach dem Motto: Was kann der Fußballtrainer mit fünf Hütchen und einem Ball im Garten anfangen?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.