Keine Belohnung für viel Arbeit

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Da war die Stimmung noch besser: Im Jahr 2018 gewann Laura Hottenrott den Kasseler Herkules-Berglauf. 

Kasseler Läuferin kann trotz Top-Form nicht starten

Freud und Leid liegen in der Tat ganz nah beieinander. Besonders für die Kasseler Läuferin Laura Hottenrott. Die 27-Jährige, die für den TV Wattenscheid startet, hatte vergangenen Freitag reichlich Grund zur Freude, als die Nominierung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die Halbmarathon-WM in Polen ins Haus flatterte.

„Nach meiner Bestzeit vom im Februar und der Nominierung für die WM war ich einfach nur glücklich. Die Saison hatte für mich endlich mal richtig gut begonnen“, beschreibt Hottenrott ihre aktuelle Gefühlslage, die derzeit etwas durcheinandergeraten ist. Der Grund dafür ist die Absage der WM, die wegen des Corona-Virus kurze Zeit später folgte.

„Die WM ist jetzt auf den Oktober verschoben, aber meine Nominierung behält ihre Gültigkeit“, versucht sich Hottenrott im Moment weiter zu motivieren. Das fällt allerdings nicht leicht, weil nun auch die deutschen Halbmarathon-Meisterschaften Ende März in Freiburg, der Paderborner Osterlauf und der Berliner Halbmarathon mit seinen 37 000 Teilnehmern abgesagt sind. Allesamt Läufe mit stärkerer oder sogar international hochkarätiger Konkurrenz.

„Frustriert bin ich vor allem deshalb, weil mir völlig der Fokus fehlt. Ich weiß nicht mehr, für welches Ereignis ich trainieren kann. Und die ganze Trainingsarbeit war umsonst“, sagt Hottenrott. An diesem Wochenende wollte Hottenrott, die an der Ruhr-Universität in Bochum promoviert aber regelmäßig in Kassel bei ihrem Vater Kuno Hottenrott trainiert, kurzfristig am Dresdner Stadtlauf teilnehmen, der aber auch abgesagt wurde.

Etwas erstaunt war Hottenrott dann als alle Kader-Athleten in diesen Tagen eine Mail vom deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach bekamen: „Macht einfach weiter mit Volldampf, hat er uns geschrieben. Das fand ich reichlich unverbindlich. Der müsste doch eigentlich wissen, dass Leistungssportler Ziele brauchen“, ärgert sich Hottenrott. Sie selbst sucht sich jetzt neue Ziele: „Vielleicht findet ja Ende April der Marathon in Hannover statt.“

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