Kein Händeschütteln beim Eishockey

Sportler aus der Region zum Coronavirus: „Das ist weit entfernt von Panik“

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Sportler aus der Region: (von links) Pauline Bremer, Bennet Hundt, Stephan Leyhe, Tim Kehler und Laura Hottenrott.

Sportler aus der Region, die international und in den nationalen Topligen unterwegs sind, äußern sich zur aktuellen Situation mit dem Coronavirus.

Es ist das beherrschende Thema dieser Tage: das Coronavirus. Auch bei den Sportlern aus der Region, die international und in den nationalen Topligen unterwegs sind. Das sagen sie über die aktuelle Situation.

Coronavirus: Sportler äußern sich - Fußball

Nationalspielerin Pauline Bremer (23) aus Göttingen steht noch bei Manchester City unter Vertrag. Montag steht die nächste Reise an: Mit dem Nationalteam fliegt sie nach Faro/Portugal zum Algarve-Cup. Zwar sind auch vereinzelte Corona-Fälle aus Großbritannien bekannt, auf der Insel ist das Thema aber noch kein so großes wie in Deutschland, Ligaspiele wurden bislang nicht abgesagt. 

„Natürlich macht man sich Gedanken, aber das ist weit entfernt von Panik. Bei der Reise werden wir besonders aufpassen und häufiger die Hände desinfizieren. Ich bin gespannt, wie es vor Ort wird: Wir können auf Italien treffen“, sagt Bremer.

Pauline Bremer

Coronavirus: Sportler äußern sich - Basketball

„Schwieriges Thema“, sagt Neu-Nationalspieler Bennet Hundt (21) von Basketball-Bundesligist BG Göttingen. „Wir haben uns im Team noch nicht intensiv damit beschäftigt, aber wir sprechen über Ansteckungsgefahren.“ Physio-Coach Domenik Theodorou steht nach jedem Spiel mit einer Desinfektions-Spritzflasche für die Spieler vor der Kabine. 

Hundt: „Man sollte etwas aufmerksamer sein und kontrollieren, was man kontrollieren kann: Regelmäßig Hände waschen, viel schlafen, sich gut ernähren, das Immunsystem stärken, andere nicht anhusten. Mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich aber auch nicht verrückt machen.“

Bennet Hundt

Coronavirus: Sportler äußern sich - Skispringen

Der Willinger Stephan Leyhe und die deutschen Skispringer sind an diesem Wochenende im finnischen Lahti im Weltcup-Einsatz. Der 28-Jährige sagt: „Wir bekommen die Entwicklung in den Medien mit. Bei uns um die Ecke in Freiburg gibt’s auch die ersten Fälle. In der Wintersaison aber sind wir ohnehin vorsichtig, weil es die Zeit ist, in der viele Menschen erkältet sind. Handgel habe ich immer dabei, bei den Weltcups in Japan hatte ich auch einen Mundschutz im Gepäck, ohne ihn aber gebraucht zu haben. Ich habe gehört, dass das Weltcup-Finale der Skirennfahrer ohne Zuschauer stattfindet – das wäre wohl auch das, was uns ereilen könnte.“

Stephan Leyhe

Coronavirus: Sportler äußern sich - Eishockey

Im Spielbetrieb ist das Virus angekommen. Die DEL2 hat beispielsweise das obligatorische Händeschütteln nach Spielende verboten. Tim Kehler, Trainer der Kassel Huskies, sagt: „Ich interessiere mich für dieses Thema ganz generell, aber speziell aus Huskies-Sicht ist es nicht akut. Gerade in einer Mannschaftssportart sind wir besonders vorsichtig im Umgang mit vielen Menschen auf engem Raum. Wir achten verstärkt auf Hygiene und darauf, dass alle möglichst gesund bleiben.“

Auch Derek Dinger, stellvertretender Kapitän, sieht das ähnlich: „Natürlich ist es für uns wichtig, dass wir gesund bleiben, gerade in Phasen, in denen viele eine Erkältung haben. Ich vermeide schon seit Längerem, dann Menschen die Hand zu geben. Panik habe ich nicht und finde auch manches derzeit etwas übertrieben.“ Der 32-Jährige betont: „Wir sollten uns immer wieder an die starke Grippewelle 2017/18 erinnern, die 25 000 Menschen das Leben gekostet hat. Noch dazu gehören wir als Sportler auch nicht zu der Gruppe, die als gefährdet gilt.“

Tim Kehler

Coronavirus: Sportler äußern sich - Leichtathletik

„So ganz bewusst habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt die aktuelle deutsche Dreisprung-Meisterin und Olympia-Kandidatin Neele Eckhardt (27) von der LG Göttingen. Aufmerksam wurde sie aber dadurch, dass es auch einen Fall auf Teneriffa gibt – dorthin fliegt Eckhardt am 5. März mit Trainer Frank Reinhardt in ein zehntägiges Trainingslager. Eckhardt: „Das ist schon gebucht.“ Wenn sich das Virus auf der Insel krass ausbreiten würde, müsse man nachdenken. Die LGerin ist durch Vorerkrankungen (Asthma, zwei Lungenentzündungen) vorbelastet. Weitere Trainingslager (Portugal Ende März und Türkei mit dem deutschen Nationalteam) folgen.

Die Kasselerin Laura Hottenrott (27) betrachtet die Situation ebenfalls differenziert: „Ich spüre vom Virus noch nichts. Aber ich blicke mit Besorgnis auf die Großereignisse“, sagt die Langstreckenläuferin, die für den TV Wattenscheid startet. Gerade erst hat sie die Norm für die Welt- und Europameisterschaft im Halbmarathon geknackt, die Nominierungen stehen aber noch aus. Ihr Ziel sind auch die Olympischen Spiele in Tokio im Sommer.

Zunächst aber blickt sie auf den 29. März. Dann findet die WM in Polen statt: „Ich gehe davon aus, dass sie stattfinden wird. Aber bei den Olympischen Spielen wäre ich mir da nicht so sicher. Man stelle sich nur mal vor, im Athletendorf infiziert sich ein einziger Sportler, dann müssen alle in Quarantäne. Ich hoffe natürlich nicht, dass Tokio abgesagt werden muss. Das wäre eine Katastrophe. Aber Sport ist nicht das Wichtigste, die Gesundheit steht immer an erster Stelle.“

Laura Hottenrott

Von Michaela Streuff, Gerald Schaumburg und Helmut Anschütz

Sport in Corona-Zeiten: Wozu Toilettenpapier noch zu gebrauchen ist.

In Kassel werden schon Vorkehrungen für den Coronavirus getroffen. In Restaurants beispielsweise wird Desinfektionsmittel ausgegeben. Auch die Menschen in Kassel scheinen sich auf eine mögliche Coronavirus-Pandemie vorbereiten zu wollen. Viele Supermärkte weisen leere Regal auf. 

Auch im Schwalm-Eder-Kreis kommt es derzeit wegen des Coronavirus zu vermehrten Hamsterkäufen.

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