Huskies reden Tacheles

Klare Worte nach Derbypleite: „Das darf nicht passieren“

Eishockey DEL2 Kassel Huskies - EC Bad Nauheim 3:4 - Aufnahme mit Sinnbildcharakter: Husky Brett Cameron ist ausgerutscht und liegt auf dem Rücken. Mit im Bild Moritz Müller (Mitte) und der Bad Nauheimer Jan-Luca Sennhenn, ein gebürtiger Kasseler.
+
Aufnahme mit Sinnbildcharakter: Husky Brett Cameron ist ausgerutscht und liegt auf dem Rücken. Mit im Bild Moritz Müller (Mitte) und der Bad Nauheimer Jan Luca Sennhenn, ein gebürtiger Kasseler.

30 Sekunden vor Schluss haben sie noch geführt, das Derby gegen Bad Nauheim aber doch noch verloren. Danach wurde Tacheles geredet beim Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies.

Kassel – „Unsere Mannschaft hat noch einen langen Weg vor sich, um das Team zu werden, das wir in dieser Saison haben und sein wollen.“ Tim Kehler, Trainer der Kassel Huskies, fand klare Worte am Sonntagabend. Kurz zuvor hatte seine Mannschaft das Hessenderby gegen Bad Nauheim mit 3:4 nach Verlängerung hergeschenkt.

Und das, obwohl die Huskies 31 Sekunden vor der Schlusssirene noch 3:2 führten und die drei Punkte wohl schon in ihren Händen wähnten. Doch weil Kelsey Tessier 30 Sekunden vor dem Ende zum 3:3 traf und Julian Chrobot in der dritten Minute der Verlängerung das vierte Tor für die Roten Teufel erzielte, gab’s für die Kasseler nur einen statt der möglichen drei Punkte. „Das darf nicht passieren, das ist schon hart“, sagte Michi Christ. Der Kasseler, der den verletzten Denis Shevyrin als Kapitän vertritt, ärgerte sich dabei auch über die letzte Strafzeit, die seine Mannschaft kassiert hatte. Ryan Olsen war es, der zweieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wegen Behinderung zwei Minuten kassiert hatte. Ärgerlich war das aus der Sicht der Kasseler deshalb, weil sie eigentlich den Vorteil eines Powerplays auf ihrer Seite gehabt hätten. Denn drei Sekunden vor Olsen hatten die Nauheimer eine Strafe gezogen.

Huskies-Kapitän: Michi Christ.

Doch die Roten Teufel witterten Morgenluft, nahmen Torhüter Felix Bick vom Eis, brachten einen sechsten Feldspieler und wurden letztlich nicht nur mit dem Ausgleich, sondern auch dem Auswärtssieg in der Overtime belohnt. „Wir waren schlampig, wir haben über das ganze Spiel hinweg verschiedene Wege gefunden, das Spiel zu verlieren“, erklärte Kehler, der seinen Topsturm mit Marcel Müller, Corey Trivino und Brett Cameron explizit in die Kritik einbezog.

„Vor dem ersten Gegentor sind sie viel zu lange in der Offensivzone geblieben, und am Ende fischen wir den Puck aus dem eigenen Netz“, bemängelte er. Auch dem zweiten Treffer der Nauheimer sei mangelhaftes Defensivverhalten der Topreihe vorausgegangen.

Nicht nur die Worte dürften bei den Spielern angekommen sein. Auch in den nächsten Tagen wird der Trainer den Fokus auf die Defensivarbeit legen. „Davon ist kein Mannschaftsteil ausgenommen. Wir werden viel Videostudium machen, viel in der defensiven Zone arbeiten“, kündigte der Coach an.

Und auch Christ hofft, dass der Sonntagabend Wirkung zeigt: „Wir schaffen es nicht, über die gesamte Spielzeit unsere Leistung abzurufen. In Frankfurt haben wir das erste Drittel hergeschenkt, in Weißwasser das zweite. Wir können nur gewinnen, wenn jeder 100 Prozent gibt. Ich hoffe, dass jetzt alle wachgerüttelt sind. Es muss jetzt eine Trotzreaktion geben.“

Die erste Gelegenheit, es besser zu machen, gibt’s am Freitag. Dann ist Ex-Trainer Rico Rossi mit Dresden zu Gast in Kassel. (Michaela Streuff)

Lazarett: Zwischen Zuwachs und Hoffnung

Vier Spieler bilden derzeit das Lazarett der Huskies: Seit Saisonbeginn gehören dazu die verletzten Verteidiger Denis Shevyrin und Joel Keussen, die als Top-Duo eingeplant sind, sowie Angreifer Marc Schmidpeter. Seit Freitagabend ist auch Stürmer Nathan Burns verletzt. Eine genaue Diagnose stand gestern Abend noch aus. Hoffnung besteht zumindest beim etatmäßigen Kapitän, eventuell stehe Shevyrin am Wochenende wieder zur Verfügung, sagte Kehler. (mis)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.