American Football

Das Ei soll wieder fliegen: Eschweger Legionäre hoffen noch auf Saisonstart

Brennen nach fast einem Jahr Stillstand auf die Rückkehr auf den Platz: Die American-Footballer der Eschweger Legionäre.
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Brennen nach fast einem Jahr Stillstand auf die Rückkehr auf den Platz: Die American-Footballer der Eschweger Legionäre.

Die Eschweger Legionäre zählen zu den Sportmannschaften im Kreis, die die längste Durststrecke hinter sich haben. Auf eine Saison im Jahr 2021 hoffen sie noch immer.

Eschwege – Markus Claus ist nicht nur der Vorsitzende des Eschweger TSV, sondern auch selbst begeisterter Footballer. Zwar hat der 50-jährige Unternehmer vor der heißen Phase des Bürgermeisterwahlkampfes in seiner Heimatstadt Eschwege im vergangenen Herbst zunächst seinen Rücktritt erklärt, doch mittlerweile juckt es ihn wieder. „Zumindest im Training werde ich bestimmt mal wieder mit dabei sein“, hat er sich bereits sein persönliches Ziel für die Zeit nach der Pandemie gesetzt.

Und so treffen ihn der aktuelle Stillstand sowie der ruhende Trainings- und Spielbetrieb mitten ins Herz, denn die Chance, dem geliebten Sport mit dem „Ei“ – wie die Footballer liebevoll ihr Spielgerät nennen – nachzugehen, bewegt sich aktuell gegen null.

Ein Kunstrasenplatz wäre für Football optimal

Das liegt an den geltenden Pandemiebestimmungen, die Training in allen Sportarten nur unter bestimmten Voraussetzungen zulassen, aber auch insgesamt sind die Trainingsbedingungen für die Footballer der Eschweger Legionäre nicht optimal. „Wenn wir mit 30 Mann auf dem Sportplatz trainieren, muss dieser schon einiges wegstecken. Er muss also in einem Topzustand sein, wenn wir ihn benutzen wollen, damit er nicht kaputt geht. Und auch Hallenzeiten sind in Eschwege rar, sodass wir immer schauen müssen, wo wir Training optimal anbieten können“, sagt Claus.

Ein Traum sei natürlich ein Kunstrasenplatz. Den könne man nicht nur unabhängig von äußeren Bedingungen nutzen und damit verlässlich Training anbieten, er würde auch allen anderen Sportlern – egal ob Jugendliche oder Senioren – das ganze Jahr zur Verfügung stehen, ist sich Claus sicher. Dafür wolle er als Verein bei den entsprechenden politischen Gremien auch weiterhin werben.

Trainingsbetrieb ruht seit Oktober

Seit Mitte Oktober ruht der Trainingsbetrieb und momentan weiß noch keiner im Lager der Verantwortlichen, wann eine Wiederaufnahme erfolgen kann. „Es sind viel Engagement und Kreativität nötig, um die Aktiven bei der Stange zu halten und nicht ganz an andere Freizeitaktivitäten zu verlieren, zumal unser Training auch einen großen theoretischen Anteil beinhaltet. Das alles online zu vermitteln ist nicht immer einfach“, kennt der Eschweger die damit verbundenen Schwierigkeiten für die Übungsleiter.

„Mit Stefan Müller und Heiner Ludwig haben wir allerdings ein fantastisches Trainerteam, das mit viel Herzblut und Engagement dafür sorgt, dass der Kontakt auch in diesen Zeiten nicht verloren geht und die Akteure weiterhin im Boot bleiben. Abgänge aus Pandemiegründen haben wir bisher keine zu verzeichnen. Der Aufwand und das Engagement der beiden ist riesig und ich kann davor nur den Hut ziehen“, weiß Claus um die Wichtigkeit der Übungsleiter.

„Wenn das Impftempo sich erhöht und die Fallzahlen sinken, können wir vielleicht unsere Spielsaison – geplanter Start wäre im Juli – in diesem Jahr noch absolvieren“, hofft Stefan Müller, dass ein Saisonabbruch noch vermieden werden kann. „Wir bereiten uns online so vor, dass wir im Fall eines Restarts im taktischen Bereich schon möglichst weit sind und dann direkt in die Spielformen beim Training einsteigen können.“

Wo er seinen Optimismus hernimmt? „Wir nutzen eine App, in der es möglich ist, unsere Spielzüge hochzuladen, sodass sich die Aktiven zu Hause damit beschäftigen und diese gedanklich einüben können“, erklärt er eine Komponente der Vorbereitung. Die andere besteht wie bei vielen anderen Sportvereinen im gemeinsamen Onlinetraining.

Harter Kern von 15 Spielern ist immer mit dabei

„Wir haben einen Sponsor, der unsere Kosten übernimmt, damit wir auch längere Übungseinheiten via Zoom (dort ist nur die erste Dreiviertelstunde kostenlos; Anm. d. Red.) durchführen können.“

Und auch über die Resonanz freut sich der engagierte Coach. „Ein harter Kern von 15 Leuten ist immer dabei bei unseren Meetings, je nach beruflicher Verfügbarkeit erweitert sich dieser Kreis auf das Doppelte“, unterstreicht er das Engagement der Aktiven, die darauf brennen, endlich wieder gemeinsam trainieren und spielen zu dürfen.

Das gilt auch für das Jugendteam der Kreisstädter und die rund 20 jungen Mädchen, die als Cheerleader ebenfalls zur großen Familie der Legionäre gehören. „Über Messenger bleiben wir alle in Kontakt, aber Social Media ersetzt auf Dauer das persönliche Miteinander nicht“, verweisen Marcus Claus und Stefan Müller auch auf die soziale Seite des Sportes, die es zu erhalten gilt.

„Bei uns kann jeder seinen Platz finden. Als Spieler, als Betreuer oder in einer anderen Funktion“, machen die beiden deutlich, dass Neuzugänge jederzeit im großen Kreis der Legionäre willkommen und erwünscht sind.

Die Basis zu verbreitern und noch mehr Menschen für den Footballsport zu begeistern ist nur eines der Ziele, welche auf dem Zukunftsprogramm der Eschweger Legionäre stehen. Es bleibt zu hoffen, dass der große Wunsch vom ETSV-Vorsitzenden Markus Claus, dass das „Ei“ in diesem Jahr noch über die Torwiese fliegt, am Ende auch in Erfüllung gehen wird. (Stefan Konklowsky)

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