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„Das Kneipen-Image verschwindet“ - Rene Funk von den Husaren-Dartern im Interview

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Von: Marvin Heinz

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Rene Funk (links) von den Husarendartern gemeinsam mit Mathias Kuchenbecker, dem Vorsitzende des Sontraer Vereins.
Rene Funk (links) von den Husarendartern gemeinsam mit Mathias Kuchenbecker, dem Vorsitzende des Sontraer Vereins. © Marvin Heinz

Nicht nur im TV boomt Darts in Deutschland. Auch auf die lokalen Vereine wirkt sich das Spiel mit den Pfeilen positiv aus.

Sontra – Rene Funk von den Husaren-Dartern Sontra freute sich besonders über den Halbfinal-Erfolg Gabriel Clemens’ bei der WM im Londoner Alexandra Palace. Wir haben mit dem Kapitän des Hessenpokalsiegers gesprochen.

Wie habt ihr die Spiele von Gabriel Clemens verfolgt?

Meist zu Hause vor dem TV-Gerät, während sich viele Mitglieder von uns zum gemeinsamen Schauen verabredet haben. Seine Leistung war beeindruckend. „Gaga“ hat eine überragende Saison gespielt und sich nun dafür belohnt.

Hat sich die Euphorie schon bei euch bemerkbar gemacht?

Wir haben Neuanmeldungen, aber die haben wir nicht zwingend durch die Darts-WM. Der Zufluss bei uns ist stetig. Mittlerweile haben wir 90 Mitglieder und denken, bald die 100er-Marke zu knacken. Durch die WM hat sich aber gezeigt, dass viel passive Mitglieder wieder trainieren und dabei sein wollen.

Die Zahl der Dartspieler steigt und steigt. Aus den Kneipen verlagert sich der Sport so langsam in die Vereine. Wie erklärst du dir diese Entwicklung?

Das Kneipen-Image verschwindet. Keiner hat mehr Lust, in Raucherkneipen zu spielen, keiner will tagelang wie ein Aschenbecher stinken. Um die Jugend zum Dartsport zu bringen, ist dieser Weg alternativlos.

Das zweite Dart-Turnier im Bebraer Lokschuppen hast du mitorganisiert. Ihr habt ein hochkarätiges Teilnehmerfeld am Samstag auf die Beine gestellt. Unter anderem war der Weltranglisten-50. Florian Hempel dabei. 450 Zuschauer fieberten, teilweise verkleidet, mit. Warum sind solche Turniere so wichtig für die Region?

Sowas ist einmalig. In Göttingen gab es mal eine Dartsgala, in Kassel hat man es versucht. Es ist aber gescheitert. Wir haben gezielt im ersten Jahr mit regionalen Startern begonnen. In diesem Jahr haben wir vorzeitig Qualifikationsturniere durchgeführt. Der Reiz bei den Spielern dabei zu sein, war riesig. Damit steigt auch die Qualität. Beim Quali-Finale in Sontra hat Kees Petzold aus Mühlhausen ein Average von 115 aufgelegt. Durch diese Wettkämpfe wird die Qualität auch in der Breite von Jahr zu Jahr besser.

Ihr geht mit fünf Mannschaften an den Start und habt 50 Spieler. Hinzu kommen drei aktive Jugendliche. Werden euch die Räume auf der ehemaligen Kegelbahn im Sontraer Bürgerhaus nicht langsam zu klein?

Vorerst reicht uns die Räumlichkeit und wir sind dankbar, dass die Stadt und der Bürgermeister Thomas Eckhardt uns dies ermöglicht haben. Momentan können wir mit acht Boards vier Spiele zeitgleich ausrichten. Damit sind wir für die Zukunft auch gut aufgestellt.

Während der TSV Herleshausen eine eigene Sparte eröffnet hat, geht man in Diemerode als loser Zusammenschluss an den Start. Ihr habt einen Verein im Jahr 2019 gegründet. Welchen Weg empfiehlst du?

Das ist abhängig von den Ambitionen der Spieler, der Mannschaften und der Verantwortlichen. Eine pauschale Aussage will ich und kann ich da nicht treffen. In der nordhessischen Dartliga reichen ein loser Zusammenschluss und zwei Boards aus. Als Verein sind wir Mitglied im hessischen Dartverbands sowie im Landessportbund Hessen. Dadurch sind wir unfallversichert, können Spenden einnehmen sowie Fördergelder beantragen. Sofern der Landessportbund für uns eine zweckgebundene Förderung ausspricht, erhalten wir auch einmal Gelder vom Kreis und der Stadt. (Marvin Heinz)

Zur Person

Rene Funk (31) ist Vater einer acht Monate alten Tochter und wohnt mit seiner Frau in Sontra. Er spielt Darts seit 2019 und hat mit seinem Team im vergangenen Jahr den Hessenpokal gewonnen. Der 31-Jährige arbeitet als Polier und ist bei den Husaren-Dartern als Kassierer im Vorstand aktiv. Funk ist als Sportschütze in Gehau aktiv.

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