Neuensteins Fußballer verabschieden ihren Torhüter

Johannes Oetzel: Das letzte Spiel der Nummer eins

Gänsehautmoment: Bei der Auswechslung von Keeper Johannes Oetzel (linkes Bild rechts) standen die Spieler Spalier. Auch in seinem letzten Spiel zeigte Oetzel noch einige Glanzparaden, wie hier rechts gegen Christian Stöcklein.
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Gänsehautmoment: Bei der Auswechslung von Keeper Johannes Oetzel (linkes Bild rechts) standen die Spieler Spalier. Auch in seinem letzten Spiel zeigte Oetzel noch einige Glanzparaden, wie hier rechts gegen Christian Stöcklein.

Mit einem Testspiel zwischen erster und zweiter Mannschaft endete eine lange Laufbahn bei der SG Neuenstein. Die Fußballer des Kreisoberligisten verabschiedeten in Obergeis ihren Torwart Johannes Oetzel.

Neuenstein - Eigentlich sind seine 31 Jahre noch kein Grund, um aufzuhören. „Aber mich zwingen lang anhaltende Rückenprobleme zu diesem Schritt“, sagt Oetzel.

Es war ein echter Gänsehautmoment, als beide Mannschaften kurz vor Schluss das Spiel unterbrachen, um für die Auswechslung des Torwarts und Kapitäns Spalier zu stehen. Für die letzten Minuten ging sein Bruder Simon Oetzel, der Überraschungsgast an diesem Abend war, zwischen die Pfosten. Simon Oetzel war bis vor einem Jahr noch Handballtorwart bei der Werra WHO, wohnt jetzt in Fulda.

Beifall gab es nicht nur von den Teamkollegen, sondern auch von rund 80 Zuschauern, darunter waren auch Wegbegleiter von der SG Hessen Hersfeld, wie zum Beispiel sein alter Teamkollege Sven Orth oder Ex-Trainer Markus Heide.

In einer launigen Ansprache ließ David Hess aus der Abteilungsleitung der SG die Karriere von Johannes Oetzel noch einmal Revue passieren. Der Keeper hatte in der Jugend bei der SG Rotensee/Wippershain begonnen und war dann zur SG Hessen gewechselt, wo er zunächst zum Stammtorwart avancierte. 2013 wechselte er zur SG Mühlbach/Raboldshausen, die 2019 in die SG Neuenstein aufging. Hess lobte vor allem die Zuverlässigkeit des Keepers. In all den Jahren habe er so gut wie kein Spiel verpasst. „Du warst immer unser letzter Mann, bis Du zum Schluss mit Rückenproblemen kämpfen musstest“, lobte Hess. Und er ergänzte unter Beifall: „Du warst unsere Nummer eins, du bist unsere Nummer eins und du wirst immer unsere Nummer eins bleiben.“

Er hatte sogar eine Einsatzquote für die ganzen Jahre in Mühlbach und Neuenstein ausgerechnet – sie beträgt 91,67 Prozent. Zum Schluss überreichte ihm sein Trainer Christian Pfeiffer Bilderrahmen mit Fotos, den obligatorischen Blumenstrauß, den seine Frau Vanessa in Empfang nahm und das Trikot, ebenfalls im Bilderrahmen. Oetzel, der in seinem Abschiedsspiel auf der Linie stark reagierte, war überwältigt über Beifall und Lob: „Dass ich hier mit einem Abschiedsspiel einen solch außergewöhnlichen Rahmen bekomme, hätte ich nie gedacht.“ Der in Friedlos aufgewachsene Oetzel ist inzwischen selbst Neuensteiner.

Aber keiner geht so ganz. Oetzel selbst soll als Torwarttrainer Coach Christian Pfeiffer unterstützen.

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