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Debakel wirft viele Fragen auf: VfL Wanfried verliert gegen Kellerkind 25:32

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Von: Stefan Konklowsky

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Herausragende Moral mit seinem Team bewiesen: VfL-Führungsspieler Johannes Susebach.
Johannes Susebach und der VfL Wanfried kassierten in der Handball-Landesliga gegen die ESG Gensungen/Felsberg II am Samstagabend eine peinliche Heimniederlage. © Marvin Heinz

Die Festung Wanfried ist geknackt. Und das ausgerechnet durch den bisherigen Tabellenvorletzten von der ESG Gensungen/Felsberg II.

Wanfried – Der Gast stürzte die völlig indisponierten Gastgeber mit einem Start-Ziel-Sieg von einer Peinlichkeit in die andere. Ohne eine eigene Leistung aus der obersten Handballschublade zu zelebrieren, sorgten die Gäste für Entsetzen und Kopfschütteln beim Anhang der Brombeermänner, von denen sich nach Ende der 60 Minuten kaum einer an eine so desolate Vorstellung des eigenen Teams in den letzten Jahren erinnern konnte.

Was war passiert?

Es waren genau 3:25 Minuten gespielt, als VfL-Trainer Stefan Schröder die erste Auszeit im Spiel beantragte. Zwar stand es zu diesem Zeitpunkt erst 0:1, doch nur der Abschlussschwäche der Gäste war es zu verdanken, dass nicht bereits ein 0:5 auf der Anzeigetafel leuchtete.

Die Möglichkeit bekamen die Gäste jeweils auf dem Silbertablett vom VfL präsentiert, bei dem zu diesem Zeitpunkt anscheinend kein Spieler begriffen hatte, dass die Partie bereits in Gange war. Aber auch die eindringlichen Worte von Schröder konnten zunächst nicht helfen, denn weiterhin trafen die Gäste gegen die löchrige VfL-Abwehr wie sie wollten und erhöhten schnell auf 6:1(8.).

Erst die Aufholjagd

Irgendwie schien es den VfL-Akteuren dann allerdings doch zu dämmern, dass mit der anfangs gezeigten Leistung der erste Punktverlust vor heimischem Publikum in greifbare Nähe rückte. Fortan schien ein Ruck durch das Team zu gehen.

Spielerisch nach wie vor nicht überzeugend, aber mit mehr Wucht und Durchsetzungsvermögen, kämpfte man sich Tor um Tor heran und konnte bei 12:12 (24.) den ersten Ausgleich der Partie erzielen. Doch anstatt nachzusetzen, verfiel der VfL wieder in Lethargie und musste wenig später zur Halbzeitpause erneut einen Drei-Tore-Rückstand quittieren.

Die Frustration

Auch wenn – und das ist im Handball nun einmal so – das weibliche und durchaus gute Schiedsrichtergespann Oncu/Muntean die eine oder andere diskussionswürdige Entscheidung traf, so hatte es keinen Ausfluss auf das Endergebnis. Das mussten sich die VfL-Akteure selbst auf die Fahnen schreiben, die auch in den zweiten 30 Minuten fast keine Einstellung zum Spiel fanden und eine Fehlerkette sondersgleichen produzierten.

Gebundenes Spiel war überhaupt nicht mehr zu erkennen, lediglich brachiale Einzelaktionen führten zu Torerfolgen. Als dann der bis dahin so sichere Siebenmeterschütze Paul Jegminat zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 22:27 inklusive Nachwurf vom Punkt scheiterte, war die Messe endgültig gelesen an einem Tag, der aufbereitet werden muss, um den Abwärtstrend schnellstmöglich zu stoppen.

Die Trainer-Ohnmacht

Normalerweise steht Stefan Schröder nach jedem Spiel sofort für Fragen bereit, diesmal musste sich der engagierte Coach jedoch erst einmal eine Nacht sammeln, bevor er zur Analyse übergehen konnte. Restlos enttäuscht war er allerdings auch noch am Sonntagmorgen.

„Ich musste mich erstmal sammeln, aber ein wenig Sprachlosigkeit bleibt noch. Es fällt mir auch jetzt noch kein Spiel ein, in dem wir so schlecht gespielt haben. Unfassbar, was wir abgeliefert haben. Es fehlte alles. Kein Geist, kein Passspiel, keine Konzentration. Das war kollektives Versagen, wie ich es selten erlebt habe.“ (Stefan Konklowsky)

VfL Wanfried - ESG Gensungen/Felsberg 25:32 (13:16).

VfL: Degenhardt, Harseim - Milosavljevic 3, Susebach 2, Jegminat 10/6, Petkovic 5, Stingel 1, Hunstock 2, Müller 1, Malcherek 1.

ESG: Bickert, Röse, - Jericho 2, Gerhold 9, Gluth 4, T.Schanze 6/2, M.Schanze2, Minhöfer, Wolf, Rohde 6, Itze, Schnitzerling 3.

Zuschauer: 200

Schiedsrichter: Muntean/Oncu

Spielfilm: 1:6 (8.) – 6:8 (13.) – 13:13 (26.) – 13:16 (30.) – 18:23 (42.) – 24:29 (54.) – 25:32 (60.).

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