Die Besonderheiten beim Skispringen

Der andere Weltcup: Zahlen zum „Corona-Weltcup“ in Willingen

Skispringen in Willingen: Lokalmatador Stephan Leyhe (links) bei der Eröffnungsfeier 2020.
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Zwei der Dinge, die 2021 fehlen beim „Corona-Weltcup“ in Willingen: Lokalmatador Stephan Leyhe (links, bei der Eröffnungsfeier 2020) und das zahlreiche Publikum an der Mühlenkopfschanze.

Sie singen, tröten und tragen die Springer hinunter: Mehr als 45 000 Augenpaare sind auf die weltbesten Skispringer gerichtet, wenn sie sich im Kampf um Weltcuppunkte bis zu 150 Meter ins Strycktal stürzen. Kult. Normalerweise.

Der Skisprung-Weltcup 2021 wird nicht normal: Spätestens seit im Herbst feststand, dass die Springen dieser Saison ohne Zuschauer stattfinden, war klar: Willingen 2021 wird anders. Wie anders, zeigt ein Blick auf nackte Zahlen – wie verändert Corona ein solches Spektakel?

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ist die erfreuliche Zahl an Sponsoren, die dem Ski-Club als Weltcup-Veranstalter im Zuge der Coronakrise weggebrochen sind. „Es sind alle weiter dabei, großer Dank an alle Unterstützer“, sagt Club-Präsident Jürgen Hensel.

Weltcup mit Corona: 4 m² pro Nase

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Quadratmeter. So viel (oder wenig) Platz soll gemäß Vorschriften jeder Person zur Verfügung stehen in den Zonen, in die das Stadion eingeteilt ist. Die Gesundheitsbehörden haben nach dieser „Formel“ die Höchstgrenzen an Personen für jeden Bereich festgelegt. Beispiel: Wenn ein Raum 20 Quadratmeter groß ist, dürfen sich darin 5 Personen (gleichzeitig) aufhalten.

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Springer auf einmal dürfen gleichzeitig in den Adlerhorst. Im Raum im Sprungturm der Schanze müssen die Athleten dieses Jahr kein künstliches Lächeln oder Pokerface aufsetzen, um ihre Nervosität zu verbergen Dabei hilft die Maskenpflicht.

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Einzelzimmer sind im Willinger Hotel „Hochsauerland 2010“ reserviert worden. Damit weiß man auch gleich, wie viele Springer gemeldet sind für den Weltcup. Denn Doppelzimmer sind in Corona-Zeiten tabu. Trainerstab und Funktionäre sowie Medienvertreter sind übrigens wiederum jeweils separat in einem anderen Hotel „einkaserniert“.

Unter den gängigen Corona-Vorschriften laufen die Vorbereitungen an der Schanze ab. Bisher läuft alles nach Plan.

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Jahre muss man sein, um noch berücksichtigt zu werden auf der Liste der Helfer. Angesichts der Pandemie hat der Ski-Club die Zahl der „Free Willies“ eingegrenzt (17 bis 70 Jahre), zumal weniger benötigt werden. Weggefallen sind die Helfer für Festzelt und Verkaufsstände, dafür werden mehr bei der Kontrolle benötigt.

132
Meter Bandenwerbung werden auch ohne Zuschauer das Stadionrund zieren. Und auch sonst bedeutet „null Zuschauer“ nicht automatisch „null Arbeit“. Die Zahl der aufzustellenden Container ändert sich beispielsweise nur wenig. Was an Toiletten eingespart wird, wird auf der anderen Seite an zusätzlichen Bürocontainern für die Mannschaften, Sicherheitsdienst, Polizei usw. benötigt, weil diese aufgrund der Pandemie und der Hygienemaßnahmen mehr Platz benötigen.

160
Sportler, Trainer, Betreuer und Offizielle kommen nicht an ihnen vorbei: Heinrich und Annett Märkl. Das medizinisch erfahrene Ehepaar aus Freising – befreundet mit Jürgen Hensel – bekleidet eine Funktion, die es erstmals gibt: Corona-Beauftragte. Schon am Dienstag beginnen die ersten Schnell-Tests an der Schanze.

Weltcup in Zahlen: Sendezeiten, Stahlseile und Würstchen

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Minuten berichten die Fernsehsender – diesmal ARD und Eurosport – am 30. und 31. Januar jeweils insgesamt aus Willingen. Neu: Diesmal zeigt auch Das Erste schon am Freitag live die Qualifikation vom Mühlenkopf. Gute Nachricht für eingefleischte Willingen-Fans, die zu Hause in voller Fanmontur vorm TV hängen.

1100
Meter lang ist das Stahlseil, das dem Weltcup-Fahrdienst bereits diese Woche seinen ersten Einsatz bescherte. Zwei Fahrer mussten es bei einer Firma in Laupheim abholen. Die 1000 Kilometer hin und zurück waren nötig, damit die 8 Tonnen schwere Pistenraupedamit abgesichert werden konnte bei der Schneepräparierung im Steilhang mit bis zu 38 Prozent Neigung. Das alte Seil war gerissen.

4000
Kubikmeter Schnee liegen am Fuße der Mühlenkopfschanze – darauf hatte Corona aber keinen Einfluss. So viel ist es sonst auch. Ungefähr gleich ist auch die Arbeitszeit der Helfer. Zwar fällt der Aufbau von Ständen und Festzelt weg, dafür kommen neue Aufgaben hinzu – Anbringen von Desinfektionsmittel zum Beispiel.

60 000
Bratwürstchen müssen in diesem Jahr erst gar nicht produziert werden. In etwa so viele wurden im vorigen Jahr im Stadion vergrillt – eine Worscht pro Tag und Besucher rechnen die Verantwortlichen. (schä)

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