Skispringen ohne Zuschauer am Mühlenkopf

Qualifikation beim Weltcup in Willingen: Stekala siegt, Eisenbichler Dritter

 Halvor Egner Granerud beim Skisprung in Willingen von hinten.
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Vor weißem Hintergrund: Weltcup-Spitzenreiter Halvor Egner Granerud fliegt im Training ins Tal.

Polnische Topsprünge und ein starker Markus Eisenbichler: Die Qualifikation zum ersten Weltcup der Skispringer in Willingen unter Corona-Bedingungen ist gelaufen.

+ + + Update 16:50 Uhr: Willingen - Der Trainingsbeste ist auch der Sieger der Qualifikation: Andrzej Stekala holt sich zum Auftakt des Skisprung-Weltcups in Willingen den Sieg. Mit 152 Metern springt er nach einem tollen Wettkampf zwar einen Meter kürzer als sein Landsmann Klemens Muranka, der neuen Schanzenrekord aufstellt, bekommt aber die besseren Noten und weniger Abzug durch den Windfaktor.,

Schade, dass keine Zuschauer hier sein durften. Sie hätten neben der neuen Bestmarke - die alte stellte Stekala übrigens eins - auch Markus Eisenbichler gefeiert. Der Siegsdorfer erreicht bei Geisterstimmung Platz drei. Zwar springt er mit 142 Metern (bei kürzeren Anlauf als Stekala) weiter als sein großer Rivale im Kampf um den Gesamtsieg im Weltcup, Halvor Egner Granerud, doch der führende Norweger (139,5) erhält weniger Wind-Abzüge - und rangiert 2,5 Zähler vor Eisenbichler. Noch etwas zu dessen Weite: Sie ist die beste der zehn Springer, die von Luke 10 starten, also mit dem kürzesten Anlauf.

Und Karl Geiger? Der Tournee-Zweite stürzt ab. Nur 118,5 Meter, nur Platz 42. Bundestrainer Stefan Horngacher sieht hinterher aber keinen Grund für Technik- oder Stilkritik. „Man sollte das heute nicht überbewerten, es waren doch sehr unterschiedliche Bedingungen“, sagt er nach dem Durchgang bei teils sehr starkem Aufwind und aufkommendem Regen.

Alle sechs deutschen Springer sind qualifiziert für den Weltcup an diesem Samstag (16 Uhr). Ex-Weltmeister Severin Freund kommt mit seinen 137,5 Meter auf Platz 16, Constantin Schmid (135,0), Martin Hamann (134,0) und Pius Paschke (127,0) belegen einträchtig die Ränge 24 bis 26. schafften ebenfalls souverän den Sprung ins Wettkampffeld.

Schanzenrekord: Wieder ein Pole

Klemens Muranka hat mit seinen 153 Metern in der Qualifikation zum Weltcup in Willingen den Schanzenrekord von Janne Ahonen (Finnland) und Jurij Tepes (Slowenien) um einen Meter verbessert. Muranka holte damit die Bestmarke nach Polen zurück. Adam Malysz hatte 2001 als erster Springer auf der umgebauten Mühlenkopfschanze mit 151,5 die 150-Meter-Marke übertroffen.

+ + + Update 16.10 Uhr: Das ist der Hammer. Der Pole Klemens Muranka landet erst bei 153 Meter. Neuer Schanzenrekord! Einen Meter weiter als die bisherige Bestmarke. Glückwunsch. Die Windverhältnisse sind optimal. Wie wäre er hier gefeiert worden, wenn Zuschauer an die Schanze gedurft hätten. Polnische Fans kommen immer zahlreich ins Upland.

Übrigens: Severin Freund mit 137,5 und Constantin Schmid mit 135,0 Metern sind sicher für das Weltcup-Einzel am Samstag qualifiziert. Schmid zeigte sich in der ARD nicht unzufrieden mit seiner Leistung. Nachdem er den ersten Schritt in Lahti gemacht habe, wolle er jetzt den zweiten schaffen.

Schmid kämpft mit Freund und Martin Hamann um den vierten Platz im Team für die WM in Oberstdorf. Aktuell ist Hamann in diesem Ranking die Nummer drei: 134 Meter bzw. 0,4 Punkte hinter Schmid. Altmeister Freund findet seine Leistung okay: „Es geht Schritt für Schritt vorwärts.“

+ + + Update 16:08 Uhr: Nach 20 Springern führt ein Österreicher: Jan Hoerl fliegt auf 145,5 Meter. Eine Ansage. Er löst Simon Ammann in der sogenannten Leaders Box ab. - der Schweizer zeigt sich nach seinem Ausflug in den Continental Cup gut erholt.

+ + + Update 15:25 Uhr: Der zweite Trainingsdurchgang ist abgebrochen worden: Ungünstige Windverhältnisse. Die Jury will den Start der Weltcup-Qualifikation nicht gefährden. Aber jeder der 55 Springer hat mindestens einen Testsprung machen können.

Der weiteste Satz gelang Andrzej Stekala aus dem polnischen Team: 150 Meter. Stark. Karl Geiger (113,5 Meter) und Markus Eisenbichler (124,5) haben mächtig Probleme; vielleicht haben sie sich ja mit der Schanze ein bisschen vertraut gemacht. Den weitesten Satz im Team von Bundestrainer Stefan Horngacher bringt Constantin Schmid ins Tal: 137 Meter.

Leere an der Mühlenkopfschanze in Willingen: Dirk Wilke (Foto) ist der Chef der Mixedzone, wo sich sonst die Fans drängeln.

Früher landen Martin Hamann (129,5) und Severin Freund (126,5). Weltcup-Leader Halvor Egner Granerud aus Norwegen erzielt 132,5 Meter.

Erstmeldung 14:30 Uhr: Immerhin hat es aufgehört zu regnen. Die Bedingungen für die Springer sind gut, das Training läuft und Schanzensprecher Gunnar Puk gibt auch ohne Publikum alles.

Zur Erinnerung: Die Qualifikation für die Weltcup-Einzelspringen am Wochenende ist keine wie andere. Sie zählt zur Wertung der Sonderserie Willingen/6, bei der am Ende 30000 Euro Extraprämie unter den drei Erstplatzierten ausgeschüttet werden. Sie besteht aus jeweils einem Quali-Sprung am Freitag und Sonntag, dazu jeweils zwei Wertungsdurchgängen am Samstag und Sonntag.

Deutschland ist mit sechs Skispringern am Start. Als erster muss der jüngste runter: Constantin Schmid mit der Startnummer 28. Severin Freund (Nr. 31), Martin Hamann (37) und Pius Paschke (43) springen danach um einen Startplatz im ersten Einzel. Unsere beide Topflieger Karl Geiger (Nr. 48) und Markus Eisenbichler (54) sich ebenfalls qualifizieren - die Regelung, dass die besten zehn der Weltcup-Gesamtwertung automatisch dabei sind, hat die FIS ja abgeschafft (Korrektur). Insgesamt sind 55 „Adler“ aus 16 Nationen gelistet.

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