Sportler berichten, wie sie das Jahr 2020 erlebt haben

Sportler-Umfrage: „Der ganze Scheiß soll endlich aufhören“

Masken statt Getränke: So wie hier beim Spiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen Niederaula und Niederjossa/Breitenbach sah es an vielen Spielfeldrändern aus.
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Masken statt Getränke: So wie hier beim Spiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen Niederaula und Niederjossa/Breitenbach sah es an vielen Spielfeldrändern aus.

Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 dominiert. Wir haben einige Sportler gefragt, wie sie das Jahr erlebt haben. Und was sie sich für 2021 wünschen.

Hersfeld-Rotenburg – Er vermisse den sozialen Kontakt und das Teamleben, berichtet Florian „Socke“ Strümpf vom Handball-Bezirksoberligisten HSG Werra WHO. „Unsere Saisonvorbereitung lief recht normal, und wir haben ja sogar das erste Punktspiel bestritten.“ Dann kam der zweite Lockdown.

„Seitdem geht gar nichts mehr, und der Kontakt zu den Teamkollegen wird zwangsläufig irgendwann auch weniger“, bedauert er.

Florian Strümpf, Handballer der HSG Werra WHO

Anfang März musste Strümpf selbst für eine Woche in Quarantäne, weil einer seiner Arbeitskollegen positiv getestet worden war. Ihn selbst erwischte das Virus aber nicht. „Ich wünsche mir, dass das soziale Leben so bald wie möglich wieder in Gang kommt. Man ist schon sehr eingeschränkt“, sagt der Handballer, der in Schenklengsfeld lebt.

Bianca Schwarz, Fußballerin der SG Neuenstein, hat in den vergangenen Wochen am eigenen Leib erfahren, was Corona im schlimmsten Fall bedeutet. „Wir waren zwei Wochen in Quarantäne, weil in unserer Familie zwei Menschen positiv getestet wurden“, berichtet die 34-Jährige. „Wir“ heißt in diesem Fall Ehemann Daniel und Töchterchen Melody, die im Januar drei Jahre alt wird. „Mit einem kleinen Kind ist das die Hölle. Unsere Tochter versteht ja noch gar nicht, warum wir nicht raus konnten“, erzählt sie.

Bianca Schwarz, Fußballerin der SG Neuenstein

Sportlich gesehen hat Bianca Schwarz die Situation auch „total genervt“, wie sie berichtet. Kein Training, kein Spiel, kein direkter Kontakt zu den Mitspielerinnen. Um sich fitzuhalten geht sie regelmäßig mit Teamkollegin Timea Spill joggen. Zudem gibt es eine Fitness-App fürs Team. Und was wünscht sich die Fußballerin für die Zukunft? „Der ganze Scheiß soll endlich aufhören“, sagt sie.

Dennis Schäfer, der Sport- und Rennleiter des MSC Bad Hersfeld, berichtet, dass in der vergangenen Saison lediglich ein Rennen auf der Langbahn stattgefunden habe. Auch das Flutlichtrennen des Hersfelder Klubs fiel im Spätsommer der Pandemie zum Opfer. „Das war eine harte Nummer für uns, weil wir ja laufende Kosten zu tragen haben. Aber glücklicherweise haben wir treue Sponsoren, die uns unterstützt haben“, erzählt der 44-Jährige.

Dennis Schäfer, Sport- und Rennleiter des MSC Bad Hersfeld.

Privat hat sich Schäfer auf seinen Garten konzentriert und auch viel Zeit in der Werkstatt verbracht. „Urlaube sind ja ausgefallen. Aber da muss man eben mal zurückstecken“, sagt er. Er nehme Corona sehr ernst, weil Mutter und Großmutter im selben Haus wohnen.

Karin Schade, erfolgreiche Sportschützin des SV Meckbach, formuliert es so: „Wir haben in diesem Jahr leider nicht viel vom Sport erlebt.“ Das Jahr habe zwar normal begonnen, doch dann folgte im März der erste Lockdown – das war’s dann erst mal. Als es weiterging, bestritten die Meckbacher einige Wettkämpfe in der Hessenliga – allerdings aus der Ferne, weil Kontakt zum Gegner ja nicht mehr möglich war. Karin Schade bringt es auf den Punkt: „Das war überhaupt kein Wettkampf-Feeling mehr. Es war nicht dasselbe.“ Die 41-Jährige bedauert auch, dass man die Jugendarbeit komplett habe einstellen müssen. „Das ist sehr schade, und ich hoffe, dass wir sie wieder hochfahren können, wenn es wieder möglich sein sollte“, sagt sie. Privat seien ihr viele soziale Kontakte weggebrochen – ihrem Job geht sie seit Monaten aus dem Homeoffice nach.

Karin Schade, Hessenliga-Schützin des SV Meckbach

Karin Schades Wünsche fürs neue Jahr? „Ich möchte sportlich schnell wieder in Form kommen und hoffe, dass wir in Deutschland mit den Impfungen so schnell wie möglich vorankommen.“

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