Darts-WM

Der Gigant schreibt Geschichte: Fünf Gründe für den Sieg von Gabriel Clemens gegen Peter Wright

Peter Wright (links) und Gabriel Clemens.
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Die Protagonisten: Weltmeister Peter Wright (links) und sein Bezwinger Gabriel Clemens, der als erster Deutscher im Achtelfinale einer Darts-WM steht.

Die deutsche Darts-Fangemeinde wächst immer rund um Weihnachtszeit und Jahreswechsel. Immer dann, wenn im Londoner Alexandra Palace, kurz Ally Pally, der Weltmeister ermittelt wird.

Seit Sonntag, kurz nach 22 Uhr, dürfte die Zahl der Fans hierzulande noch einmal gestiegen sein. Der Grund hat einen Namen: Gabriel Clemens schaffte es als erster Deutscher, ins WM-Achtelfinale vorzustoßen. Er hat Geschichte geschrieben.

Aber nicht nur das: Der 37-Jährige stürzte dabei auch noch keinen Geringeren als dem amtierenden Weltmeister Peter Wright aus Schottland mit 4:3 vom Thron. Nun geht es für den Saarländer Clemens am heutigen Dienstag ab etwa 20.30 Uhr gegen den Polen Krzysztof Ratajski weiter. Fünf Gründe, weshalb der Sieg von Clemens über Wright nicht von ungefähr kam:

1. Das große Stehvermögen: Die Stars der Szene zeichnet vor allem eines aus: Ausdauer und mentale Stärke. Auch Wright setzte gegen Ende immer wieder Akzente – doch Clemens hatte hervorragende Antworten. So verlor der Deutsche zwar den sechsten Satz klar 0:3, war im entscheidenden siebten Durchgang aber wieder voll auf der Höhe und behielt mit 3:2 nach Legs die Oberhand.

2. Die statistischen Werte: Sagen nicht immer so viel aus. Im Dartssport aber doch einiges. Da geht es zum einen um den Average, also die durchschnittlich erzielte Punktzahl mit drei Pfeilen. Da lag Clemens am Ende bei 98,65, Wright bei 101,5. Beides sehr gute Werte. Wo der Deutsche dann aber deutlich besser war, ist die Doppelquote, also die Prozentzahl der genutzten Würfe auf ein Doppel am Ende eines Durchgangs. Clemens Quote stand bei 45,45, die von Wright bei 31,82. Das entscheidet Spiele.

Ansonsten lieferten sich die Kontrahenten ein spektakuläres Duell, in dem Clemens fünfmal eine 180 warf, 27 Mal 140 und mehr und 29 Mal 100 und mehr Punkte.

3. Der Killerinstinkt: Es schien, als sollte Wright den fünften Satz für sich verbuchen können. 2:0 lag er nach Legs vorn. Aber was macht Clemens? Nimmt dem Favoriten praktisch die Butter vom Brot. Oder wie die Darts-Familie sagen würde: Ihm gelangen Highfinishes. Er spielte einmal 144 und einmal 126 Punkte mit einer Aufnahme auf Null herunter.

4. Die Rolle: Und zwar die des Außenseiters. So richtig ernst hat ihn Peter Wright dann vielleicht doch nicht genommen. Vielleicht keiner von den Topspielern. Das wurde später am Abend noch einmal deutlich. Nachdem der Weltrangliste Michael van Gerwen das folgende Match 4:0 gewonnen hatte und interviewt wurde, da kam auch die Frage nach dem Ausscheiden von Wright auf. Van Gerwen philosophierte ein wenig über ausgelassene Doppel und das so etwas dann auch gegen Spieler wie diesen Deutschen zu einer Niederlage führen kann – wie heißt der noch mal?, fragte er. Dieser Gigant? Die Moderatorin klärte auf. Ab sofort werden die Gegner Clemens wohl ernster nehmen.

5. Das leere Ally Pally: Auch im Alexandra Palace sind keine Zuschauer zugelassen. Was ein Vorteil für nicht so erfahrene Spieler sein kann. Denn Darts werfen können sie alle auf einem richtig guten Niveau. Doch die Topspieler kennen die vollen, lauten Hallen besser. Und brauchen sie vielleicht auch ein wenig. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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