Fußball

Interview mit Trainer und Physiotherapeut Andelko Urosevic

Akribisch: Andelko Urosevic, ehemaliger Fußballprofi und Trainer des Kreisoberligisten FSG Bebra.
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Akribisch: Andelko Urosevic, ehemaliger Fußballprofi und Trainer des Kreisoberligisten FSG Bebra.

Andelko Urosevic ist Ex-Fußball-Profi, Trainer des Kreisoberligisten FSG Bebra und Physiotherapeut. Wir haben mit ihm über Gesundheit und Fußball nach der langen Pandemie-Zwangspause gesprochen.

Hersfeld-Rotenburg – Schon zu Beginn unseres Gesprächs ist Andelko Urosevic (53), ehemaliger Zweitliga-Profi und Trainer des Fußball-Kreisoberligisten FSG Bebra, mitten im Thema. „Ich kann und will ja keinen meiner Trainer-Kollegen beraten. Aber ich bin 53 Jahre alt, war immer gut trainiert und tue jetzt nur das, was ich meinem Körper zumuten kann. Darauf müssen wir Trainer jetzt auch achten und die Jungs vielleicht auch mal bremsen“, sagt der 53-Jährige. Ein Interview.

In welchem körperlichen Zustand haben Sie Ihre Mannschaft nach der langen Pause vorgefunden?

Die Grundausdauer ist vorhanden. Da bin ich angenehm überrascht. Die Jungs haben sich in der ganzen langen Zeit jedenfalls nicht auf die faule Haut gelegt.

Seit wann sind Sie im Training?

Schon seit einer ganzen Weile. Wir haben am 5. Juni begonnen. Eigentlich sofort, als wir durften. Ich bin gerade selbst in Urlaub in Kroatien bei meinen Eltern. Aber mit Manuel Schmidt habe ich einen erfahrenen Spieler, der mich in meiner Abwesenheit gut vertritt.

Am 7. und 8. August beginnt die Saison. Reicht die Vorbereitungszeit nach der langen Zwangspause?

Ich denke schon. Denn die Jungs haben ja etwas getan und sich nicht hängen lassen. Aber wir müssen jetzt im Training auf kontrollierte Belastung achten. Und funktionelles Training. Ganz wichtig sind auch Massagen und manuelle Therapie. Und natürlich sollten die Spieler auf ihren Lebenswandel achten. Aber als ehemaliger Profi habe ich natürlich andere Vorstellungen als in der Kreisoberliga. Das ist aber kein Problem. Darauf können wir uns einstellen.

Ist die Verletzungsgefahr nach der langen Pause nicht um ein Erhebliches höher?

Absolut. Wir Trainer müssen auf die Dosierung achten und sind auch als Psychologen gefragt. Natürlich ist fußballspezifisches Training etwas Anderes, als wenn du monatelang nur Ausdauerläufe machst. Ohne Richtungswechsel – ohne Dynamik. Du hast plötzlich Schmerzen in Körperteilen, die du vorher gar nicht kanntest.

Haben Sie sich mit Bebra schon Ziele gesteckt, oder macht das nach der langen Pause keinen Sinn?

Ziele musst du immer haben. Wie bedauern, dass wir die letzte Saison nicht zu Ende spielen konnten. Aber eines steht für mich immer fest: Du darfst nicht schlechter sein als zuvor. Das ist unser Ziel.

Lassen Sie uns noch kurz über die Fußball-EM sprechen. Was sagen Sie als Kroate zu Ihrem Team?

Als Kroate, der schon sehr lange in Deutschland lebt, bin ich natürlich doppelt enttäuscht. Wir sind beim 3:5 gegen Spanien gut ins Spiel zurückgekommen. Hatten mit Kramaric die große Chance zum 4:3. Aber am Ende hat es eben leider nicht gereicht, obwohl Spanien machbar war.

Und wie haben Sie Deutschland wahrgenommen?

Deutschland hat meiner Meinung nach zu wenig gezeigt. Ein gutes Spiel von vier. Das reicht einfach nicht. Vielleicht hat man sich auf eine Stärke verlassen, die man nicht mehr hat. Aber traurig ist es allemal.

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