Unser Experte Dragutin Horvat ordnet ein

Darts-WM: Der nächste Neundarter, das Aus des Weltmeisters

Gerwyn Price.
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So kennt man ihn: Der Waliser Gerwyn Price brüllt seinen Jubel während des WM-Viertelfinals heraus.

An Silvester durften auch die Darts-Profis durchschnaufen. Doch das neue Jahr begann im Alexandra Palace, wo traditionell die WM stattfindet, mit einem Knall.

Kassel – Der Weltmeister ist raus – und das, obwohl ihm ein Neundarter, das perfekte Spiel, gelang. Wir haben mit dem Kasseler Dragutin Horvat – unserem Darts-Experten – über die Entwicklungen in London gesprochen. Am Montagabend ab 21 Uhr (Sport 1 und Dazn) wird dann der Nachfolger von Gerwyn Price auf dem WM-Thron ermittelt. Die Halbfinals waren gestern Abend bei Andruck dieser Ausgabe noch nicht beendet.

Das Niveau

„Das Niveau ist sehr gut, es ist spannender als in den Jahren zuvor“, sagt Horvat. Gerade der Samstagabend hatte es in sich, zweimal ging es über die volle Distanz. Heißt im Viertelfinale: neun Sätze. Nachdem am Nachmittag James Wade durch ein 5:0 gegen Mervyn King und Gary Anderson durch ein 5:2 gegen Luke Humphries das Halbfinale erreicht hatten, wurde es abends spannend. Für Horvat war das Match zwischen Weltmeister Gerwyn Price und Michael Smith eines der besten des Turniers. „Smith macht in diesem Jahr das besser, was ihn sonst häufig den Erfolg gekostet hat: Er reagiert nicht mehr nach jedem Pfeil. Er bleibt ruhig, das hat ihn weiter nach vorn gebracht“, sagt der 45-Jährige. Am Ende warf der Engländer Weltmeister Price mit 5:4 aus dem Turnier.

Der Neundarter

Smith gewann – aber Price gelang im vierten Satz das perfekte Spiel, ein Neundarter. Nachdem der Waliser zweimal das Maximum von 180 Punkten geworfen hatte, checkte er das Leg über Triple-19, Triple-20 und die Doppel-Zwölf. Ein eher unkonventioneller Weg, die meisten visieren zunächst die Triple-20 an. Den Satz verlor Price dann schließlich trotzdem. Dennoch war es ein Höhepunkt des Abends. Horvat schrieb anschließend auch Dazn-Kommentator Elmar Paulke eine Nachricht. „Es gab drei Neundarter bei dieser WM, jedes Mal hatte er einen anderen Co-Kommentator. Das habe ich ihm geschrieben“, sagt Horvat lachend. Geschrieben hatte er vor dem Match auch Price, mit dem er sich sehr gut versteht. „Er hat es leider erst nach dem Match gelesen, da kam nur ein trauriger Smiley zurück. Ich hatte ihm gesagt, dass er es auf jeden Fall macht“, erzählt der Kasseler. Dass einige Fans Price wegen seiner lauten, extrovertierten Art nicht mögen, kann Horvat nicht nachvollziehen: „Das ist sein Spiel, das gibt es in anderen Sportarten auch“, sagt er, „hinter der Bühne ist er extrem sympathisch.“

Der Aufreger

Noch einmal Price. Der Waliser monierte beim Schiedsrichter während der Partie, dass eine Gruppe von Fans ihn absichtlich irritieren würde. „Phil Taylor hat das früher auch öfter gemacht, da wurden Leute dann auch rausgeschmissen“, sagt Horvat, der erklärt: „Man hört diese einzelnen Pfiffe oder Rufe auch, wenn drumherum Tausende singen.“

Die Überraschung

Der Engländer Callan Rydz war für Horvat die größte Überraschung des Turniers. Der 23-Jährige hatte Ex-Weltmeister Peter Wright am Rand der Niederlage, verlor schließlich gegen den Schotten aber 4:5. (Maximilian Bülau)

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