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TSV Wölfershausen ist „Sofa-Meister“ der C-Liga

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Mannschaftsfoto TSV Wölfershausen
Der TSV Wölfershausen ist Meister der Fußball-Kreisliga C. Unser Foto zeigt (hintere Reihe von links): Trainer Marco Schäfer, Justin Ehling, Marvin Hacke, Florian Zimmermann, Sebastian Ruch, Sascha Dralle, Jonas Abter, Moritz Herzog und Marcus Winkler. Vordere Reihe von links: Nico Emme, Daniel Ernst, Matthias Ziegler, Julian Hacke und Alexander Heike. © Verein

Die Fußballer des TSV Wölfershausen steigen in die Kreisliga B auf. Das liegt auch daran, dass den Konkurrenten SuFf Raßdorf und TSV Baumbach II in einem irren Saisonfinale die Puste ausging.

Wölfershausen – Eines vorab: Der Begriff „Sofa-Meister“ ist nicht geringschätzig gemeint. Absolut nicht. Aber welcher Meister kann schon von sich behaupten, nicht eines seiner letzten vier Spiele auf dem Platz gewonnen zu haben und dennoch den Titel zu holen? Sie ahnen es: Der TSV Wölfershausen.

Und das geht so: Am 8. Mai verliert Wölfershausen mit 2:3 bei Spitzenreiter Baumbach – und findet sich mit acht Punkten Rückstand auf Tabellenplatz fünf wieder. Baumbach hat zu dieser Zeit drei Begegnungen mehr absolviert. Eine Woche später, am 15. Mai, reicht es für Wölfershausen auf eigenem Platz nur zu einem 3:3 gegen die Reserve von Friedewald/Ausbach. „Danach haben wir gedacht, das war’s dann wohl mit der Meisterschaft“, berichtet Marcel Schlosser, Abteilungsleiter und Torhüter des TSV Wölfershausen.

Dann aber kommt alles anders: Am vorletzten Spieltag treten Sorga/Kathus III (Freitag) und Hattenbach II (Sonntag) nicht gegen Wölfershausen an. Sechs Punkte wandern kampflos auf das Konto des TSV. Weil Baumbachs Reserve an besagtem Wochenende Gudegrund/Konnefeld II mit 1:2 unterliegt und Raßdorf 2:1 in Friedewald gewinnt, soll die Entscheidung am letzten Spieltag fallen. Und sie fällt – zugunsten Wölfershausens: Mit 2:3 unterliegt Raßdorf auf eigenem Platz gegen Hattenbach II und kommt auf 34 Zähler. Meister wird Wölfershausen mit 35 Punkten. „Einige Spieler von uns waren in Raßdorf dabei und konnten es kaum fassen. Danach haben wir natürlich gefeiert“, berichtet Schlosser, der in Wölfershausen lebt, seit er acht Jahre alt ist. Ob eine Sofa-Meisterschaft nicht ein bisschen langweilig sei? „Wir hätten schon gern selbst gespielt, aber können ja nichts dafür, dass die Gegner am Ende nicht angetreten sind“, meint der 25-Jährige. Und außerdem habe man in der Hinserie fast alles gewonnen. So einfach ist das.

Mit 52 Toren stellt Wölfershausen das treffsicherste Team der Liga. Julian Hacke ist C-Liga-Torschützenkönig und hat zwölfmal getroffen. Meistertrainer Marco Schäfer wird dem TSV in der nächsten Saison als Co-Trainer und Kassierer erhalten bleiben. Michael Hacke, der schon einmal Trainer war, übernimmt erneut. „Wir bekommen noch einige Neuzugänge und wollen uns in der B-Liga etablieren“, verrät Schlosser. Eigentlich wollte er selbst nach seiner Rückkehr aus Herfa als Schiedsrichter aktiv sein und nur einspringen, wenn Not am Mann sei. Daraus aber wurde nichts. „Ich habe die meiste Zeit im Tor gespielt“, berichtet er. Denn der Kader der Meistertruppe ist dünn besetzt. 15 bis maximal 17 Spieler hätten zur Verfügung gestanden.

„Wir haben viele Schichtarbeiter, die nicht immer dabei sein können, und dann kam auch noch Corona dazwischen“, berichtet Schlosser. Umso beachtlicher, dass der TSV weiterhin seine Eigenständigkeit beibehalten will, obwohl es nach Informationen unserer Zeitung vor Beginn der vergangenen Saison Gespräche über eine Spielgemeinschaft mit dem VfL Heimboldshausen gegeben haben soll. „Bei uns geht es total familiär zu, wir haben einen tollen Teamgeist und im Verein helfen eine Menge Leute mit“, berichtet Marcel Schlosser stolz. Und freut sich mit seinen Jungs des Sofa-Meisters auf die Kreisliga B.

(Sascha Herrmann)

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