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21:19-Derbysieg zum Weihnachtsfest - HSG D/R/S überrascht SV Reichensachsen

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Von: Harald Triller

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Höher als der Reichensächser Mittelblock bestehend aus Carolin Heckmann und Maxie Hauschild steigt in dieser Szene Celia Steyer von der HSG D/R/S.
Höher als der Reichensächser Mittelblock, bestehend aus Carolin Heckmann und Maxie Hauschild, steigt in dieser Szene Celia Steyer von der HSG D/R/S. © Marvin Heinz

Einen durchaus überraschenden Derbysieg zum Weihnachtsfest landeten die Handballerinnen der HSG Datterode/Röhrda/Sontra in der Landesliga gegen den SV Reichensachsen.

Röhrda – Mit dem zweiten Gesicht, das unterstreicht, dass die HSG Datterode/Röhrda/Sontra auf jeden Fall das Niveau für die Frauenhandball-Landesliga mitbringt, überraschte der Aufsteiger den favorisierten SV Reichensachsen am Samstagabend und darf nach dem 21:19-(12:10)-Erfolg mit den Derbypunkten Weihnachten feiern.

Garant für den Sieg waren der unbändige Wille, die bärenstarke Abwehrarbeit, die couragierten ersten 20 Minuten, in denen mit der 10:3-Führung die Basis geschaffen wurde, sowie die selbstbewusste Schlussviertelstunde. Selbst als der Gast zu Beginn der zweiten Hälfte bis zum 11:12 aufschließen konnte, bewahrten die Spielerinnen von Trainer Tommy Bake kühlen Kopf.

Eitzert überragend

Und dann ist da noch mit Torhüterin Leonie Eitzert eine Spielerin, die mit einer überragenden Leistung den Unterschied ausgemacht hat.
Allein in der ersten Halbzeit parierte sie acht Würfe gegen völlig blank stehende SVR-Spielerinnen und als Krönung auch noch einen Siebenmeter. Diese wahrlich außergewöhnliche Klasse konnte sie auch im zweiten Abschnitt stabilisieren, sodass am Ende ein dickes Ausrufezeichen unter ihren handballerischen Arbeitstag gehört.

Umkämpftes Derby: Marie Nölke von der HSG D/R/S (links) gegen Laura Heckmann vom SVR.
Umkämpftes Derby: Marie Nölke von der HSG D/R/S (links) gegen Laura Heckmann vom SVR. © Marvin Heinz

Kein flüssiges Spiel

Der SV Reichensachsen glänzt normalerweise mit flüssigem Spiel, mit laufstark eingeleiteten Ballstafetten und präzisen Anspielen an den Kreis und die Außenpositionen. Das klappte zwar bedingt, aber wer beim finalen Abschluss eine unterirdische Chancenverwertung offenbart, der kann ein Match dieser Güteklasse nicht gewinnen.

Aber trotz der besagten HSG-Führung nach 20 Minuten stand das Geschehen noch einmal auf des Messers Schneide. Direkt nach Wiederbeginn erzielte Lacey Brand, die vor der Pause viermal (!) freistehend an Leonie Eitzert scheiterte, das 11:12. Und in den Minuten danach wurde Carolin Heckmann zweimal nur auf Kosten von Strafwürfen gestoppt. Es bleibt die Frage, warum sich die sicherste Siebenmeterschützin beim SVR vom Punkt abwendete?

So scheiterte zunächst ihre Schwester Laura an Eitzert und den zweiten Siebenmeter feuerte Sophie Hohmann gefühlt einen Meter über den Querbalken. Die Chancen zum Ausgleich oder gar zur Führung blieben somit auf der Strecke, womit bei den Gastgeberinnen die zweite Luft entfachte wurde, was 14 Minuten (32. bis 46.) ohne SVR-Torerfolg untermauerten.

Starke Marie Nölke

Vor allem Marie Nölke nahm jetzt ihr Herz in beide Hände, erzielte zwischen der 40. und 49. Minute vier blitzsaubere Tore bis zum Zwischenstand von 18:14. Und da Marion Möhrke, Janina Folmeg und Isabell Menthe drei weitere Treffer nachlegten, war die Derby-Entscheidung gefallen.

Augenblick des Derbyerfolgs: (von links) Celia Steyer und Marie Nölke liegen sich in den Armen. Johanna Scharff und Stefanie Bake sind auf dem Weg in Richtung der entstehenden Jubeltraube.
Augenblick des Derbyerfolgs: (von links) Celia Steyer und Marie Nölke liegen sich in den Armen. Johanna Scharff und Stefanie Bake sind auf dem Weg in Richtung der entstehenden Jubeltraube. © MARVIN HEINZ

Eigentlich genau passend zur Floskel, die Marion Möhrke im Vorfeld verlauten ließ: „Derbys haben bekanntlich eigene Gesetze.“

SVR-Trainer Matthias Meinl gratulierte der HSG zum verdienten Sieg, vermisste die gewohnte spielerische Leichtigkeit: „Wir kriechen personell derzeit auf dem Zahnfleisch und werden die Weihnachtspause zum Regenerieren nutzen. Die Niederlage ist schmerzlich, weil wir uns mit dem Erfolg weit oben in der Tabelle hätten festsetzen können.

Natürlich ist nach den zwei hohen Niederlagen gegen Wesertal und in Vellmar dem HSG-Coach Tommy Bake ein Stein vom Herzen gefallen: „Wir haben heute großartig in der variablen 6:0-Abwehrformation agiert und wurden für unsere Abläufe im Angriff, die wir unter der Woche gezielt trainiert haben, belohnt.“ (Harald Triller)

HSG Datterode/Röhrda/Sontra - SV Reichensachsen 21:19 (12:10).

D/R/S: Eitzert, Waskönig - Asmus, Folmeg 4, Rode, Bake 2, Steyer 2, Nölke 5, Weis, Scharff 3, Möhrke 3/1, Menthe 2, Renken.

SVR: Heckmann, Wieditz - Weiner 1, C. Heckmann 4, Hohmann 2, Schormann, Brand 4, Munk, Friman, Wolf, L. Heckmann 2, Küch 2, Wagner 2.

Schiedsrichter: Krapf/Naumann (TSV Bebra).

Zuschauer: 275.

Spielfilm: 6:2 (13.) – 10:3 (20.) – 12:7 (25.) – 12:11 (32.) – 14:11 (41.) – 18:14 (49.) – 20:16 (55.) – 21:18 (59.).

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