Nicht ganz frei von Sorgen

Deutsche Handballer müssen vor der WM noch in der EM-Qualifikation ran

Deutscher Hoffnungsträger: Julius Kühn.
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Deutscher Hoffnungsträger: Julius Kühn.

Die Handball-Nationalmannschaft hat mit der WM-Vorbereitung begonnen. Zuvor steht die EM-Qualifikation auf dem Programm.

Kassel - „Wir müssen schnell reinkommen“, sagt Julius Kühn, der Torjäger der deutschen Handball-Nationalmannschaft. In der Theorie einfach, in der Praxis oft nicht. Der Start in die Vorbereitung auf die EM-Qualifikationsspiele gegen Österreich in Graz (morgen, 13.45 Uhr, ZDF) und in Köln (Sonntag, 18.10 Uhr, ARD) sowie auf die Weltmeisterschaft in Ägypten war aus Sicht des Bundestrainers Alfred Gislason zufriedenstellend: „Das Team zieht extrem gut mit.“

Mehrere Leistungsträger hatten dem Isländer im Dezember abgesagt – teils verletzungs-, teils pandemiebedingt. Jetzt hat Gislason 20 Spieler beim Lehrgang in Neuss zur Verfügung, die so noch nie ein Spiel zusammen absolviert haben. Die Erlanger Sebastian Firnhaber und Antonio Metzner sind Neulinge, und Christian Dissinger von Vardar Skopje trug zuletzt das Adlertrikot, als der Nationaltrainer noch Dagur Sigurdsson hieß.

Das größte Problem Dissingers ist eine lange Zwangspause. Fünf Wochen war bei den Nordmazedoniern kein Training möglich. „Körperlich fühle ich mich fit, aber mir fehlt das Gefühl für den Handball“, sagt der 29-Jährige, Europameister von 2016.

Immerhin stellt Bundesligist Melsungen fünf Profis – neben Kühn noch Silvio Heinevetter, Kai Häfner, Timo Kastening und Tobias Reichmann. Allerdings waren auch die MT-Handballer zuletzt erneut in häuslicher Isolation, Heinevetter und Kastening sogar selbst infiziert. „Mit jeder Quarantäne ist es noch schlimmer geworden“, sagt Häfner, der auch zwei Wochen keinen Ball mehr in den Händen gehalten hatte.

Die Coronaprobleme kann das DHB-Team zehn Tage vor dem WM-Auftakt gegen Uruguay nicht ausblenden. „Jeder, der hier ist, hat Lust das Turnier zu spielen“, sagt Kapitän Uwe Gensheimer, „aber wir beschäftigen uns insofern mit dem Thema, dass es für uns klare Regeln gibt.“

Der Deutsche Handballbund (DHB) steht im engen Austausch mit dem Weltverband IHF. „Wir werden sehr gut gehört. Die vorliegenden Hygienekonzepte genügen uns“, erklärt Sportvorstand Axel Kromer. „Wir arbeiten ständig daran, dass unser Team gut geschützt ist.“

Die Mannschaft begab sich am Sonntag nach durchweg negativen Coronatests in eine Blase. Und die ersten Eindrücke machten Gislason Mut: „Ich merke, dass die Spieler extrem viel Spaß haben.“ Was es erleichtert, wieder reinzukommen. (Björn Mahr)

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