Europameisterschaft fest im Blick

Die 16-jährige Renée Stein aus Herleshausen ist ein großes Karate-Talent

Renée Stein.
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Perfekter Treffer: Unser Archivfoto zeigt Renée Stein bei einem Wettkampf aus dem Jahr 2019. In dieser Situation punktet sie gerade gegen eine Gegnerin.

Mit einer gehörigen Portion Demut sagte die zum Bundeskader gehörende Sportlerin Renée Stein (16) im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich durfte zum Glück weiter trainieren.“

Herleshausen ‒ Trotzdem scheinen Wettkämpfe für die aus Herleshausen kommende Karatekämpferin noch weit entfernt. Umso mehr sind die letzten Turniere noch im Gedächtnis: Im Herbst des vergangenen Jahres unterlag die zweifache Deutsche Meisterin beim Eurocup in Maria Alm (Österreich) der Italienerin Valentina Simoni in einem eng umkämpfen Finale, ehe sie bei einem nationalen Turnier im Bundesstützpunkt in Waltershausen (Thüringen) im Finale gegen Hanna Riedel (16) aus Erfurt den Kürzeren zog.

Niederlage als Ansporn

Die Niederlagen in der Kumite-Gewichtsklasse für Athletinnen mit über 54 Kilogramm waren für die Junioren-Vize-Europameisterin Grund genug noch, weiter an sich zu feilen. Sogar in behördlicher Quarantäne standen Trainingseinheiten auf dem Programm, um ihre Schlag- und Tritttechniken sowie Konter- und Angriffsvarianten zu verbessern.

Zwar sei der Wegfall der halbstündigen Fahrt zum Training eine Entlastung für die Schülerin gewesen, die in diesem Jahr ihren Realschulabschluss an der Südringgauschule anstrebt, aber auf Dauer alleine zu trainieren stellt keine Alternative dar: „Man muss sich selbst und gegenseitig pushen können, um noch mehr rauszuholen.“ Über die Kameras und den Laptop kämen Anfeuerungen nicht richtig rüber.

Tägliches Training

Sechs Trainingseinheiten stehen pro Woche auf dem Programm. Donnerstags ist trainingsfrei. Aber nur, wenn es der Körper zulässt. „Da mache ich auch mal für mich Sport“, gesteht die Kreissportlerin des Jahres aus dem Jahr 2019 und erklärt nach einem Atemzug ihren Drang zur Bewegung: „Durch den Sport bin ich ausgeglichener und kann besser abschalten.“

Der für den 1. Mai anvisierte internationale Wettkampf in Zell am See (Österreich) verschiebt sich aufgrund der Corona-Pandemie auf Juni. „Man trainiert auf etwas hin, was vermutlich nicht stattfinden wird“, so Stein, „aber ich will dann da sein, wenn es wieder losgeht. Man darf jetzt nicht aufgeben.“

Fest im Blick hat sie trotz aller Unwägbarkeiten die für den August angesetzte Europameisterschaft in Finnland, für die sie sich in Wettkämpfen empfehlen will. Und wenn keine Wettkämpfe stattfinden können? Dann dienen die Trainingseindrücke als Normierungsgrundlage.

Disziplin, Fokussierung und Einsatzbereitschaft gehörten schon vor der Pandemie zur „Steinschen Erfolgsform“. Täglich ersehnt Stein den Sprung auf die Wettkampf-Matte: „Ich freue mich auf die ersten Duelle – das ist es, worum es in unserem Sport geht. Dafür gebe ich alles.“ (Marvin Heinz)

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