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Fußballer von MMR haben Rückzug nicht bereut

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Gut gelaunt: Die Fußballer der SG MMR führen die Tabelle der Fußball-Kreisliga B1 an und freuen sich auf die beiden anstehenden Top-Spiele in Bebra und Rotenburg. alle
Gut gelaunt: Die Fußballer der SG MMR führen die Tabelle der Fußball-Kreisliga B1 an und freuen sich auf die beiden anstehenden Top-Spiele in Bebra und Rotenburg. alle © Friedhelm Eyert

Die Fußballer der SG MMR spielen nach dem freiwilligen Rückzug aus der Kreisoberliga in dieser Saison erfolgreich in der Kreisliga B1. Was hat sich in den vergangenen Monaten beim Klub aus Ludwigsau getan?

Ludwigsau – „Alles auf Anfang.“ Mit diesen Worten beginnt die Pressemitteilung der SG MMR, die unsere Redaktion am 30. Juni 2022 erreicht. Vier Monate später führen die Fußballer aus den Gemeinden Mecklar/Meckbach und Reilos die Tabelle der Kreisliga B1 an. Eine Bestandsaufnahme vor dem Spitzenspiel am Sonntag (13.15 Uhr) bei der Reserve der FSG Bebra.

Der Rückblick

Ende Juni 2022 verkündet das Spielertrainer-Team Roman und Philipp Prokopenko seinen Abschied vom Kreisoberligisten SG MMR. Grund dafür sei die fehlende Verstärkung der Mannschaft, heißt es seitens des Klubs. Nach Informationen unserer Zeitung hatte MMR mehrere Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt, die die Brüder Prokopenko vermittelt hatten. Um diese zu verpflichten, hätten die Ludwigsauer aber einiges an Geld in die Hand nehmen müssen (siehe Hintergrund). Dazu waren sie nicht bereit und ziehen das Team daraufhin in die Kreisliga B zurück.

Die Gegenwart

Acht Siege, ein Remis, keine Niederlage: Mit 25 Punkten und 47:4 Toren führt MMR die Tabelle der B1 nach neun von 22 Saisonspielen an. Zuletzt glückte ein 7:0-Kantersieg gegen Baumbach II. Auch zwei zweistellige Siege hat der Spitzenreiter schon bejubelt. Routinier Sascha Karpenstein führt die Torjägerliste mit 14 Treffern an.

Am Sonntag (13.15 Uhr) steht nun das Spitzenspiel bei Verfolger FSG Bebra II an. Die Bebraner haben 24 Punkte, aber in neun Spielen sogar 53 Mal getroffen. MMR-Trainer Marcel Wientges warnt deshalb vor dem Gegner: „Wir tun uns auch manchmal schwer, wenn das erste Tor nicht fällt. Es muss jedes Spiel erst mal gespielt werden. Wir müssen am Sonntag auf der Hut sein“, sagt er. Bebra II, Rotenburg/Lispenhausen II und A-Liga-Absteiger Weiterode II sind für ihn die härtesten Konkurrenten auf dem Weg zum Titel.

Die Mannschaft

Der junge Trainer Wientges (30) kann auf Routiniers wie Björn Wolf (43), den reaktivierten Sven Orth (39), Sascha Karpenstein (33) sowie Marco Schade (29) zurückgreifen, die höherklassige Erfahrung mitbringen. Mannschaftskapitän ist Stephan Kehl. Mit ihm, dessen Zwillingsbruder Christoph, Manuel Horn und Schade sind nur noch vier Spieler aus dem Kreisoberliga-Kader übrig.

Der Trainer: Marcel Wientges
Der Trainer: Marcel Wientges © Friedhelm Eyert

„Wir haben eine gute Mischung und jetzt auch wieder eine eingeschworene Truppe“, sagt Tino Hölzer aus der Führungsriege der Spielgemeinschaft. Dienstags und freitags wird trainiert.

Die Qualität für eine Meisterschaft sei im Kader, zu dem auch die A-Junioren Johannes Metternich, Fynn Wolf und David Nuri fest gehören, nach Meinung des Trainers gegeben. Wientges selbst war in den vergangenen drei Jahren als Jugendtrainer für Ludwigsau tätig und zuvor zehn Jahre bei der SG Neuenstein. Seine fußballerische Vergangenheit liegt bei der SG Ober-/Untergeis.

Das Umfeld

Hölzer ist mit der Entwicklung in den vergangenen Monaten zufrieden. „Nahezu alle Beteiligten sind froh, dass wir diesen Weg gegangen sind. Die Grundstimmung in unserer Spielgemeinschaft ist absolut positiv. Wir haben ja auch viel positives Feedback auf unsere Entscheidung bekommen“, sagt er.

Die Heimspiele seien jetzt doppelt so gut besucht wie zu Kreisoberliga-Zeiten. Nicht selten würden an Spieltagen 100 Bratwürste verkauft. „Man sieht jetzt wieder Leute am Sportplatz, die man lange nicht gesehen hat“, hat Hölzer beobachtet.

Der Abwehrchef: Marco Schade
Der Abwehrchef: Marco Schade © Friedhelm Eyert

Abwehr-Routinier Marco Schade betrachtet die Entscheidung in die Kreisliga B zurückzuziehen, rückblickend als alternativlos. „Wir hätten ja mit unserer jetzigen Mannschaft in der KOL nicht bestehen können und wären nicht konkurrenzfähig gewesen“, sagt er. Sportlich sähe es zurzeit gut aus, wenngleich das Leistungsgefälle im Team schon groß sei. „Aber wir spielen eben jetzt auch in der B-Liga“, sagt der Mecklarer. Für Schade gibt es nur ein Ziel: den Aufstieg. „Wir haben als Nächstes die direkten Duelle in Bebra und Rotenburg. Danach wissen wir, wo wir stehen“, sagt er.

Die Zukunft

Als Übergangsjahr ordnet man bei der SG die erste Saison in der B-Liga ein. „Der Aufstieg wäre zwar schön, aber er ist nicht unser vordringlichstes Ziel“, sagt Hölzer. Man müsse die Mannschaft in ihrer Erwartungshaltung von Zeit zu Zeit bremsen. „Wir tun gut daran, weiterhin demütig zu bleiben“, mahnt Hölzer. Vier Monate, nachdem sie bei MMR einen mutigen Schritt gewagt haben. (Sascha Herrmann)

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