Keine Einnahmen in Corona-Zeiten

TVH Landesliga-Männer: Die Finanzsituation ist prekär

Warten gespannt auf die Fortsetzung der Handballsaison – die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld. Unser
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Warten gespannt auf die Fortsetzung der Handballsaison – die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld. Unser

In Corona-Zeiten haben viele Sportvereine Probleme, da ihnen notwendige Einnahmen wegbrechen. So ist das auch bei der ersten Handball-Männermannschaft des TV Hersfeld.

Bad Hersfeld - Bei einem Jahresumsatz von über 30 000 Euro sind die Landesliga-Handballer aus dem gemeinnützigen Gesamtverein ausgegliedert und werden aus steuerrechtlichen Gründen als Zweckbetrieb geführt. Da bereits seit dem ersten Lockdown im März kein geregelter Trainings- und Spielbetrieb für den TVH möglich ist, gibt es auch keinerlei Einnahmen.

In normalen Zeiten finanziert sich der TVH-Landesliga-Handball zu je einem Drittel über Sponsorengeld, über das Eintrittsgeld sowie über den Getränke- und Essensverkauf. Doch all das ist nun seit neun Monaten schon auf Null gefahren. „Wir leben vom Ersparten“, erklärt Werner Hampe vom Organisationsteam des TVH-Landesliga-Handballs. Und er führt weiter aus, dass diese Zeit des Zehrens nicht mehr allzu lange funktionieren werde: „Wir pfeifen finanziell auf dem letzten Loch. Noch ein Jahr ohne Einnahmen ist für uns nicht zu stemmen.“

Doch wann es nun wieder einen geregelten Handballspielbetrieb mit Zuschauern geben wird, ist ungewiss. Das letzte Meisterschaftsspiel der Serie 2019/2020 absolvierte der TVH am Samstag, 7. März, beim 32:29 gegen Zierenberg.

Jetzt hat der Hessische Handballverband beschlossen, den kompletten Spielbetrieb im Handball bis zum 31. Januar auszusetzen (wir berichteten gestern).

Karl-Heinz Hüter

Doch dabei wird es längst nicht bleiben. Das weiß auch Karl-Heinz Hüter, Sprecher der TVH-Landesligahandballer und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands beim TVH. Denn der Verband hat auch beschlossen, den Vereinen nach dem möglichen Re-Start eine dreiwöchige Trainingsvorbereitung einzuräumen. Erst dann dürfe wieder in den Wettkampfmodus geschaltet werden. „Dann sind wir schon fast im März. Die Serie ist so eigentlich überhaupt nicht durchzuspielen. Vielleicht gelingt es, zumindest eine einfache Runde hinzubekommen, damit jede Mannschaft einmal gegen jedes andere Team gespielt hat. Nur so wäre überhaupt an Auf- und Abstieg zu denken“, führt Hüter aus. Und dann ist da natürlich noch das größte Problem überhaupt: Sind Zuschauer zugelassen oder nicht? Denn ohne Zuschauer weiterhin keine Einnahmen über das Eintrittsgeld und kein Geld aus dem Verkauf.

Obwohl die Situation finanziell prekär ist, haben es die Verantwortlichen des Landesliga-Handballs in Bad Hersfeld aber nie in Erwägung gezogen, die Sponsoren um finanzielle Hilfe zu bitten. „Das verbietet sich, da auch jeder Betrieb in Corona-Zeiten wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet ist. Jedoch würden wir niemandem, der uns finanziell unterstützen möchte, eine Absage erteilen. Klar ist aber auch, dass es auf unabsehbare Zeit keine Gegenleistung in Form von Spielen geben wird“, führt Hampe weiter aus.

Werner Hampe

Trotz all der widrigen Voraussetzungen kann Hüter der handballlosen Zeit auch etwas Positives abgewinnen: „Unsere Spielstätte Geistalhalle wird vom Landkreis aktuell saniert. Davon profitieren wir. Wenn jetzt Heimspiele anstehen würden, müssten wir auf den Obersberg oder nach Niederaula ausweichen. Die gesamte Logistik müsste natürlich von uns Ehrenamtlichen geleistet werden und würde Kosten verursachen. Belastungen, die nun nicht anfallen.“

Was jedoch anfällt, ist die Miete für den Vereinsraum Blaue Maus, die an den Landkreis entrichtet werden muss. „Wir haben keine Sekunde daran gedacht, eine Stundung oder irgendetwas anderes zu beantragen. Der Kreis ist uns gegenüber so kooperativ. Da wollten wir über die Miete nicht diskutieren“, äußert Hampe.

Nur Werbetafeln dürfen nach der Sanierung in der Schulsporthalle am Geistal nicht mehr aufgehängt werden. „Die Werbung unserer Sponsoren werden wir zu den Heimspielen mit Beamer auf Leinwand präsentieren“, verspricht Hüter und hofft darauf, dass dies schon bald der Fall sein wird.

Von Mario Reymond

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