Die ganz großen Gegensätze

Fußball-Saisonabbruch: Das sagen die Gruppenligisten SVR und SVA

Wäre wieder fit gewesen: der Kapitän des SV Reichensachsen, Tonio Binneberg (vorne). Die Aufnahme entstand noch vor der Coronapandemie in einer Partie gegen den SV Adler Weidenhausen.
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Wäre wieder fit gewesen: der Kapitän des SV Reichensachsen, Tonio Binneberg (vorne). Die Aufnahme entstand noch vor der Coronapandemie in einer Partie gegen den SV Adler Weidenhausen.

Der Hessische Fußball-Verband wird die Saison 20/21 annullieren. Wir sprachen mit Vertretern der Gruppenligisten SV Reichensachsen und SV Adler Weidenhausen II darüber.

Mit der siebten Niederlage in Folge endete die Hinrunde für den SV Reichensachsen in der Fußball-Gruppenliga am 17. Oktober – gegen Grebenstein setzte es auswärts eine heftige 0:10-Klatsche.

Zwar war die Mannschaft von Trainer Florian Mönche mit sieben Punkten aus vier Spielen nicht schlecht in die Saison gestartet, danach ging aber nichts mehr. Dem SVR gelang in sechs Heimspielen nur ein Sieg, viermal wurde verloren. Ebenfalls nur ein Sieg und vier Niederlagen waren auswärts zu verzeichnen. Das Resultat: der vorletzte Tabellenplatz.

Von einem Glücksfall im Bezug auf den Saisonabbruch will SVR-Kapitän Tonio Binneberg aber nichts wissen: „Wir als Team hatten Lust uns dem Abstiegskampf zu widmen und dort alles rauszuhauen.“ Schließlich hätte bereits ein Sieg gereicht, um die Abstiegsränge wieder zu verlassen.

Abbruch fühle sich nicht wie Klassenerhalt an

Sportlich gesehen sei der Abbruch deswegen eher schade, denn es fühle sich nun nicht wie ein Klassenerhalt an, weil man es nicht selbst geschafft habe. Binneberg, der in der Hinrunde wegen einer Verletzung nur sechs Partien absolvieren konnte, wäre nun wieder fit gewesen. Den Abbruch der Saison hält er angesichts der aktuellen Lage dennoch für „die einzig sinnvolle Lösung“.

Ihm selbst fehle vor allem die Gemeinschaft des Teams und die Routine, die man im Bezug auf den Fußball entwickelt habe. „Ich freue mich am meisten drauf, wenn man wieder ohne große Gedanken auf den Sportplatz gehen und zusammen Fußball spielen kann“, so der Kapitän.

Auch Abteilungsleiter Harald Zaremba hält den Abbruch der Saison für richtig: „Natürlich gibt es überall Coronagewinner und Coronaverlierer. Aber wir hätten uns vorbereitet und den Abstiegskampf in der Gruppenliga angenommen.“

Auch die Verletzungssituation habe sich laut Zaremba durch die monatelange Pause merklich entspannt. Ganz offen spricht er auch darüber, dass der Kader für die Gruppenliga zu klein war: „Das war ein Fehler. Die Arbeiten für den neuen Kader beginnen mit dem heutigen Tag.“

SV Adler Weidenhausen II mit herausragendem Höhenflug

Während der SVR sich im Tabellenkeller wiederfand, setzte der SV Adler Weidenhausen II als Aufsteiger in die Gruppenliga zu einem wahren Höhenflug an: Elf Spiele, zehnmal in Folge ungeschlagen. Besonders zu Hause trumpfte das Team von Trainer Alexander Henke auf, fünf Siege und ein Unentschieden lautet die Bilanz aus sechs Heimspielen. Aber auch auswärts wurde lediglich mit 0:1 beim Tabellenführer Kaufungen verloren, zusätzlich erkämpfte man sich zwei Siege und zwei Unentschieden.

„Es waren elf herausragende Spiele, die einen riesigen Spaß gemacht haben“, sagt Henke. Natürlich sei der Abbruch für den SVA II „unheimlich bitter“, auch, weil der Verband keine alternativen Modelle entwickelt habe, um vielleicht doch noch zu einer Wertung zu kommen. „Wir können es aber nicht ändern und es ist unsere oberste Pflicht, auf die Gesundheit der Spieler zu achten – denn die geht vor“, sagt der Trainer.

Aus den elf Spielen in der Gruppenliga könne das Team mitnehmen, dass es auch riesigen Spaß mache, eine Klasse höher Fußball zu spielen. Seine Jungs hätten in den Monaten, in denen trainiert und gespielt werden konnte, einen großen Aufwand betrieben, weil sie „Bock darauf“ gehabt hätten.

Er selbst sei guter Dinge, dass das Team auch in der kommenden Serie „alles reinhauen“ werde, um in der Liga weiter bestehen zu können. „Das wird sicherlich nicht so einfach, denn die Teams in der Gruppenliga wissen nun, wie wir spielen, aber gemeinsam mit meinem Co-Trainer Robin Komorowski werden wir uns etwas einfallen lassen, damit wir nicht so leicht zu durchschauen sind“, sagt Alexander Henke. (Maurice Morth)

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