Juniorenfußball in Zeiten der Pandemie

Tino Hölzer (JFC Ludwigsau): Die letzten Monate waren Mist

Der Meckbacher Tino Hölzer (links) mit seinem Sohn Jannis beim Euro-League-Spiel von Eintracht Frankfurt in Salzburg Ende Februar 2020
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Der letzte Stadionbesuch: Das Foto zeigt den Meckbacher Tino Hölzer (links) mit seinem Sohn Jannis beim Euro-League-Spiel von Eintracht Frankfurt in Salzburg Ende Februar 2020.

Tino Hölzer (44) führt den JFC Ludwigsau im elften Jahr. Herausforderungen gab es viele. Doch Corona stellt alles in den Schatten. Nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen leiden darunter.

Meckbach – Den ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres hat sein Verein, der Jugendfußballclub Ludwigsau, noch gut weggesteckt. Für die älteren Kicker, die 15-bis 18-Jährigen, haben Hölzer und der JFC spontan ein e-Sport-Turnier organisiert – um die Jungs bei Laune zu halten.

Hölzer erinnert sich: „Den gesamten Sommer hindurch konnten wir trainieren, unsere Spiele und Turniere austragen. Sogar unser beliebtes Fußball-Camp haben wir nach mehrmaligem Verlegen Ende August ausgerichtet.“

Der gesamte Spielbetrieb lief bis Ende Oktober. Ab diesem Zeitpunkt war wieder Schluss mit dem Fußball um Punkte. Mit Training und Wettkämpfen. „Mir tat das besonders weh“, merkt Hölzer an. „Ich bin halt sehr gerne auf dem Sportplatz und trainiere mit meinen Mannschaften.“

Das sind die Bambini und B-Junioren des JFC Ludwigsau – und die weibliche U14 der SG Neuenstein, die in der Region Kassel um Zähler kämpft. In letztgenanntem Team, das der 44-Jährige seit zwei Jahren coacht, kickt auch seine 13-jährige Tochter Milla.

„Für die Kinder und Jugendlichen waren die vergangenen Monate richtiger Mist. Es fehlte nicht nur die Bewegung, sondern auch und vor allem der soziale Kontakt.“ Hölzer, der aus Meiningen stammt und 1989 in Meckbach sesshaft wurde, führt aus, was viele Eltern bewegte.

Auch wenn der Gang zur Schule jetzt wieder gelockert wurde, sagt er: „Wochenlang hingen auch meine Kinder im Homeschooling fest. Sie haben nach wie vor kaum Möglichkeiten, sich mal mit Freunden zu treffen und das zu tun, was man im Alter von 13 oder 15 normalerweise so macht. Nämlich zu feiern, Spaß zu haben. Einfach das Leben zu genießen und Erfahrungen zu sammeln.“

15 Jahre alt ist Hölzers Sohn Jannis. Der gehörte mit dem Heringer Jonas Dzinic dem DFB-Stützpunkt Bad Hersfeld an. Beide kickten in Ludwigsau, standen dann in Vacha vor der Meisterschaft mit den C-Junioren – ehe ihnen Corona in die Suppe spuckte. Dzinic spielt jetzt für Aulatals B-Junioren in der Gruppenliga.

Hölzer Senior weiß, wie es den meisten Eltern derzeit geht. „Sie sind einfach riesig gefordert. Bei meinen Kids ist das einfacher, da sie schon älter sind und ich ohnehin im Homeoffice arbeite. Aber ich kann sehr gut nachfühlen, wie es den Eltern meiner Bambini geht, die quasi rund um die Uhr in der Bütt sind.“

Trocken führt der 44-Jährige an: „Wir müssen der Pandemie weiter mit Respekt begegnen. Wir alle haben das gleiche Ziel: Möglichst bald ohne Einschränkungen wieder unser Leben führen zu können. Wir müssen einfach noch ein paar Wochen mit Disziplin und guter Laune durchhalten.“ Und wie so Viele, scheint sich auch Hölzer an einem Strohhalm festzuhalten. „Ich befürchte, dass die älteren Jahrgänge vor April nicht auf die Sportplätze zurückdürfen. Vermutlich wird die Saison abgebrochen und dann im September neu gestartet. Doch das ist zweitrangig. Wichtig ist, das wir alle wieder trainieren und uns sehen können.“

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