Die Muskeln stählen für den Traum

Profibodybuilder Tim Budesheim hat nur ein Ziel: Die Teilnahme am Mr. Olympia in Las Vegas

Profi-Bodybuilder Tim Budesheim aus Ransbach präsentierte sich bei einem Wettkampf in Lissabon den Juroren (links) und landete dort auf dem zweiten Platz. In seinem privaten Studio in Philippsthal, der sogenannten Eisenhöhle (rechts), trainiert Budesheim für sich alleine.
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Profi-Bodybuilder Tim Budesheim aus Ransbach präsentierte sich bei einem Wettkampf in Lissabon den Juroren (links) und landete dort auf dem zweiten Platz. In seinem privaten Studio in Philippsthal, der sogenannten Eisenhöhle (rechts), trainiert Budesheim für sich alleine.

Tim Budesheim aus Ransbach ist Deutschlands aktuell erfolgreichster Profi-Bodybuilder in der offenen Klasse. Aktuell bereitet er sich auf den Wettbewerb Mr. Olympia vor.

Philippsthal - Seinen Arbeitsvertrag beim Kasseler Düngemittelhersteller K+S hat er aufgelöst. Seinen Bachelor in der Fachrichtung Maschinenbau hat er zuvor aber noch gemacht. Den Master dagegen wollte er nicht mehr draufsatteln. „Ich habe in der wirren Corona-Zeit einfach die Lust am Studieren verloren. Ständig nur ohne Kontakt zu den anderen Studierenden vor dem Rechner sitzen, das macht auf die Dauer überhaupt keinen Spaß“, erklärt Budesheim.

Um im Bodybuilding ganz an der Weltspitze mitmischen zu können, muss sich Budesheim gerade in Corona-Zeiten sehr zeitintensiv vorbereiten. „Vor Corona hat eine Wettkampfvorbereitung immer zwischen 12 und 16 Wochen gedauert. Seit Corona befinde ich mich immer in einer Art schlummernder Vorbereitung, da es nie sicher ist, ob ein Wettkampf auch tatsächlich stattfindet“, erklärt der 31-Jährige. Das verschlingt enorm viel Zeit. Den Rest des Tages verbringt er dann mit seiner Familie – Ehefrau Pia und den beiden Söhnen Emilian (5) und dem im Dezember des vergangenen Jahres geborenen Piet.

Profibodybuilder Tim Budesheim aus Ransbach: Corona-Regeln erschweren das Training

Im ersten Lockdown im März des vergangenen Jahres hat Tim Budesheim nur sehr eingeschränkt trainieren können. Als Ende November wegen der Corona-Pandemie im ganzen Land aus Sicherheitsgründen fast alles abermals heruntergefahren werden musste, war für ihn gar kein Training im Studio mehr möglich. Kurzerhand entschloss er sich dazu, sich sein eigenes Fitness-Studio in einem leer stehenden ehemaligen Lebensmittelmarkt in Philippsthal einzurichten.

Seit einigen Monaten trainiert Tim Budesheim nun in seiner sogenannten Eisenhöhle – wann immer er will. Und sollte es wegen Corona abermals zu Einschränkungen kommen, könnte Tim Budesheim ohne Schwierigkeiten weitermachen, da nur er alleine buchstäblich das Eisen in seiner Höhle bearbeitet.

Bodybuilder Tim Budesheim aus Ransbach.

Die darin aufgestellten Geräte sind dabei ganz auf seine Schwachstellen – den unteren Rücken, die Außenseiten der Beine und die Bizepse – ausgerichtet. All die anderen wohlproportionierten Körperpartien trainiert er weiterhin in Ray’s Fitnessstudio.

Profibodybuilder Tim Budesheim aus Ransbach: Ziel ist Mr. Olympia in Las Vegas

Trotz der nun völlig unabhängigen Trainingsmöglichkeiten wird Tim Budesheim in diesem Jahr sein ganz großes Ziel, die Teilnahme am Mr. Olympia vom 7. bis 10. Oktober in Las Vegas, wohl verpassen. Dort tritt die Creme de la Creme der weltweiten Profi-Bodybuilding-Szene gegeneinander an.

Bei seinen jüngsten zwei Wettkämpfen in Lissabon und Alicante hätte sich Budesheim mit einem einzigen Sieg die Teilnahme sichern können. Auch zweimal der zweite Platz hätte ausgereicht. Doch der Bodybuilding-Profi aus Ransbach belegte im Juli in Portugal den zweiten Platz und landete im August im spanischen Alicante nur auf dem dritten Rang. Nun will er es im kommenden Jahr wieder versuchen, sich für den Mr. Olympia-Wettbewerb zu qualifizieren.

Doch Tim Budesheim selbst wird im Oktober noch einen Wettkampf absolvieren. In Anlehnung an Arnold Schwarzenegger findet am ersten Oktoberwochenende in London ein Arnold Sports Festival statt. An diesem Einladungswettkampf am 2. Oktober wird auch der derzeit beste deutsche Profi-Bodybuilder teilnehmen. Und zur Belohnung dürfte der Sieger noch beim Mr. Olympia mitmachen.

„Ich gehe nicht davon aus, dass ich in England ganz oben stehen werde. Wenn doch, würde ich natürlich sofort in den Flieger nach Las Vegas steigen“, erklärt der positiv verrückte Bodybuilder, der nach eigenen Angaben mittlerweile von seinem Sport lebt. Auf der Internetseite budesheim-bodybuilding.com betreibt er sein eigenes Label. Auf Instagram hat er knapp 150.000 Follower und 82.600 auf Youtube. Sein Podcast „muscle an mind“ ist auf Spotify und Apple Podcast zu hören. (Mario Reymond)

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