PARALYMPICS  

Reaktionen zu Natascha Hiltrops Goldmedaille

In der Ruhe liegt die Kraft: Natascha Hiltrop (vorn) im paralympischen Finale mit dem Luftgewehr. Im Hintergrund Silbermedaillengewinner Park Jinho, der ihr sprichwörtlich im Nacken zu sitzen scheint.
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In der Ruhe liegt die Kraft: Natascha Hiltrop (vorn) im paralympischen Finale mit dem Luftgewehr. Im Hintergrund Silbermedaillengewinner Park Jinho, der ihr sprichwörtlich im Nacken zu sitzen scheint.

Sportschützin Natascha Hiltrop vom SV Lengers hat bei den Paralympics in Tokio die Goldmedaille im Zehn-Meter-Wettbewerb mit dem Luftgewehr geholt. Wir haben einige Reaktionen dazu.

Tokio/Lengers – Cool ist sie geblieben. Kalt wie die viel zitierte Hundeschnauze. Natascha Hiltrop, die Silbermedaillengewinnerin von Rio 2016, hat in einem dramatischen Finale mit dem Luftgewehr über zehn Meter liegend die Nerven behalten und rettete mit dem letzten Schuss einen Vorsprung von 0,1 Ringen vor dem Südkoreaner Park Jinho ins Ziel. 253,1 Ringe waren zudem ein paralympischer Rekord.

Cool wie im Wettkampf präsentiert sich die 29-Jährige vom SV Lengers auch im Olympia-Studio des ZDF. „Ich bin sehr glücklich, dass ich das umsetzen konnte, was ich mir vorgenommen habe. Ich bin mental sehr stark und habe versucht alles auszublenden. Nach der ersten Serie hat dann alles gestimmt“, sagt Natascha Hiltrop und wirkt dabei, als sei sie gerade Kreismeisterin geworden.

Euphorischer klingt da schon Marion Reichhardt, die Vorsitzende des Schützenverein Lengers. „Ich war, glaube ich, die Erste, die Natascha heute Morgen um 6 Uhr gratuliert hat“, sagt sie. Als sie die Nachricht in die Whats-app-Gruppe des Schützenvereins übermittelt habe, sei ein wahrer Glückwunsch-Hype ausgebrochen. Hiltrops Olympiasieg überrascht Marion Reichhardt aber nicht. „Aufgrund ihre super Trainingsergebnisse, konnte man damit rechnen, dass sie ganz vorn landen wird“, sagt sie. Und: „Die Natascha ist so was von cool, dass können sie sich nicht vorstellen.“

Auch bei der Stadt Heringen ist man stolz auf seine ehemalige Auszubildende. „Das ist eine unfassbar tolle Sache. Ein Olympiasieg ist wohl mit nichts zu vergleichen“, sagt Bürgermeister Daniel Iliev. 2016 hatte man Natascha Hiltrop nach ihrer paralympischen Silbermedaille seitens der Stadt einen gebührenden Empfang bereitet. „Das werden wir natürlich auch diesmal tun“, sagt Iliev, der eins aber noch erwähnt wissen will: „Diese Goldmedaille geht in erster Linie nach Lengers und an den Schützenverein.“

Manuela Schmermund, vierfache Medaillengewinnerin bei den Paralympics, gehörte ebenfalls zu den frühen Gratulanten. Schon um 5 Uhr – Hiltrop hatte den Wettkampf um 2.30 Uhr MESZ begonnen – schickte sie ihre Glückwünsche per Handy Richtung Japan. Die letzte Goldmedaille im Schießen für den deutschen Behindertensportverband hatte ausgerechnet Schmermund geholt. „Das war 2004 in Athen, ist also 17 Jahre her“, erklärt sie. Dass Natascha eine Medaille holen würde, war für die Mengshäuserin klar: „Es drehte sich eigentlich nur um die Farbe.“ Natascha hätte ihre Aufgabe routiniert und abgeklärt gelöst.

„Wir freuen uns sehr mit Natascha Hiltrop, dass sie ihren Traum von der olympischen Goldmedaille wahrmachen konnte“, sagt der Sportkreisvorsitzende Christian Grunwald. Ihre Erfahrung und Nervenstärke hätten sich ausgezahlt. „Natascha Hiltrop reiht sich in die Riege der erfolgreichen Schützen und Schützinnen aus dem Kreis ein, die auf absolutem Weltklasse-Niveau Erfolge feiern“, so Grunwald.

Von Hartmut Wenzel Und Sascha Herrmann

Christian Grunwald,
Daniel Illiev, Bürgermeister Heringen
Marion Reichhardt, Vorsitzende SV Lengers

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