ALPINE SKI-WM

Schussfahrt auf der Tofana-Piste

Die WM-Abfahrt in Cortina d’ Ampezzo mit ihren markanten Felsen, bekannt als der Tofanen-Schuss. Es ist der Teil, in der die Abfahrer Tempo machen.
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Die WM-Abfahrt in Cortina d’ Ampezzo mit ihren markanten Felsen, bekannt als der Tofanen-Schuss.

Hier werden die Rennen der Alpinen Ski-WM ausgetragen: Die Tofana in Cortina d’ Ampezzo gehört nach der Streif in Kitzbühel und der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen zu einer der bekanntesten Abfahrtsstrecken der Alpen.

Cortina d’ Ampezzo – Die Dolomiten bilden diesmal eine malerische Kulisse für die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in der itallienischen Provinz Belluno. Am Fuße des Dreigestirns der Tofana, eines bekannten Dolomitenmassivs, liegt die Tofana-Abfahrt. Die Piste, angelegt zu den Olympischen Spielen 1956 („Olimpia delle Tofane“), ist auch wegen ihres bekannten Tofana-Schusses, eines Steilstücks im ersten Drittel, das von einem Felsmassiv eingerahmt wird, berühmt. Hier können nicht nur Weltcup- oder WM-Athleten Tempo machen, sondern auch Freizeitfahrer. Die Piste ist Bestandteil des 120 Kilometer umfassenden Skigebietes von Cortina.

Skifahrer des WSC Fuldatal aus Kohlhausen testeten vor drei Jahren bei ihrer Südtirol-Tour auch diese Piste, die zur schwarzen Kategorie gehört und die genau 2 822 Meter lang ist. Bernd Kragl, der die Fahrt organisiert hatte, erinnert sich noch genau: „Der obere Teil nach dem Start war noch sehr flach und gut zu befahren. Neben der Strecke war ein Lift. Als wir erstmals hoch sind, sah auch der Tofana-Schuss gar nicht so schlimm aus.“

Eine optische Täuschung wie sich wenig später herausstellte. Als die 15 Skifahrer des WSC kurz vor dem Felsen stoppen mussten, sahen sie erst, wie steil das Stück war. „Das war, als ob man auf einer Terrasse vor einer Kante stehen bleibt und es geht senkrecht bergab“, erzählt Kragl.

Danach ging es in eine Rechtskurve, die Felswände werfen lange Schatten. „Und dann war erneute so eine Terrasse mit einer Kante.“ Trotzdem sei er gut den Berg hinunter gekommen „Als Freizeitfahrer musst du auf dieser Ecke langsam fahren, du solltest nicht stürzen.“

Am letzten Stück des vielleicht 300 Meter langen Tofana-Schusses kann man dann den Ski freien Lauf geben. „Du fühlst dich wie ein richtiger Rennläufer“, so der Kohlhäuser, der noch genau die herrliche Aussicht im Kopf hat, für die die Athleten bei der WM sicherlich keinen Blick übrig haben. „Von der Tofana sieht man ganz wunderbar die Cristallo-Gruppe und den Monte Pelmo.“ Nicht zu vergessen: die Cinque Torri, ein Massiv mit fünf Gipfeln und einem ebenfalls interessanten Skigebiet.

Die Tofana-Abfahrt hat besonders im Weltcup der Damen ihren festen Platz. Heike Schmidt, ebenfalls Mitglied des WSC, empfand aber selbst das Steilstück der Tofana als schwierig, aber trotzdem gut zu befahren. „Mir kommen einige Eisplatten in den Sinn.“ Noch zu erkennen waren die blauen Streifen der Pistenbegrenzung von den Rennen. Schmidt setzte bei dem Teilstück auf kurze Schwünge. „Im unteren Teil habe ich es dann laufen gelassen.“ Aber nicht nur in Cortina wedelte die Gruppe die Hänge hinab, sondern auch am nahe gelegenen Lagazuoi, an dessen Fuß die Skifahrer von Kaltblut-Pferden am Seil gezogen werden. Auch die Sella-Ronda oder die Weltcup-Abfahrt von Arabba gehörten zu den Zielen des WSC. Bei der WM gestern wurden die Rennen abgesagt, wegen zu erwartenden Schneefalls ist heute Ruhetag, Der Super-G der Damen und Herren findet am Donnerstag statt.

Von Hartmut Wenzel

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