Junger Hersfelder wechselt nach Paderborn

Für Fußballtalent Tom Heinemann ist die Zeit reif

Wagt den großen Sprung: Fußballtalent Tom Heinemann (rechts) wechselt vom KSV Baunatal nach Paderborn.
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Wagt den großen Sprung: Fußballtalent Tom Heinemann (rechts) wechselt vom KSV Baunatal nach Paderborn.

Nach Louis Fuchs wagt erneut ein junger Fußballer aus Bad Hersfeld den Sprung ins Nachwuchs-Leistungszentrum des SC Paderborn. Gemeint ist Tom Heinemann, der sein Abenteuer mit Beginn der neuen Saison startet.

Sorga – Wer Tom Heinemann länger nicht gesehen hat, ist erstaunt. Muskulös ist sein Körper, durchtrainiert wirkt er, und 1,82 Meter ist der 15-Jährige mittlerweile groß. Noch vor drei Jahren, als er für die D-Junioren des JFV Bad Hersfeld in der Gruppenliga kickt, waren es 1,62 Meter.

Damals machte Tom – er spielt in seiner Hersfelder Anfangszeit stets in der altershöheren Klasse – eine Wachstumsstörung zu schaffen. Ihr Name: Morbus Schlatter. Dennoch unternimmt der talentierte Kicker den ersten Schritt in seine fußballerische Zukunft: Er schließt sich den C-Junioren des KSV Baunatal an.

Dort ist er zunächst Bestandteil des U14-Verbandsliga-Teams, sporadisch kommt er zu Einsätzen in der Hessenliga-Mannschaft. Die Sechser-Position ist erst mal seine Heimat auf dem Feld, schnell setzt ihn sein Trainer Robin Schüßler aber als rechten Innenverteidiger ein. Tom zahlt das Vertrauen mit starken Leistungen zurück, die C1 des KSV schält sich als überlegener Tabellenführer der Hessenliga heraus.

„Am meisten entwickelt habe ich mich bisher in den zwei Jahren in Baunatal“, sagt der 15-Jährige, „wenn ich das mit früheren Zeiten vergleiche, ist das ein enormer Unterschied“. Sein Trainer habe ihm viel beigebracht, ihn gefordert, gefördert und aufgebaut. „Ich war anfangs nicht so selbstbewusst und wollte immer alles richtig machen.“ Schüßler nimmt sich viel Zeit mit Tom und hilft ihm dabei, das zu korrigieren. Zahlreiche Freundschaften baut der Hersfelder in seiner Baunataler Zeit auf.

Selbst eine schwere Verletzung wirft ihn nicht aus der Bahn. In einem Spiel der U15 – Tom spielt schon immer in der nächsthöheren Altersklasse – zieht er sich im September vergangenen Jahres einen Bluterguss im Knie zu. Eine MRT-Untersuchung ergibt einen Meniskuseinriss. Die spielfreie Corona-Zeit hilft - ebenso wie die tolle Unterstützung seitens des Hersfelder Physio-Centers Bovel.

Tom Heinemann jongliert den Ball.

Nun der zweite Schritt im Leben des 15-Jährigen: Der Weg nach Paderborn. Auch dort ist er zunächst für die U16 in der Westfalen-Liga vorgesehen, doch Tom schielt auf Bundesliga-Einsätze im U17-Team. Der sportliche Aspekt ist die eine Seite, das Leben hält andere Herausforderungen bereit. „Ich leb’ jetzt alleine. Hab’ nicht mehr Papa, Mama oder meine Schwester Lea. Ich muss selbstständiger werden“, weiß er. Doch Paderborns NLZ gilt als familiär, es bietet den Talenten einfache, kurze Wege. Die Schule, eine Eliteschule des Sports, mit der der SC Paderborn kooperiert, ist gleich um die Ecke, direkt neben dem Fußballgelände. Sie bietet genügend andere Sportarten, und auf dem Gelände tummeln sich alle Kicker, von Klein bis Groß. „Paderborn ist immer am Ball geblieben“, begründet Toms Mama Regine die Entscheidung, dorthin zu wechseln. „Für Tom ist es eine Umstellung. Ich weiß aber, dass er es gerne möchte“, schiebt Regine nach. Sie ist gespannt, wie in Corona-Zeiten das bevorstehende 10. Schuljahr ihres Sohnes abläuft.

„Das komplette Paket Paderborn hat gepasst. Die Art und Weise, wie wir dort aufgenommen wurden, hat mich beeindruckt. Die Chemie stimmt, die Verantwortlichen sind mir sympathisch. Es gibt dort viele Leute, die sich um die Jungs kümmern“, sagt Toms Vater.

Drei Mal waren sie vor Ort, um sich die neue Heimat ihres Sohnes anzuschauen. Für den ist die Zeit reif.

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