Vorschlag des Landessportbundes stößt auf Kritik

NFV-Präsident Distelrath ist der 23. Juli als Wiedereinstieg der Fußballer zu spät

Das neue Präsidium des Niedersächsischen Fußballverbandes: Hans-Heinrich Hahne (sitzend von links), Karen Rotter, Günter Distelrath, Ehrenpräsident Karl Rothmund, (stehend von links) Jan Baßler (NFV-Direktor), Dieter Neubauer, Stefan Voth, Bernd Domurat, Heinz Walter Lampe, Dieter Ohls, Auwi Winsmann, Jürgen Stebani, Steffen Heyerhorst (NFV-Direktor und Justiziar), Christian Röhling, Frank Schmidt.
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Das neue Präsidium des Niedersächsischen Fußballverbandes: Hans-Heinrich Hahne (sitzend von links), Karen Rotter, Günter Distelrath, Ehrenpräsident Karl Rothmund, (stehend von links) Jan Baßler (NFV-Direktor), Dieter Neubauer, Stefan Voth, Bernd Domurat, Heinz Walter Lampe, Dieter Ohls, Auwi Winsmann, Jürgen Stebani, Steffen Heyerhorst (NFV-Direktor und Justiziar), Christian Röhling, Frank Schmidt.

Der Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, Günter Distelrath, wünscht sich einen möglichst schnellen Wiedereinstieg in den Sport. Bis zu den Sommerferien zu warten, sei zu spät.

Hannover/Münden – Beim ersten Online-Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes am Samstag hat der wiedergewählte Präsident Günter Distelrath klare Worte zum erhofften Wiedereinstieg in den normalen Sportbetrieb gefunden. Der vom Landessportbund angeregte Wiedereinstieg ohne Einschränkungen am 23. Juli sei zu spät. Stattdessen sollte das Training bei entsprechend gesunkener Infektionszahlen schrittweise ab März wieder ermöglicht werden.

Im Vorfeld der anstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am kommenden Mittwoch hatte die niedersächsische Landesregierung einen sogenannten Stufenplan 2.0 zur Diskussion gestellt. Der Plan umfasste sechs Stufen, in denen – je nach Inzidenzwert – unterschiedliche Regeln greifen sollen. Der Landessportbund Niedersachsen (LSB) fügte eine zeitliche Perspektive hinzu. Demnach regte der LSB die Rückkehr zum Sportbetrieb ohne Einschränkungen ab 23. Juli an. Im Vorfeld sollte bis zu den Osterferien (27. März) in Abhängigkeit vom Inzidenzwert Sport im Freien ohne Kontakt möglich sein. Bis zu den Sommerferien (22. Juli) sollte Sport ohne Kontakt außen und innen erlaubt werden, ab 23. Juli regte der LSB die Rückkehr ohne Einschränkungen an (Kontakt- und Wettkampfsport).

An diesem Zeitplan übt der 71-jährige Distelrath Kritik: „Zu diesem Zeitplan, der für uns weder plausibel noch akzeptabel ist, sagen wir in aller Deutlichkeit nur ein Wort. Und dieses heißt: Nein! Ich möchte an dieser Stelle nachdrücklich daran erinnern, dass der Fußball eine ungemein wichtige Kraft ist, um unsere Gesellschaft zusammen zu halten. Eine Kraft, die unser Land mehr denn je braucht.“ Der NFV fordere einen weitaus früheren Wiederbeginn von Training und Wettkampfsport ein, sofern es der Inzidenzwert zulasse (zwischen 50 und 25). Trainingsmöglichkeiten in festen Gruppen im Verein kann sich der NFV ab März und einen Beginn von Wettkampfsport in Gruppenstärke von bis zu 50 Personen ab April vorstellen. Fußball sei im Gegensatz zum Boxen oder Ringen keine „Kontaktsportart“ im Sinne lang anhaltender, statischer Ganzkörperkontakte mit hohem Infektionsrisiko, sondern vielmehr eine Sportart mit Kontakten über wenige Sekunden mit geringer Kontaktfläche.“

Der vorgeschlagene Stufenplan der Landesregierung sieht vor, dass bei einer negativen Entwicklung des Infektionsgeschehens schneller und schärfer reagiert werden soll, um zügig wieder unterhalb eines Vorwarnwertes von 25 (Siebentages-Inzidenz) zu kommen. Umgekehrt sollte bei einer positiven Infektionsentwicklung erst abgewartet werden, ob diese stabil rückläufig ist (in der Regel mindestens über einen Zeitraum von sieben Tagen), bevor Lockerungen der nächsten niedrigeren Stufe in Betracht kommen. Manuel Brandenstein

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