Der doppelte Berchten

Kirchhof- und Baunatal-Coach stellt seine Woche zusammen

Steht vor anstrengenden Monaten: Markus Berchten ist bis zum Sommer für zwei Teams verantwortlich. Die Zweitligamannschaft von Eintracht Baunatal und den Frauen-Spitzenreiter der dritten Liga, die SG 09 Kirchhof. Fotos: Kasiewicz/Hahn

Kirchhof. Markus Berchten ist in der Restrunde mit dem Handball-Zweitligisten Eintracht Baunatal und dem Frauen-Drittligaspitzenreiter SG 09 Kirchhof für zwei Teams verantwortlich.

Der Handballlehrer stellt seine Woche vor. Ungefähr 45 Stunden lang ist er im Einsatz und legt dabei 1000 Kilometer zurück.

Montag 

Die Woche startet für Berchten vor dem Fernseher. Ab zehn Uhr schaut er sich die Videos von den Spielen seiner Teams am Wochenende an. Außerdem analysiert er schon die kommenden Gegner. Danach schneidet er ein Video passend zurecht, um es heute Abend seiner Baunataler Mannschaft zu zeigen. Um 16 Uhr steht dann das Stützpunkttraining der Jahrgänge 2000/2001 in Melsungen an. Um 19 Uhr muss Berchten wieder in Baunatal sein, da dort die Jahrgänge 1998/1999 von ihm trainiert werden. Mit der ersten Baunataler Mannschaft steht die Videoanalyse an. Um 20.30 Uhr beginnt das normale Training. Kurz nach 22 Uhr setzt sich Berchten in sein Auto und fährt nach Hause in Richtung Niedenstein.

Dienstag 

Der Tag beginnt früh. Um zehn Uhr muss Berchten in Baunatal zum anderthalbstündigen Athletiktraining in Baunatal sein. Danach sitzt Berchten wieder vor dem Rechner und schneidet für Kirchhof das Video vom kommenden Gegner zurecht. Außerdem erarbeitet er einen Trainingsplan für die Woche. „Ich richte mein Training auf den kommenden Gegner ein“, sagt er. Ab 17.30 Uhr beginnt das normale Training in Baunatal. Das muss Berchten aber etwas früher verlassen, um rechtzeitig gegen 19 Uhr in Melsungen zu sein, um Kirchhof zu trainieren.

Mittwoch ist quasi ein Ruhetag für Berchten. „Da kümmere ich mich um E-Mails, die Statistik und organisatorische Dinge. Das sind Aufgaben ohne großen Spaßfaktor, die zu meiner Arbeit aber dazugehören“, sagt er. Vorher findet von 10.30 Uhr bis 12 Uhr in Baunatal ein individuelles Wurftraining für die Spieler statt. Von 17 bis 19 Uhr wird in Baunatal trainiert.

Um 19.30 Uhr gibt es in Kirchhof eine Videoanalyse. Das Training startet im Anschluss um 20.15 Uhr und endet um 21.45 Uhr.

Donnerstag 

Heute kümmert sich Berchten wieder um organisatorische Dinge im Hinblick auf den Spieltag. „Ich überlege, welche Spieler ich in den Kader nehme und was für Einzelgespräche ich noch führen muss“, sagt er. Von 17 bis 18.45 Uhr geht das Training in Baunatal.

In Kirchhof beginnt die Einheit um 19 Uhr und endet um 20.30 Uhr. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Von 21 bis 22 Uhr trainiert er noch die A-Jugend von Baunatal. „Das Athletiktraining läuft dann schon eine Stunde. Sobald ich da bin, steht die Taktik im Vordergrund“, so Berchten.

Freitag 

Noch einmal setzt sich Berchten vor den Fernseher und schaut, ob er bei der Videoanalyse des kommenden Gegners etwas übersehen hat. In Baunatal gibt es das Abschlusstraining von 16 bis 18.30 Uhr, inklusive einer Teambesprechung. Von 19 bis 20.30 Uhr wird die Kirchhofer Mannschaft trainiert.

Danach steht ebenfalls noch eine Teambesprechung an. „Das hat sich zu einem Ritual entwickelt. Die Mannschaft sitzt noch einmal eine Stunde zusammen. Das ist wichtig für unseren Teamgeist“, sagt Berchten.

Wochenende 

Am Wochenende hat Berchten frei. Kleiner Scherz. Am Samstag muss Berchten flexibel sein. Er trainiert noch einmal von 10.30 bis 12 Uhr die Mannschaft, die erst am Sonntag im Einsatz ist. Im Normalfall hat Kirchhof Samstag sein Heimspiel. Der Trainer ist etwa zwei Stunden vor dem Anpfiff in der Halle, isst erstmal einen Kuchen und trinkt einen Kaffee. Nach dem Spiel gibt es von ihm eine Kurzanalyse in der Kabine, dann geht es direkt weiter zur Pressekonferenz. Im Anschluss daran gibt es in Kirchhof ein Essen mit der Mannschaft.

In Baunatal wird sich Berchten nach dem Spiel zusammen mit der Mannschaft im VIP-Raum aufhalten. „So etwas gehört zu einer Profimannschaft dazu“, sagt Berchten. Am Sonntag wiederholt sich dann der Ablauf. Auch wenn für Berchten das Wochenende der Höhepunkt der Woche ist, hat er ein Problem. „Ich kann nach unseren Spielen nie gut einschlafen. Ich gehe immer wieder noch Spielsituationen durch, bis sich der Adrenalinspiegel gelegt hat“, sagt er. Gegen 3 Uhr schläft Berchten ein.

Von Daniel Schneider

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