Fußballtalente haben das Training aufgenommen

Dribbeln auf Distanz

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Beim Stützpunkttraining der U 12 bis U 15 in Bad Hersfeld drehte sich am Montagabend alles um das Passspiel und fußballerische Grundelemente.

Die Fußballtalente des Stützpunktes Bad Hersfeld haben am Montagabend zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie trainiert. Mit Abstand und unter Beachtung der Hygieneregeln.

„Abstand“ ist das Zauberwort an diesem Abend. Im Stadion am Obersberg treffen sich die Fußball-Talente des Stützpunktes Bad Hersfeld zum ersten Training seit Beginn der Corona-Krise.

Dass alles ein bisschen anders ist als gewohnt, fällt schon zu Beginn ins Auge. Bei der Begrüßung und Einweisung durch die Trainer Bernd Kehres, Markus Pflanz und Michael Ruppert sitzen die jungen Fußballer mit ihren Sporttaschen und dem nötigen Sicherheitsabstand auf der Tribüne verteilt. Neben den üblichen Trainings-Utensilien wie Bällen, Pylonen und und bunten Leibchen liegen dort auch Lappen, Desinfektionsmittel sowie etliche Packungen Mund- und Nasenschutz.

Nach dem Ausfüllen des Risiko-Fragebogens und einer kurzen Ansprache geht’s auf den Rasen. „Denkt an den Abstand. Und fasst die Bälle nicht an“, ruft Markus Pflanz den jungen Fußballern zu. Pflanz trainiert an sich im Stützpunkt Hünfeld und ist ebenso wie Regionalauswahltrainer Michael Ruppert vom Stützpunkt Fulda eingesprungen, weil der Hersfelder Stützpunkttrainer Stefan Grunz aus gesundheitlichen Gründen kürzer tritt.

In der Gruppe der U 12 und U 13 sind an diesem Abend zwölf Talente am Ball – darunter mit der Hersfelderin Eleonora (11) auch ein Mädchen. Alles dreht sich um die sogenannten „Basics“ des Fußballs. Passgenauigkeit, Passschärfe, Ballan- und -mitnahme. An vier verschiedenen Stationen werden verschiedene Übungen vorgegeben. Spielformen und Zweikämpfe sind erst einmal tabu.

Jeder Trainer wird in den nächsten Wochen mit denselben vier Spielern üben. „Das gibt der DFB so vor, um etwaige Infektionsketten nachvollziehen zu können“, erklärt Claus Schäfer, DFB-Stützpunktkoordinator für Hessen. Der ehemalige Zweitligaprofi (52) hat sich an diesem Abend auf den Weg von Nidda nach Bad Hersfeld gemacht, um sich vor Ort ein Bild zu machen. „Wir sind alle froh, dass es endlich wieder losgeht. Es war unheimlich viel Verwaltungsaufwand in den letzten Wochen“, berichtet Schäfer.

Mit dem Ablauf des Trainings ist er sehr zufrieden. „Alle achten auf den Abstand und die Hygienemaßnahmen. Man könnte meinen, die Ansteckungsgefahr wäre hier gleich null. Aber wir müssen natürlich alle vorsichtig bleiben“, warnt er. Auch bei den Trinkpausen halten die jungen Kicker auf der Tribüne vorbildlich Abstand. „Es macht trotzdem Spaß“, sagt Eleonora und nimmt einen großen Schluck aus ihrer Trinkflasche.

Der erfahrene Stützpunkt-Coach Bernd Kehres ist ein wenig skeptisch. „Es ist schon irgendwie komisch. Ich hoffe, dass das Training nicht zu schnell langweilig wird, wenn wir nicht in den Wettkampf gehen können“, sagt er. Als wenig später eine Mutter ihren Sohn abholt und ihn fragt, wie denn das erste „Corona-Training“ gewesen sei, antwortet dieser grinsend: „Abstand, Mutti – ist klar?!“

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