Nachfolger steht schon fest

DEL2: Tabellenzweiter Bremerhaven entlässt Trainer Doucet

Kassel/Bremerhaven. Rico Rossi und die Fans der Huskies haben ihren Lieblingsfeind verloren. Natürlich ist diese Aussage überspitzt, zumal es ja auch noch die hessischen Rivalen in Frankfurt und Bad Nauheim gibt.

Dennoch: Kein anderer Trainer in der zweiten Eishockey-Liga hat sich in nur zwei Auftritten so wenig Freunde gemacht in Kassel wie Benoit Doucet. Nun haben die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven den 52-Jährigen beurlaubt und durch den Ex-Dresdener Thomas Popiesch (50) ersetzt.

„Wir werden niemals Freunde“, hatte Huskies-Coach Rossi am 1. November nach den Prügelszenen im Skandalspiel gegen die Pinguine (2:5) erklärt, nachdem ihn Doucet als Blinden tituliert hatte, dem ein weißer Stock und ein Hund an die Hand zu geben seien. Rossi damals: „Man merkt, dass er ein Anfänger ist.“

Benoit Doucet

Das wussten auch die Verantwortlichen schon im vergangenen Sommer, als sie den einstigen Düsseldorfer Meisterspieler 15 Jahre nach seinem letzten Punktspiel für die Kölner Haie und Trainerjobs nur beim Nachwuchs an die Wesermündung holten. Sie wussten um das Risiko, mit einem Novizen in das Rennen um die Meisterschaft zu starten – und genau die war (und ist) das hehre Ziel der Pinguine. Nun wird Manager Hauke Hasselbring in der Nordsee-Zeitung so zitiert: „Wir haben die Befürchtung, dass dem Trainer die Erfahrung fehlt, die Mannschaft durch die Endspiele zu führen.“ Die Entscheidung sei menschlich schwer gefallen, sportlich jedoch erforderlich. Teammanager Alfred Prey ließ durchblicken, dass eine Weiterentwicklung der Mannschaft mit Doucet nicht zu erwarten sei.

Der gefeuerte Trainer indes geht erhobenen Hauptes: „Ich hatte vom ersten Tag an viel Druck. Ich bin stolz auf meine Arbeit. Die Mannschaft ist Tabellenzweiter mit 87 Punkten.“ So viele Zähler habe keine andere Pinguin-Truppe jemals zuvor ausgewiesen.

Tatsächlich aber gärte es im Team mit neun nordamerikanisch geprägten Spielern wohl schon seit Wochen. Die Truppe – zusammengestellt von Prey und Hasselbring, nicht von Doucet – eilte im Herbst von Sieg zu Sieg. Im Januar aber spielte sie verunsichert und verlor fünf Spiele in Folge. Das 4:3 am Sonntag in Kaufbeuren reichte für Doucet nicht zum Bleiben. Auch in Bremerhaven hat er wohl Freunde verloren.

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