Wie Trailrunner Benjamin Sperl ein besonderes Foto gelingt

Ein Bild und seine Geschichte: Die Magie des Moments

Benjamin SperlTrainrunner und Fotograf

Er liebt nicht nur die Magie des Augenblicks. Er hat auch ein Auge dafür, solche Momente einzufangen und deshalb bei vielen Läufen eine Kamera dabei. Klingt ein bisschen verrückt? Ist es vielleicht auch.

Doch es passt zu Benjamin Sperl, der noch dazu eine Vorliebe für die Berge hat und gern mal einen Marathon über 2000, 3000 Höhenmeter absolviert. Trailrunning ist der Fachbegriff für diese besondere Disziplin des Laufsports.

Ganz so hoch ist der Dörnberg im Habichtswald zwar nicht mit seiner höchsten Erhebung von 578 Metern. Doch bei den Helfensteinen gesellt sich zur hügeligen Landschaft der Kasseler Berge eine malerisch anmutende Kulisse mit Felsblöcken. Und wenn noch dazu die Sonne an einem blutrot eingefärbten Himmel mit Wolkenstreifen untergeht, dann ist das einer dies

er Momente, für die der 32-Jährige eine Kamera im Rucksack mit auf die Laufstrecke nimmt. Nicht zu vergessen: ein Intervalltimer, eine Art Selbstauslöser, mit dem dann ein Quasi-Selfie der spektakulären Art gelingt. Kunstfreunde denken vielleicht sogar an ein Meisterwerk des Landschaftsmalers Caspar David Friedrich „Der Wanderer über dem Nebelmeer.“

Ganz so hochtragend würde Sperl dieses Motiv vielleicht nicht bezeichnen. Aber er ist durchaus glücklich über die Aufnahme, die ihm vor Kurzem gelungen ist. „Ich hatte in der Nähe vom Dörnberg zu tun und habe mir gedacht: Wenn ich mich beeile, bekomme ich den Sonnenuntergang noch mit.“ Laufschuhe und seine Systemkamera mit Wechselobjektiv hat er ohnehin meist im Auto dabei. Über den Sportplatz ging es einen kleinen Pfad hoch zum Dörnberg.

„Der Fotoapparat stand auf einem großen Brocken auf dem Helfenstein. Ich habe mich auf den Partnerfelsen gut 100 Meter entfernt gestellt, ungefähr in einer Linie mit der untergehenden Sonne. Ausgelöst habe ich dann mit dem Intervalltimer“, erklärt Sperl.

Gleich in der ersten Serie von 20 Fotos war dieses besonders schöne. 5500 Follower hat Sperl auf seinem Instagram-Account Art of Trailrunning – ähnliche Motive veröffentlicht er dort. Denn Laufen und Fotografieren sind sein Ding. Seit 2009 lebt der gebürtige Thüringer in Kassel, unterrichtet Sport, Politik und Wirtschaft an der Herderschule, verbringt neben dem Laufen viel Zeit mit Ehefrau Pia und Töchterchen Alma daheim in Neu-Holland mitten im Habichtswald.

Bis 2014 war er auf Tartanbahnen und Straßen unterwegs. „Dann habe ich bei einem Fotowettbewerb einen Startplatz für einen Bergmarathon in der Schweiz gewonnen. Danach ging’s sprichwörtlich bergauf“, sagt er. Er suchte eine neue Herausforderung – und fand sie in den Bergen. Dort ist er seitdem bei Skyrunning-Weltcups unterwegs, quasi der alpinen Version von Straßenläufen.

Ab Januar, Februar wird er auch das Training wieder intensivieren. Bis dahin stehen lockere Läufe auf dem Programm. Und sicher noch die ein oder andere Gelegenheit, für ganz besondere Schnappschüsse in der Natur mit einer Perspektive, die nicht jeder Läufer hat. Foto: Till Krüger/nh

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