Vierschanzentournee: Willinger beim dritten Springen auf Platz 20

Ein Flug ins frühe Wochenende: Geburtstagskind Stephan Leyhe weiter gut in Form

Lust auf Luftfahrt: Stephan Leyhe zeigt sich auch in Bischofshofen gut in Form. Der Skispringer des SC Willingen bewies vor allem bei seinem zweiten Flug, dass er bei der Vierschanzentournee in den Top ten landen kann. Heute findet das letzte Springen statt.
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Lust auf Luftfahrt: Stephan Leyhe zeigt sich auch in Bischofshofen gut in Form. Der Skispringer des SC Willingen bewies vor allem bei seinem zweiten Flug, dass er bei der Vierschanzentournee in den Top ten landen kann. Heute findet das letzte Springen statt.

Der Geburtstag fing für Stephan Leyhe überhaupt nicht happy an. Nachdem das Springen in Innsbruck am Dienstag abgesagt wurde, hieß es am Mittwoch für den Neudreißiger vom Ski-Club Willingen: harter Wettkampftag statt lockerer Quali-Tag.

Bischofshofen – Und der frühe Trainingsflug verhieß für die kurz darauf folgende Qualifikation nichts Gutes: Leyhe ließ bei diesem Trainingssprung einige Meter liegen, brach seinen Versuch früher ab und landete nur bei 108,5 Metern, wo die Besten 135 und mehr schaffen. Zum Geburtstag als Geschenk das frühe Aus?

Nein, auf keinen Fall. Leyhe fehlte im Training vor allem Geschwindigkeit, die musste er sich in der kurzen Pause irgendwie zurück auf den Ski holen. Nun hieß es mit seinem Team fix den Fehler finden. Verwachst, im Anlauf verkantet oder was?

Sicherheitslandung in weichem Schnee

Der Fehler wurde behoben und der gebürtige Schwalefelder hob im Qualifikationsdurchgang mit mehr Tempo von der Schanzenkante ab und bei Schneefall trug es ihn auf 127 Meter. Die Geburtstagsfeier musste warten.

Ausladen musste Leyhe keinen Gast, aber einen Teamkollegen wollte er an diesem Tag auch nicht einladen - zum Finale. Leyhe stand als 24. der Qualifikation vor dem Duell mit Pius Paschke (27.). Zum ersten Mal kam es bei dieser Vierschanzentournee zu einem deutsch-deutschen Duell.

Nur der Gewinner durfte beim finalen Schluss der besten 30 Springer dabei sein. Der Verlierer musste hoffen, einer der besten Verlierer, ein Lucky Loser, zu sein. So ein Geburtstag kann auch motivieren. Leyhe kam immer besser in Fahrt. Der Willinger war auch mental für dieses K.o.-Duell gegen seinen Teamkollegen gerüstet, er flog 130,5 Meter weit, Paschke 123,5.

Die Weite klang eigentlich sehr gut, war sie aber nicht, denn Leyhe ging damit nur als 27. (122,1 Punkte) ins Finale und Paschke konnte seine Skier abschnallen, die Lucky-Loser-Regelung ließ andere fünf Verlierer in die Schlussrunde.

Noch zwei Stunden bis zum Wettkampf. Ob Leyhe einen Blick in sein Handy gewagt hat? Da waren bestimmt schon eine Menge an Glückwünschen eingelaufen. Lenken die jetzt nur ab oder motivieren sie vielleicht? Leider konnte der 30-Jährige gestern auf diese Frage uns nicht mehr antworten. Verständlich bei so viel Rummel um seine Person.

Der Mann vom SC Willingen machte sich dann aber auch ein persönliches Geschenk und das hob er sich für den finalen Durchgang auf. Leyhe blieb diesmal länger in der Luft als in den Versuchen zuvor und der Flug endete bei 135 Meter. Damit machte er noch einige Plätze gut und landete auf Rang 20.

„Schön, toll, wirklich supersauber.“

ARD-Experte Sven Hannawald über Leyhes zweiten Sprung

Der ARD-Experte Sven Hannawald kam beim Zuschauen ins Schwärmen: „Schön, toll, wirklich supersauber.“ Danach driftete er aber ein wenig ins Skispringer-Latein ab, dem nicht jeder Zuschauer mächtig ist: „Tendenziell würde ich fast sagen, dass ein bisschen wenig Ski ist, aber er kann es irgendwie haushalten, bleibt in der Fluglage, macht nicht so viel, dass er dann auch die Höhe verliert, die Skiführung ist ein bisschen zu flach, das ist wirklich an der Grenze, heißt natürlich, dass er keine Geschwindigkeit verliert, aber wenn er vielleicht ein, zwei Grad mehr stehen würde, würde er auch keine Höhe verlieren.“ Ah, ja, alles klar.

Der Springer selbst findet Worte für seine Luftfahrt, die für den Nicht-Skisprung-Experten verständlicher sind: Der zweite Sprung war deutlich besser als im ersten.“ Leyhe verabschiedete sich dann schon ins Wochenende, denn er setzte seine Worte in der ARD so fort: „Ja, so sollte ich das Wochenende anfangen, der Sprung war gut, nur die Landung war etwas zögerlich, aber ich komme etwas nach rechts, da ist der Hang durch den Schneefall etwas weich, deswegen ist es eher eine Sicherheitslandung.“

Mit diesem Flug hält Leyhe weiter die Top Ten der Tournee.-Gesamtwertung im Blick. Er wird vor dem heutigen letzten Springen auf Rang elf notiert. Ein Platz, der ihn wieder ein Stückchen näher in Richtung Olympia bringt. (rsm)

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