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Ein Geist und eine große Geste

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Sascha Herrmann, Ressortleiter Sport
Sascha Herrmann, Ressortleiter Sport © Nadine Maaz

In dieser Wochenendkolumne dreht es sich um den Abbruch der Tischtennissaison, um Handball - und eine große Geste.

Die Tischtennis-Saison ist abgebrochen. Schluss, aus, vorbei. Früh – nach unserer Meinung viel zu früh – hat der Hessische Tischtennis-Verband diese Entscheidung getroffen. Was wir im Detail davon halten, hat unser Kollege Manuel Kopp in seinem Kommentar auf unserer heutigen ersten Lokalsportseite zum Ausdruck gebracht.

Der TV Hersfeld, dessen Spiel in der Handball-Landesliga in Wollrode am vergangenen Samstag ausfallen musste, trifft heute Abend in der Geistalhalle auf den VfL Wanfried. 200 Zuschauer sind nach der 2G-plus-Regel zugelassen, dazu kommen etwa 50 Offizielle beider Seiten. Vollkontakt-Sport mit Zuschauern soll in diesem Fall also funktionieren – Tischtennis dagegen nicht. Das muss man nicht verstehen.

Zwei Wettkämpfe bestreiten Bosserodes Bundesliga-Kegler an diesem Wochenende. Darunter auch die abgebrochene Partie gegen Münstermaifeld. Beim direkten Duell war kürzlich ein Kegler der Pfälzer auf der Bahn kollabiert und tragischerweise im Rettungswagen verstorben. Zu seinen Ehren treten die Münstermaifelder noch einmal an und nehmen die mehr als 200 Kilometer weite Anfahrt nach Wildeck am Sonntagmorgen auf sich. Das ist mehr als Sport. Eine große Geste. Gänsehaut.

Begeistert hatten nicht ausschließlich Eishockeyfans die Auftritte der deutschen Nationalmannschaft bei ihrer sensationellen Silber-Show der Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang verfolgt. Absolut sehenswert ist aktuell die ZDF-Doku (in der Mediathek) über die Mannschaft von Trainer Toni Söderholm. Glaube, Wille und ein ausgeprägter Teamgeist waren stabile Säulen des Erfolgs von 2018. Umso interessanter ist es, wie die deutschen Cracks das enttäuschende 1:5 gegen Kanada im Auftaktspiel verkraftet haben. Gastgeber China sollte heute kein Gradmesser sein. Doch schon am Sonntag gegen die USA muss sich zeigen, ob der Geist von Pyeongchang jetzt auch den Weg nach Peking gefunden hat.

Blicken wir zum Abschluss noch einmal aufs Wochenende im Kreis: Die Handballerinnen der TG Rotenburg und der SG Schenklengsfeld spielen nicht, die Handballer der HSG Werra WHO auch nicht. Grund sind – Sie ahnen es – Corona-Fälle. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um zu wissen, dass sich in den kommenden etwa vier Wochen entscheidet, was mit der gesamten Saison im Amateursport wird. Und da bleibt uns im Moment nur eines: Hoffnung.

Schönes Wochenende – und bleiben Sie gesund.

Von Sascha Herrmann

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