Fußballer Marc Kohlmann von Rot Weiß Burghaun malt Bilder

Ein Künstler abseits des Rasens

Marc Kohlmann, Fußballer von Rot Weiß Burghaun, sitzt in seinem Atelier in Burghaun im Sessel.
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Hier fühlt er sich wohl: Marc Kohlmann, Fußballer von Rot Weiß Burghaun, in seinem Atelier mit Blick auf die 6500-Seelen-Gemeinde Burghaun. An der Wand im Hintergrund hängen einige seiner Arbeiten.

Kunst ist wohl mit die extremste Art, sich selbst auszudrücken. Der Burghauner Fußballer Marc Kohlmann (30) hat eine für seine Gattung untypische Leidenschaft entdeckt, um sich zu verwirklichen. Er malt Bilder.

Burghaun – Nein, gelacht hat noch keiner seiner Kumpel, mit denen er seine andere Leidenschaft, den Fußball, teilt. Wenngleich Fußball ein wenig an Reiz verloren hat. Ganz unbewusst und schleichend. Früher wurde er gar mal mit Hünfeld II Meister in der Gruppenliga, mittlerweile ist die Reserve seines Heimatclubs die Norm. B-Liga.

Ambitioniert ist das nicht mehr, sagt er schmunzelnd, und doch gibt ihm der Fußball noch immer viel. Mittlerweile vor allen Dingen neben dem Platz, nach dem Spiel. Die Gemeinschaft, das Feiern. Kohlmann mag das. Faschingsbegeistert ist er ebenfalls und landete im Vorjahr mit einem seiner außergewöhnlichen, selbstgestalteten Kostüme im hr-Fernsehen.

Die Herleitung, dass dieser junge Mann nun den Pinsel schwingt, ist gar nicht einfach. Kunst- und kulturbegeistert war er schon immer. Die Dinos im Frankfurter Senckenberg-Museum hat er dutzende Male bewundert. Später sah er seinem Vater über die Schulter. Der malte früher selbst und entwirft Faschingskulissen. Noch heute findet sich in Kohlmanns schmuckem, hellem Atelier mit Blick über Burghaun ein Bild des Vaters. Doch noch in der Schule war er in Kunst nicht gerade auffällig, wenngleich eine Zwei im Zeugnis bereits ein Ausrutscher war. Vor einigen Jahren entdeckte er dann das hyperrealistische Bild „Pupil“ des südafrikanischen Künstlers Jono Dry. Es zog ihn in seinen Bann. Jetzt wollte er malen.

Mit You-Tube-Videos lehrte er sich selbst. Einen Kurs besuchte er nie. Dafür Ausstellungen. In Frankfurt, wo er als Analyst im Finanzsektor arbeitet, lässt er beinahe keine aus. Selbst hätte er im vergangenen Jahr erstmals eigene Kunstwerke ausgestellt. Corona verhinderte das. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der 30-Jährige sieht das entspannt, schließlich ist Malen seine Leidenschaft. Natürlich verkauft er seine Werke. Nicht alle, seine Lieblingsbilder liegen ihm zu sehr am Herzen. Aber der Stundenlohn sei bescheiden. Oft verliert sich Kohlmann in der Zeit. Er will perfekt arbeiten. Manches Bild, so ehrlich ist er, verliere gar an Qualität, je länger er daran arbeitet. Für ein gezeichnetes Porträtbild, die er meist als Auftragsarbeit anfertigt, gehen mindestens 20 Stunden ins Land.

Richtig aufgehen lässt ihn diese Arbeit nicht. Sein Kunstverständnis ist ein anderes. Lieber malt er, lässt seiner Kreativität freien Lauf. Die Bilder entstehen erst, wenn er an der Staffelei steht. Nach und nach. Oft ist der Gemütszustand entscheidend. Ist Kohlmann mies drauf, werden die Striche härter und schneller, die Bilder gewinnen an Düsterheit. Die Regel ist das nicht. Doch eines ist fast immer gleich. Kohlmann malt Frauen. Sie seien schlicht und ergreifend die schönsten Geschöpfe.

» Kontakt: Wer sich einen Überblick über Marc Kohlmanns Werke verschaffen oder mit dem Künstler Kontakt aufnehmen möchte, kann dies über seinen Instagram-Kanal tun. Dort ist er unter dem Benutzernamen marc_k09 zu finden.

Von Johannes Götze

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