Ein Mann klarer Worte

Die treuen Seelen im Verein: Thomas Bläsing vom TSV Herfa

Thomas Bläsing ist das Gesicht des TSV Herfa. Diese Aufnahme entstand am 10. Juni 2015, als der Verein durch den 1:0-Sieg in Sorga in die Kreisoberliga aufstieg.
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Thomas Bläsing ist das Gesicht des TSV Herfa. Diese Aufnahme entstand am 10. Juni 2015, als der Verein durch den 1:0-Sieg in Sorga in die Kreisoberliga aufstieg.

Thomas Bläsing beeinflusst das Vereinsleben im Werratal wie kaum ein anderer.

Herfa - Thomas Bläsing ist ein Mann klarer Worte. Hin und wieder eckt er an. Seit Jahr und Tag ist der 63-Jährige in unterschiedlichsten Funktionen für den TSV Herfa aktiv – jetzt auch als treibende Kraft der Fußballer der SG Werratal. Er polarisiert. Dessen ist er sich durchaus bewusst. „Wenn ich einen Standpunkt vertrete“, sagt er, „bin ich davon überzeugt, dass er der Richtige ist. Ich hab’ mir Gedanken gemacht, dass es funktioniert. Ich lasse mich überzeugen – aber dann müssen die Argumente sehr gut sein“.

Spätestens 2008 trat Bläsing in Erscheinung, als er an der Seite des Spielertrainers Christian Kraus Herfas Fußballer wachküsste und sie aus der C-Liga bis in die Kreisoberliga führte. Bläsing hatte den Job des Abteilungsleiters übernommen; auch als Wanderwart fungierte er zuvor in seinem Verein – seit drei Jahren ist er Vorsitzender. Wenn man ihn fragt, was ihm das Amt an der Vereinsspitze bedeute, kratzt der 63-Jährige seine Leidenschaft und Nachhaltigkeit an, die in ihm wohnt. In Herfa gebe es keine Kneipe und Begegnungsstätte mehr, und der TSV sei längst zum Treffpunkt geworden, an dem so manches geboten werde.

„Wenn ein Ort kein Vereinsleben mehr hat, ist er kontaktlos. Deshalb muss die Tradition fortgesetzt werden. Sie muss gelebt werden. Das verfolgen wir. Da sind wir immer wieder dran.“ Wenn man niemanden habe, der sich dafür einsetze, betont Bläsing, „sind wir am Ende. Dann sind wir erledigt“. Deshalb sei es wichtig, dass Mitglieder ihre Mitgliedschaft auch leben. Und der erste Mann des TSV ist stolz darauf, dass „unsere Gymnastikabteilung mit Leben gefüllt ist. Auch die Wander-Abteilung“. Es beschäftigt ihn, was danach kommt beim TSV.

„Es macht mir große Sorgen, dass aus der jüngeren Generation keiner mehr Verantwortung übernehmen will.“ Finanziell sei der Verein vom Biegenrain noch gut aufgestellt zu Corona-Zeiten, „die Leute sind zu uns gekommen. Das hat uns gerettet. Das hat uns am Leben gehalten“. Natürlich habe auch der TSV ein „unheimliches Engagement“ Ehrenamtlicher gebraucht, um die Anforderungen zu bewältigen. Regina Göttlicher ist beispielsweise die Hygienebeauftragte.

Wer Bläsing sagt, meint auch die SG Werratal – den Fußball-Zusammenschluss des VfB Heringen und des TSV Herfa. Es sei „ein enormer Kraftakt“ gewesen, um die SG, die seit Sommer 2019 existiert, zu realisieren. „Die Zusammenarbeit funktioniert bis zum heutigen Zeitpunkt einwandfrei“, bestätigt Herfas Chef. Nicht zuletzt die Trainer Christian Kraus und Daniel Methner leisteten sehr gute Arbeit.

Sein „allererster Ansprechpartner“ sei indessen Kai Jordan vom VfB, „die Chemie stimmte von Anfang an“. Jordan, der sein Engagement als Tischtennisspieler in Heringen derzeit ruhen lässt, antwortet, als seien beide Zwillinge im Geiste. „Es ist manchmal nicht ganz einfach“, aber in eineinhalb Jahren Zusammenarbeit habe es „noch nicht einen Ansatzpunkt“ gegeben, der unüberwindbar gewesen wäre. „Es läuft fantastisch zwischen uns. Thomas Bläsing ist das Gesicht des TSV Herfa. Ein Mann, ein Wort. Auf ihn ist Verlass. Ich kann nur in höchsten Tönen über ihn sprechen.“

Bläsings Gedanken und Standpunkte müssen gut gewesen sein in den vergangenen Jahren. „Er macht, wie er es will. Aber er hat Erfolg und viel für den TSV Herfa geleistet“, ergänzt Werner Prokop. Auch der ist mit dem Verein verwurzelt.

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