Ein Ring bringt die Entscheidung

Hubert Hartmann aus Röhrda ist Deutscher Meister mit der Luftpistole

Deutscher Meister mit der Luftpistole: Hubert Hartmann präsentiert die Goldmedaille, die Urkunde und sein Sportgerät.
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Deutscher Meister mit der Luftpistole: Hubert Hartmann präsentiert die Goldmedaille, die Urkunde und sein Sportgerät.

Der Werra-Meißner-Kreis hat einen weiteren Deutschen Meister: Hubert Hartmann aus Röhrda.

Röhrda – Wenn Winzigkeiten über Sieg und Niederlage, über die Gold- oder die Silbermedaille entscheiden, dann liegen Jubel und Tränen ganz dicht beieinander. So geschehen bei der Deutschen Meisterschaft 2021 der Sportschützen, die ihre Titelträger auf der altehrwürdigen Olympia-Schießanlage von 1972 in München ermittelten.

Einer unter mehr als 6000 Athleten war Hubert Hartmann aus Röhrda, der in der Herren Altersklasse IV an den Start ging, insgesamt 60-mal mit der Luftpistole aus 25 Metern auf die Scheibe zielte und am Ende mit 561 Ringen den Deutschen Meistertitel mit nur einem einzigen Ring Vorsprung bejubeln konnte.

„Ich musste erst begreifen, was da gerade passiert war, unfassbare Gedanken schießen dir im wahrsten Sinne des Wortes durch den Kopf, du fragst dich, ist das wahr oder ein Traum“, wirkt Hubert Hartmann auch mit etwas Abstand zu den Geschehnissen von München noch total angespannt, so richtig kann er den Dingen noch keinen freien Lauf lassen.

Siegerehrung: Gänsehaut war nicht zu verbergen

„Ich weiß aber noch genau, dass ich sofort meine Frau telefonisch informiert habe, die im Königlichen Hirschgarten auf eine Nachricht von mir gewartet hat“, erzählt der 61-Jährige und schwenkt sofort zur Siegerehrung.

„Als die Goldmedaille um meinen Hals hing und das legendäre ‘We are the Champions’ von der Gruppe Queen erklang, konnte ich die Gänsehaut nicht mehr verbergen, diese Musik, die mir bescheinigte, dass ich etwas Großes vollbracht habe, spiegelte sich in meinem tiefsten Inneren wieder“, lässt Hubert Hartmann seinen Gefühlen freien Lauf. Und der Stolz wird noch erhabener, wenn er einen Blick auf die Konkurrenz wirft.

Den einen besagten Ring zurück rangierte Silbermedaillengewinner Harald Vollmer aus Bad Frankenhausen und erst dann passierte Uwe Pottek vom PSV Olympia Berlin die Ziellinie. Der mittlerweile 66-Jährige holte 1976 in Montreal olympisches Gold in der Disziplin Freie Pistole und gewann auch mehrere WM-Titel.

Insgesamt verlangt der Wettbewerb in den beiden Kategorien „Präzision“ und „Duellschießen“ jeweils sechsmal fünf Schüsse, wobei nach zehn Versuchen eine Zwischenwertung ermittelt wird.

Der Sieg wurde gebührend gefeiert

Die erste Disziplin sah Hubert Hartmann nach den Durchgängen mit 90, 98 und 91 Ringen nur auf Platz vier mit 279 Ringen, da aber die Konkurrenz in Runde zwei erheblich schwächelte, reichten dem Sportschützen, der für den KKSV Bischhausen und den SV Hegelsberg-Vellmar aktiv ist, zweimal 93 und einmal 96 zu finalen 282 Ringen, die ihm im Gesamtergebnis 561 Ringe bescherten.

„Dass die Nerven beim Wettkampf angespannter als beim Training sind, hat mein Ergebnis gezeigt, mit dem ich mich für München qualifiziert habe. Unter der Aufsicht unseres Sportleiters sowie des Vorsitzenden vom SV Hegelsberg-Vellmar, die das Resultat beglaubigen mussten, standen 567 Ringe unter dem Strich“, berichtet Hubert Hartmann, dass sein Bruder Jürgen, 1984 Olympiateilnehmer in Los Angeles, zu den ersten Gratulanten gehörte, „der besonders meinen Sieg über Uwe Pottek bestaunte.“

Und freilich wurde auf die Deutsche Meisterschaft schon in München gebührend angestoßen. Hartmann: „In Röhrda wurde parallel in abgespeckter Form Kirmes gefeiert.“ In München erwartete Ehefrau Regina ihren Ehemann im riesigen Areal vom Hirschgarten, wo über 8000 Biergarten-Gäste einen Sitzplatz finden. (Harald Triller)

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