1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

TVH hat eine abenteuerliche Serie hinter sich

Erstellt:

Kommentare

Helena Schade (am Ball) und Finja Rollmann haben mit der C-Jugend des TV Hersfeld Erfahrungen in der Oberliga Hessen gesammelt.
Helena Schade (am Ball) und Finja Rollmann haben mit der C-Jugend des TV Hersfeld Erfahrungen in der Oberliga Hessen gesammelt. © Stefan Kost-Siepl

Corona und starke Konkurrenz: Die C-Jugendhandballerinnen des TV Hersfeld haben die Saison in der Oberliga Hessen, Gruppe 1, auf dem sechsten Tabellenplatz abgeschlossen.

„Komm mit mir ins Abenteuerland, auf deine eigene Reise“ – so heißt es im gleichnamigen Titel von PUR aus dem Jahr 1995. Und auch wenn die jungen Handballerinnen des TV Hersfeld da längst noch nicht geboren waren, passt der Text doch ganz gut zu ihrer Saison in der Oberliga Hessen.

Die Saison

Ein Sieg bei Schlusslicht Nordenstadt (25:22), ein Remis beim Tabellenfünften Wallstadt (25:25) – dazu vier teils deutliche Niederlagen. Beim knappen 24:25 gegen den Dritten Bruchköbel wäre mehr drin gewesen. Unterm Strich steht für die C-Jugendhandballerinnen der vorletzte Tabellenplatz in der Gruppe 1 der Oberliga Hessen – nennen wir sie das Abenteuerland.

Corona und die Folgen

Aufgrund der Pandemie und den daraus folgenden Spielausfällen gab es zu viele Pausen. „Uns fehlten der Spielrhythmus und dadurch auch die Konstanz in unseren Leistungen“, sagt Olaf Rollmann, der die Mannschaft seit der E-Jugend gemeinsam mit Jens Bittorf trainiert. In der D-Jugend hatten die Hersfelderinnen erfolgreich in der Bezirksliga gespielt. Die Saison 20/21 wurde wegen Corona gar nicht erst ausgetragen. Erst im Mai 2021 kehrten die Handballerinen zum Training in die Halle zurück.

Es folgte in dieser Saison die erfolgreiche Qualifikation für die Oberliga. „Den Mädchen fehlt ein komplettes Jahr C-Jugend. Der Sprung in die Oberliga ist deshalb riesig gewesen. Vor allem körperlich sind die meisten Gegnerinnen uns deutlich überlegen“, berichtet Jens Bittorf. Er spricht von einer C-Jugend-Zeit im Express-Tempo. Mit gerade einmal zehn Pflichtspielen.

Die Mannschaft

Sie setzt sich komplett aus talentierten Handballerinnen des Jahrgangs 2007 zusammen. „Wir sind klein und schnell“, sagen die Trainer. Zwölf Spielerinnen gehören zum Team des TVH. Sieben spielen in der Bezirksauswahl – vier davon trainieren zusätzlich im Stützpunkt in Kassel, der bislang zur Bildung des Hessenkaders diente. Es sind Lena Berk, Torhüterin Lale Su Örde, Trainertochter Finja Rollmann und Maria Schleinig. Beste Torschützinnen sind Finja Rollmann (30 Treffer) und Jens Bittors Tochter Madlen, der 25 Treffer gelungen sind.

Das Fazit

„Wir sind eigentlich zufrieden, denn wir sind nicht Tabellenletzter in unserer Gruppe geworden“, sagt Olaf Rollmann. Und Jens Bittorf ergänzt: „Wir können in der Liga mithalten, uns allerdings nicht mit den Besten messen. Das geht in den direkten Duellen nur phasenweise.“ In einem aber sind sich die beiden einig: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Es war richtig, in der Oberliga anzutreten. Wir haben viel gelernt.“

Das Problem

Da sind wir wieder im Abenteuerland. In den Ballungszentren Frankfurt und Gießen gibt es wesentlich mehr talentierte Handballerinnen, was den Klubs bei der Kaderzusammenstellung zugutekommt. „Andere Gegner können im Spiel munter durchwechseln, ohne dass sie einen Qualitätsverlust haben. Das geht bei uns nicht“, sagt Rollmann. Für den TVH sei es äußerst schwer, Spielerinnen zu finden. Grund: Die besten Talente aus dem Kreis spielen schon für Hersfeld. Für Testspiele müssen die Hersfelder weite Fahrten auf sich nehmen, weil im näheren Umkreis Gegner fehlen, die mit dem TVH mithalten können.

Die Zukunft

Es könnte sein, dass noch das Platzierungsspiel gegen den Tabellensechsten der anderen Gruppe ansteht. Gegner wäre dann die JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode. Ein Termin steht laut Trainerteam bislang noch nicht fest. In dieser Partie würde es um den elften Platz in der Abschlusstabelle gehen.

Danach rückt die Hersfelder Mannschaft komplett in die B-Jugend auf und strebt dort ebenfalls die Qualifikation für die Oberliga an. „Wir haben die Mädels gefragt und sie haben sich alle dafür ausgesprochen, es erneut in der Oberliga zu versuchen“, berichten die Trainer Bittorf und Rollmann. Klingt so, als würde die nächste Reise ins Abenteuerland warten.

Kaum ein Durchkommen: Finja Rollmann (in Pink) und ihr Team hatten es gegen die körperlich überlegenen Gegnerinnen nicht leicht. Hinten Maria Schleinig.
Kaum ein Durchkommen: Finja Rollmann (in Pink) und ihr Team hatten es gegen die körperlich überlegenen Gegnerinnen nicht leicht. Hinten Maria Schleinig. © Stefan Kost-Siepl

Auch interessant

Kommentare