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Eintracht in der Region: 1500 Zuschauer sehen das 6:0 der Frankfurter Traditionsmannschaft in Borken

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Von: Gerd Brehm

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Elegant: Frankfurts Rudi Bommer (r.) im Zweikampf mit Borkens Michael Funder. © Artur Schöneburg

Manche Altersgenossen sichern sich schon mal einen Platz im Senioren-Wohnheim. Aber der Mann, der innerhalb von 19 Jahren (1972 - 1991) 602 Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt absolviert hat, spielt noch Fußball. Am Samstag hat das Charly Körbel im Borkener Blumenhain-Stadion getan, wo mehr als 1500 Menschen einen wunderschönen Nachmittag verbrachten.

Borken – Allen voran Dario Stüssel. Als der Borkener Eintracht-Fan von der Kampagne „Eintracht in der Region“ erfuhr, schickte er kurzerhand die Bewerbung seines SV Grün-Weiß nach Frankfurt und seine Glückssträhne begann. Grün-Weiß erhielt den Zuschlag für das Gastspiel der Traditionsmannschaft, der 28-Jährige wurde mit einer Ausnahmegenehmigung für das Borkener Ü-35-Team nominiert. Und Lisa-Marie war einverstanden, als er seiner Freundin in der Halbzeitpause einen Heiratsantrag machte.

Chancen gab es zuhauf

Bei soviel Gutem war die 0:6 (0:2)-Niederlage seiner Mannschaft zu verkraften. Ungefähr in dieser Höhe hatten viele Zuschauer den Frankfurter Sieg erwartet. Denn neben Körbel zeigten auch so berühmte Altstars wie Rudi Bommer, Norbert Nachtweih, Slobodan Komljenovic, Mo Idrissou, Thomas Zampach und Ervin Skela, dass ihnen der Ball noch gehorcht. Torchancen gab es auf beiden Seiten zuhauf, aber die Gastgeber krönten ihre zahlreichen sehenswerten Kombinationen nicht. So gingen nicht alle Wünsche in Erfüllung, die Kay Norwig kurz vor der Pause geäußert hatte. „Wir wollen mitspielen, uns nicht abschlachten lassen und mindestens ein Tor erzielen“, sagte der Borkener Abwehrspieler. Auf der anderen Seite blieben zwar ebenfalls jede Menge Chancen liegen, aber schließlich schossen Komljenovic (2), Zampach, Idrissou (2) und Skela den standesgemäßen Sieg heraus.

Bei soviel Nostalgie war es kein Wunder, dass unter den Zuschauern auch die ältere Generation stark vertreten war. Und es spielte überhaupt keine Rolle, dass die Eintracht für die langjährige Gladbach-Anhängerin Annerose Schröder der Lieblingsverein Nummer zwei ist. Die 71-Jährige hatte zwei Eintrittskarten bei der HNA-Verlosung gewonnen und freute sich besonders auf Körbel. „Ich bin seit mehr als 50 Jahren Fußballfan und habe früher auch selbst gespielt“, erzählte die Borkenerin. Dieter Keim kommt aus Singlis und drückt bei nur zwei Punktspielen pro Saison der Eintracht nicht die Daumen. „Das ist bei den Begegnungen mit Borussia Dortmund der Fall“, sagt der 75-Jährige, der ebenfalls auf Körbel besonders gespannt war.

Charly Körbel hat noch Pläne

Der allseits beliebte Bundesliga-Rekordspieler kündigte unterdessen an, dass er noch langfristige Pläne hat. „Mein Vorbild ist Horst Eckel, der mit 82 Jahren noch bei Hallenturnieren mitgespielt hat“, sagte Körbel, der schon mehr als 300 Partien in verschiedenen Traditionsmannschaften absolviert hat. „Vielleicht schaffe ich ja auch als Fußballrentner insgesamt 602 Spiele“, scherzt der 67-Jährige.

Auch Rudi Bommer will sein liebstes Hobby noch lange ausüben. „Solange ich gesund bin, werde ich Fußball spielen“, sagt der 65-Jährige, der Mitte der Achtzigerjahre von Franz Beckenbauer sechsmal für die Nationalmannschaft nominiert wurde. „Das Ballgefühl verlernt man nicht“, freut sich Bommer, der stets die Treffen mit den früheren Mitstreitern genießt und in Borken von der bestens vorbereiteten Veranstaltung begeistert war.

Wochenlang hatte das Organisationsteam, aus dem neben Stüssel auch Hanne Kiwitt, Uli Kiwitt und Matthias Fennel hervorzuheben sind, keine Mühen gescheut, um den 24. September zu einem für die Fußballfans der Region unvergesslichen Tag zu machen. Dabei waren der Wettergott und 75 Helfer wichtige Unterstützer. (Gerd Brehm)

Die Statistik:

Borken: Seidel - Clobes, Hoim, Riehl, Rommel - Koch, Funder, Wagner, Kurzrock - Brandt, Nolting - Eingewechselt: Germ (Torwart), Ben Ali, Berger, Schwarzer, Frank, Gerguri, Bötterling, Stüssel, Norwig, Pauls, Stöcker, Vollbrecht

Frankfurt: Hoffelner - Amstätter, Körbel, Dworschak, Nadarouglu - Zampach, Bommer, Komljenovic, Herzberger - Skela, Idrissou - Eingewechselt: Nachtweih, Kaymak, Balzer, Gerster, Klandt, Tobolik, Binz, Conrad

SR: Schmidt (Kerstenhausen) - Z: 1500.

Tore: 0:1 Komljenovic (8.), 0:2 Zampach (38.), 0:3 Idrissou (50.), 0:4 Idrissou (62.), 0:5 Skela (66.), 0:6 Komljenovic (70.).

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