Erfolgreicher Hammerwerfer der 50er und 60er-Jahre

Elfmal trug er das Nationaltrikot - "Hanne" Wulff feiert 80. Geburtstag

Hans Wulff zu seinen aktiven Zeiten. Der früher erfolgreiche Hammerwerfer feierte seinen 80. Geburtstag.

Söhrewald. Wenn Hans Wulff von früher erzählt, dann hört sich das manchmal so an, als wäre es erst gestern gewesen. Der erfolgreiche Hammerwerfer früherer Zeiten, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, hat viele Ereignisse noch sofort präsent und kann in launiger Art und Weise davon berichten.

Auch davon, dass er 1961 beim Länderkampfsieg gegen die USA in Stuttgart seinen ewigen Widersacher Hans Fahsl schlagen konnte. Und Wulff fällt auch noch ein, dass er neben dem Sieg auf andere Weise für Aufsehen sorgte. An den Sektorengrenzen des Wurffeldes waren als Sicht-Markierungen für die Zuschauer für runde Weiten „so Kisten aufgestellt. Und bei einem 60-Meter-Wurf, habe ich den Hammer direkt in so einer Kiste versenkt“.

Von den Zuschauerzahlen vergangener Zeiten schwärmt Wulff begeistert: „Beim Länderkampf in Warschau waren wohl 60.000, eine unbeschreibliche Atmosphäre.“

Wulff kam 1948 von seinem Geburtsort Güstrow in Mecklenburg über Berlin und Lübeck mit seiner Familie nach Kassel. Sein Vater arbeitete bei Borsig, später bei der AEG. Dort war später auch Wulff beschäftigt.

Hans Wulff war schon früh sportlich begeistert und spielte Fußball beim VfB Lübeck. In Kassel entdeckte dann der legendäre Emil Junghenn am Goethegymnasium Wulffs leichtathletische Talente. Mit Speer, Kugel und Diskus fing er beim damaligen KSV Hessen an, mit Hammerwerfen wurde der hochgewachsene Blondschopf bekannt. Später war Wulff auch als Gewichtheber aktiv und Bundestrainer der Rasenkraftsportler.

Trainiert wurde in den Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Hessenkampfbahn. „Die war natürlich rappelvoll, sodass wir Werfer dort gar nichts machen konnten“, erzählt Wulff. „Wir gingen auf die Karlswiese, da die aber nicht gemäht war, warfen wir aus dem meterhohen Gras.“

Elfmal trug Hans Wulff das Nationaltrikot, fünfmal platzierte sich „Hanne“ von 1958 bis 1953 bei deutschen Meisterschaften im Finale. 1961 wurde er hinter Fahsl Zweiter, 1964 lagen Uwe Beyer und Fahsl vor ihm. Wulffs Bestleistung von 62,61 m datiert vom 21. Mai 1966, erzielt bei einem Klubkampf im Kasseler Auestadion. Bis 2003 war Wulff aktiv, dann erkrankte seine Frau Trudi und er musste kürzertreten. Trudi Wulff, unter ihrem Mädchennamen Dilcher schon eine erfolgreiche Mehrkämpferin, verstarb im November 2009.

Ob Hans Wulff heute an seinem Geburtstag auch die üblichen Kraftübungen im Keller seines Hauses in Söhrewald macht, ist nicht geklärt. Fit hält er sich damit aber genauso wie mit der Gartenarbeit, dem Radfahren und der wöchentlichen Gymnastik bei den „Jedermännern“ des LAV Kassel, dem Nachfolgeverein der KSV-Leichtathleten. Alte Fotos von Hans Wulff gibt es unter http://regiowiki.hna.de/Historische_Sportfotos

Von Peter Fritschler

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