Ehemaliger Verteidiger des KSV Hessen  feiert am Sonntag seinen 75. Geburtstag

Elfmeterschütze Liebich noch immer gut zu Fuß

Zweikampf: Walter Liebich (links) versucht im Pokalspiel gegen den HSV im Februar 1965 im Kasseler Auestadion Uwe Seeler zu stoppen. Foto: nh

Kassel. Es war im Mai 1963: Die deutsche Fußball-Amateurnationalmannschaft nahm an einem Mehr-Nationen-Turnier in England teil. Vor dem Auftaktspiel suchte Trainer Helmut Schön einen sicheren Elfmeterschützen. Also mussten die Spieler Elfmeter gegen Torwart Sepp Maier schießen. Einer ragte heraus: Abwehrspieler Walter Liebich.

„Alle meine zehn Bälle saßen“, erzählt Liebich heute noch stolz, wie er den späteren Weltmeister-Torwart der Bayern an jenem Tag ein ums andere Mal vernaschte.

Somit bestimmte Schön, der elf Jahre später mit der A-Nationalmannschaft Weltmeister wurde, Liebich als Elfmeterschützen. „Ich habe bis auf einen Pfostenschuss alle Strafstöße verwandelt“, erinnert sich Liebich, der am morgigen Sonntag seinen 75.Geburtstag feiert. Im Anschluss an seine internationale Karriere mit insgesamt 13 Einsätzen spielte der eisenharte Verteidiger von 1964 bis 1971 beim Regionalligisten KSV Hessen und wechselte anschließend zum KSV Baunatal, mit dem er auf Anhieb den Hessenliga-Aufstieg schaffte.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters schnürt Walter Liebich noch immer die Fußballstiefel. Nach dem Tod seiner Frau Monika (im vergangenen August) und einem Jahr Fußball-Pause „möchte ich für die nordhessische Regionalauswahl wieder auflaufen“, blickt der Jubilar seinem baldigen Comeback an der Seite von zum Beispiel Holger Brück, Manfred Grawunder, Frank Höhle, Bernd Lichte und Peter Palupski entgegen.

Dass er körperlich noch so gut drauf ist, verdankt er auch seinem Jack-Russell-Rüden Pedro, mit dem er täglich dreimal etwa ein bis zwei Stunden unterwegs ist. Und da ist noch die Liebe zu den Bergen: Anfang der Woche brach er nach Tirol auf, um in den Tuxer Alpen auf Wanderschaft zu gehen. „Dort lege ich im Schnitt etwa 30 Kilometer pro Tag zurück. In Weer am Fuße des 2500 Meter hohen Gilbert werde ich auch am Sonntag meinen Geburtstag verbringen“, sagte Liebich kurz vor seiner Abfahrt nach Österreich.

Von Günter Grabs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.