Fußball-Bundesliga: 1:3 gegen Nürnberg / Fans sauer nach der nächsten Blamage

96 endgültig im Abstiegskampf

Drei Spiele, drei Niederlagen: Seinen Job bei Hannover 96 hat sich der neue Trainer Mirko Slomka auch anders vorgestellt. Foto: dpa

hannover. Wie will Hannover 96 sich aus der Krise spielen? Auf diese Frage hatten Spieler und Trainer der „Roten“ nach einer erneuten blamablen Vorstellung beim 1:3 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg wieder keine Antwort. Ratlosigkeit, gepaart mit Hoffnungslosigkeit, allenthalben bestimmt derzeit die düstere Szenerie beim Drittletzten der Fußball-Bundesliga.

„Wir stehen jetzt jede Woche hier und suchen nach Erklärungen und finden keine“, meinte 96-Mittelfeldspieler Arnold Bruggink. Und der wieder mal enttäuschende und enttäuschte Jan Rosenthal: „Es fehlt ein Erfolgserlebnis, was die Unsicherheit nur noch vergrößert. Und dann ist es so, dass wir im Moment viele falsche Entscheidungen treffen.“

Einer freute sich allerdings besonders über diesen Sieg in der mit nicht mal mehr als 27 000 Zuschauern dünn besetzten AWD-Arena. Dieter Hecking, bei den 96ern im August vergangenen Jahres geschasst, kehrte nun als neuer Trainer des 1. FC Nürnberg an seine alte Wirkungsstätte zurück. Und wer konnte es ihm da verübeln, dass ihn dieses 3:1 wieder Hoffnung gibt, sich vom vorletzten Tabellenplatz doch noch in den kommenden Spielen aus dem Abstiegssumpf herauszuziehen. Im Gegensatz zu den Hannoveranern herrscht bei den Franken Zuversicht, es noch packen zu können und nicht Resignation.

Seit neun Spielen warten die „Roten“ nunmehr auf einen Sieg, fünf Niederlagen in Folge haben das Nervenkostüm dermaßen ins Flattern gebracht, dass sich auch Torwart Florian Fromlowitz davon hat anstecken lassen. Zwar musste er das 0:1 und auch das 1:3 nicht halten, doch beide Male rutschte ihm das Leder durch die „Hosenträger“. Also, halten hätte man die Schüsse des Schweizers Albert Bunjaku schon können. Bunjaku war es auch, der das 2:0 mit einem Direktschuss erzielte, an dem Fromlowitz allerdings machtlos war, weil Rechtsverteidiger Sergio Pinto erneut Bunjaku hatte gewähren lassen wie auch beim 0:1.

Hoffnung keimte noch einmal auf bei den Gastgebern, als Jiri Stajner nach dem 0:2 (64.) im Gegenzug das 1:2 nach schöner Vorarbeit von Hanno Balitsch gelang. Doch diese Hoffnung wurde nur vier Minuten später im Keim erstickt, als der dreifache Torschütze Bunjaku nach einem tollen Pass von Angelos Charisteas allein auf Fromlowitz zulief und für den endgültigen K.o. der Hannoveraner sorgte. Drei Chancen hatten die Gäste und machten daraus drei Treffer. Effektiver geht"s nimmer.

Slomkas Bilanz verheerend

Die Bilanz des neuen 96-Trainers Mirko Slomka sieht nach drei Spielen mit drei Niederlagen verheerend aus. Und auch die Spielanalyse von Slomka lässt kaum Raum für Hoffnung, sich aus dem Schlamassel noch heraus zu katapultieren: „Ein verdienter Sieg der Nürnberger. Für uns ist das eine große Enttäuschung. Ich kann die Negativäußerungen der 96-Fans verstehen. Nach dem 0:1, das wir unbedingt hätten verhindern müssen, ist das Team in sich zusammengesackt.“ Nun wolle er nach diesem erneuten Debakel Entscheidungen treffen, die wehtun. Man darf gespannt sein, wie diese aussehen. (gsd)

Von Walter Gleitze

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