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Energiekrise im Sport: ACT Kassel aktuell noch in Habachtstellung

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Alles weitgehend normal: Beim Basketball-Verein ACT Kassel werden aktuell noch keine Maßnahmen zum Energiesparen umgesetzt. Jedoch ist die Sorge vor einem Zuspitzen der Situation groß. Symbo
Alles weitgehend normal: Beim Basketball-Verein ACT Kassel werden aktuell noch keine Maßnahmen zum Energiesparen umgesetzt. Jedoch ist die Sorge vor einem Zuspitzen der Situation groß. Symbo © Imago/Ulmer

Die Energiekrise hat Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft – auch auf den Sport. Wir fragen nach, welche Folgen das für die Vereine in Stadt und Kreis Kassel hat.

Kassel – Nun ist es schon soweit, dass eine Gastmannschaft selbst nach einer Niederlage glücklich nach Hause fährt. Das berichtet Ilse Kühn, Abteilungsleiterin und Bezirksvorstand von der ACT Kassel. Der Grund für die Freude: die noch immer warmen Duschen nach einem Basketball-Spiel in der Emil-Junghenn-Halle.

Bisher werden laut Kühn beim ACT noch keine Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Neben den Duschen sind auch die Hallen noch warm, die Lichter eingeschaltet. „Wir müssen überlegen, wo wir wir etwas einsparen können. Das Problem steht hier noch nicht so richtig im Fokus, aber wir können die Augen nicht davor verschließen“, sagt Kühn.

„Wenn Stadt und Landkreis sagen, die Duschen bleiben kalt, dann bleiben sie kalt“

Zwar denke man bereits darüber nach, was alles auf den Verein zukommen könnte, Lösungen gebe es bisher aber nicht. „Wir müssen schauen, wie sich das Ganze entwickelt und können erst Entscheidungen treffen, wenn die Situation klar ist. Im Augenblick ist es ein Abwarten“, sagt Kühn.

„Wenn Stadt und Landkreis sagen, die Duschen bleiben kalt, dann bleiben sie kalt.“ Aktuell äußert sich die Stadt nur insofern, dass „das in der Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung verordnete Beheizungsverbot von Gemeinschaftsflächen wie Fluren, Foyers und sonstiger Nebenräume in den Sporthallen der Stadt umgesetzt wird“.

Das betrifft für die Nutzung der ACT die Emil-Junghenn-Halle, die Halle des Berufsschulzentrums und die neue Uni-Halle. „Weitere darüber hinausgehende Energiesparmaßnahmen bezogen auf Beleuchtung, Warmwasser und Heizung wurden bislang nicht ergriffen“, so Stadtsprecher Victor Deutsch weiter.

Weil die Spritkosten gestiegen sind, wird nun diskutiert, ob der Fahrtkostenzuschuss angehoben wird

26 Teams, darunter sieben Herren-, zwei Damen- und 15 Jugendmannschaften, umfasst der Spielbetrieb der ACT. Da es in Nordhessen nur einzelne Spielstätten gibt, die laut Kühn zudem weit verstreut sind, müssen die Teams für Auswärtsspiele meist weit fahren. Auch die Schiedsrichter legen teilweise Strecken von 400 Kilometern zurück, weil es in Nordhessen wenige Unparteiische mit höheren Lizenzen gibt, die die entsprechenden Ligen pfeifen dürfen.

Im Zuge der gestiegenen Spritkosten wird nun diskutiert, inwieweit der Zuschuss von aktuell 30 Cent pro Kilometer angehoben wird. „Uns ist bange davor, wenn die Kosten erhöht werden“, sagt Kühn, denn: Kann der Verein nicht zahlen, geht er entweder dadurch zugrunde, dass keine Spiele mehr stattfinden können, weil keiner sie pfeifen kann. Oder er muss die Mitgliederbeiträge erhöhen, was schlimmstenfalls ebenso sein Todesstoß sein kann, weil es sich die Mitglieder dann nicht mehr leisten können. „Eine Kettenreaktion“, sagt Kühn. (Lea-Sophie Mollus)

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