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Energiekrise im Sport: Turnerinnen kämpfen mit Temperaturen und Kosten

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Wie wirkt sich die aktuelle Energiekrise auf den Turnsport in der Region aus? Wir haben beim Turnleistungszentrum Kassel nachgefragt, ob dort bereits Sparmaßnahmen umgesetzt werden und wie sich die Krise sonst bemerkbar macht.
Wie wirkt sich die aktuelle Energiekrise auf den Turnsport in der Region aus? Wir haben beim Turnleistungszentrum Kassel nachgefragt, ob dort bereits Sparmaßnahmen umgesetzt werden und wie sich die Krise sonst bemerkbar macht. © Imago

Die Energiekrise hat Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft – auch auf den Sport. Wir fragen nach, welche Folgen das für die Vereine in Stadt und Kreis Kassel hat.

Kassel – Mit gefütterten Fleece-Leggings wappnen sich die Sportlerinnen des Turnleistungszentrums gegen die Kälte in der Halle. In einer der Stammhallen am Sensenstein in Nieste wurden die Temperaturen zwar noch nicht runtergeregelt – „Das wird aber wohl noch kommen“, sagt Michaela Mendra, Stützpunkttrainerin und sportliche Leitung beim Turnleistungszentrum Kassel, bei dem aktuell knapp 30 Athletinnen trainieren.

Im Turnen ist es laut Mendra besonders wichtig, dass der Körper gut erwärmt ist: „Wir gehen in Spreizpositionen, die teilweise übermenschlich sind, da muss man einfach warm sein – zwar von innen, aber das ist sehr schwer, wenn es drumherum kalt ist.“ Durch ihr breit gefächertes Netzwerk weiß die Trainerin, dass Turnerinnen mancher Vereine aufgrund der kühlen Hallen bereits vermehrt mit Zerrungen zu kämpfen haben.

Damit niemand auskühlt, muss der Trainingsplan entsprechend angepasst werden

Sich einfach dicker anzuziehen, ist im Turnsport keine Alternative. „Wir müssen die Körperpositionen sehen, die Kleidung muss eng anliegen“, sagt Mendra. Das ist auch für die Sicherheit wichtig: „Wenn ich eine Turnerin festhalte, will ich sie in der Hand haben und nicht einen Pullover.“ Damit niemand auskühlt, muss der Trainingsplan entsprechend angepasst werden – mit Übungen, die den Puls hochtreiben und das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen, erklärt Mendra.

Michaela Mendra Turn-Trainerin
Michaela Mendra Turn-Trainerin © Fischer, Andreas

Auch das Thema Duschen beschäftigt die Turnerinnen des Leistungszentrums. Das war zuletzt bei einem Bundesliga-Wettkampf in Baunatal nämlich nicht erlaubt, so die Trainerin. „Nicht nur, dass man verschwitzt und voller Magnesia ist, es hat auch rituelle Gründe, warum das Duschen nach einem Wettkampf einfach dazugehört“, sagt sie mit Blick auf die Stärkung des Teamgefühls.

Es bleibt nur abzuwarten, wie sich das Ganze entwickelt

Die Energiekrise wirkt sich aber nicht nur auf die Temperaturen von Duschen und Hallen aus. Auch die Kosten steigen in mehrfacher Hinsicht. Angefangen bei den mit Fleece gefütterten Leggings, die deutlich teurer sind als die normalen aus Lycra-Stoff: „Meine Hose kostet 25 Prozent mehr“, sagt Mendra.

Bis zu den Fahrtkosten. Zwar gibt es einen Zuschuss von bis zu 35 Cent, „der ist aber noch nicht an die Energiekrise angepasst“, sagt die Trainerin und ergänzt: „Weil unser kompletter Haushalt natürlich schon geplant ist, können wir jetzt nicht einfach zehn Cent mehr zahlen. Man konnte ja grundsätzlich nicht damit rechnen, dass die Kosten nun fast doppelt so hoch sind.“ Jetzt heißt es abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. (Lea-Sophie Mollus)

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