Er ist erst am Anfang

Kraftsport: Sedrik Ladner ist Hessischer Meister im Functional Fitness

Fitnesstempel: Die Scheune in seinem Elternhaus funktionierte Sedrik Ladner während der Coronapandemie kurzerhand um.
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Fitnesstempel: Die Scheune in seinem Elternhaus funktionierte Sedrik Ladner während der Coronapandemie kurzerhand um.

In drei von vier Disziplinen gewann Sedrik Ladner jüngst bei den Hessischen Functional-Fitness-Meisterschaften und trägt nun den Titel Hessenmeister.

Sontra – Über Jahre wollte Sedrik Ladner (23) seine Zeiten auf der Motocrossmaschine verbessern. Er hat auf seinem motorisierten Gefährt den Kampf angenommen, eiferte nach Siegen und Trophäen. Bis ihn im Jahr 2012 eine schwere Ellenbogenverletzung aus der Bahn warf. „Das war deprimierend. Leider wurde mein Ellenbogen von den Ärzten nicht richtig gemacht. Ich kann ihn bis heute nicht richtig strecken“, erzählt Ladner.

Fortan fuhr der junge Mann aus Sontra zwar weiter, aber er widmete sich mehr und mehr anderen Sportarten. So zog er die Laufschuhe an und ging mit seinem Freunden zum Pumpen. Richtig professionell wurde der Kraftsport erst als ihn Sophia Krug aus Sontra-Weißenborn zu einer Trainingseinheit in einer Eschweger Crossfit-Box überredete.

Zehn Kilometer ohne Probleme unter 45 Minuten

Prompte leckte Ladner Blut. Höher, weiter, mehr Gewicht – sind seine Ziele, die ihn bis heute antreiben. Anfang 2020 feierte Ladner, der die zehn Kilometer ohne Probleme unter 45 Minuten läuft, an der Seite von André Hossbach (28, Eschwege) den Sieg bei einem vom Sportartikelhersteller Puma organisierten Kraftausdauer-Wettbewerb in Hannover.

Während des Coronalockdowns investierte Ladner mehr Zeit und mehr Geld. Die Scheune in seinem Elternhaus funktionierte er zu einem Fitnesstempel um. Rudern, Radfahren, Bankdrücken, olympische Ringe und reichlich Trainingsutensilien sind auf 20 Quadratmetern prompt griffbereit. „Ich wollte nicht zurückstecken und habe keine Kosten und Mühen gescheut“, erzählt Ladner, der nach der Arbeit direkt seine Workouts startet und sich dabei den Weg in ein Fitnessstudio spart.

Dabei verfolgt er sehr penibel den Trainingsplan seines Trainer Angelo de Milo. An sechs von sieben Wochentagen kommt Ladner auf bis zu 15 Trainingsstunden. Mehr geht nicht – zumal auch sein Job als Garten- und Landschaftsbauer keinesfalls eine Ruhetätigkeit ist. Im Gegenteil. Ladner verbucht pro Tag im Schnitt 5500 Kalorien.

Wettkampf fand digital statt

Jüngst ist Sedrik Ladner in seine Wettkampfsaison gestartet und hat einen Start nach Maß gefeiert: Bei der Landesmeisterschaft des Bundesverbands für „Functional Fitness“ triumphierte der 23-Jährige in der eigenen Scheune.

Die Geräte, Gewichte und Höhen mussten zuvor per Videosequenz der Jury gezeigt werden, ehe es in vier Disziplinen ans Eingemachte ging. Zu Beginn stand mit Seilspringen und Kugelhanteln die Kraftbelastung über einen längeren Zeitraum im Fokus, ehe bei einem Ausdauertest zehn Liegestütze mit Hockstrecksprung fällig waren. In 20 Minuten legte Ladner 4500 Meter auf dem Ergometer zurück.

Beim Krafttest legt der 1,80 Meter große Ladner 130 Kilogramm auf. Nach erfolgreichen Umsetzen stieß Ladner sicher die Stange in die Luft und feierte seine Ausführung mit einem lauten Schrei. In drei von vier Disziplinen gewann Ladner und darf sich nun Hessischer Meister im Functional Fitness nennen. Auf Platz zwei landete sein Trainer Angelo de Milo: „Das macht den Wettkampf perfekt.“

Er will unter Deutschlands zehn beste Crossfit-Athleten

Und wie geht es für Ladner weiter? Der 90 Kilogramm schwere Modellathlet will mehr. Nach dem 31. Platz bei den deutschen Cross-Fit-Open im vergangenen Jahr peilt er langfristig einen Platz unter Deutschlands zehn besten Crossfit-Athleten an: „Vielleicht kann ich mal Fittest in Germany werden. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Seinen Leistungshöhepunkt erwartet Ladner erst ab dem 30. Lebensjahr. Angenehmer Nebeneffekt bei allen den Qualen sind die Bewegungen seines Ellenbogens: „Ich kann ihn immer weiter strecken. Der Sport tut ihm gut.“ (Marvin Heinz)

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