Kasseler Horst Gallo hat Buch geführt über seine Erfolge als Multitalent

Horst

Kassel. Horst Gallo hat Sport mit Hingabe betrieben. Im Sommer war er als Leichtathlet Lang- und Mittelstreckler, im Winter betrieb er Skilanglauf und ließ auch das Skispringen nicht aus. Und im Alter schwang er dann hin und wieder das Tennis-Racket

„Der Sport hat mir viel gegeben, ich habe viele Freunde gewonnen“, erinnert sich der 83-Jährige, der für den früheren KSV Hessen Kassel und seine Vorgängervereine startete.

Bezirksmeisterschaften im Skilanglauf am 4. Januar 1953 im Habichtswald mit (von links) Dieter Mohr, Günther Sauer, Jochen Mischke, Altmeister Fritz Ruebeling und Horst Gallo. Fotos: Privat/nh

Nahezu akribisch hat der junge Horst Gallo Buch über seinen Sport geführt. Erst waren es Lose-Blatt-Sammlungen, in denen Gallo Bilder und Zeitungsausschnitte sammelte und sie mit eigenen Kommentaren versah, fein säuberlich mit der Schreibmaschine geschrieben. Später ließ er drei Alben davon binden. Angefangen mit dem Herbstwaldlauf 1945, beendet mit dem Harzer Abschlusslauf in Oderbrück 1955. Der Einstieg ins Berufsleben nach dem Studium der Zahnmedizin ließ den Sport in der Größenordnung vergangener Tage dann nicht mehr zu.

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Beim Blättern in den Alben fallen Horst Gallo zu jeder Seite Erinnerungen ein und die Namen sind von Konkurrenten und Vereinskollegen sofort präsent. Da gibt es frühe Bilder auf der Aschenbahn in der Kampfbahn am Frankfurter Tor, wie die Sportanlage hieß, an deren Stelle heute das Auestadion steht. Oder vom Skilaufen am Hohen Gras und Springen auf der Schanze am Ziegenköpfchen. Von der Schweden- und Dänemarkfahrt der KSV-Leichtathleten 1954 oder den Besuchen in der damaligen DDR zu Vergleichswettkämpfen. Und natürlich aus Stuttgart 1948, als Gallo deutscher Juniorenmeister über 3000 Meter wurde.

Vasa-Lauf und Piz Bernina

In Kassel im April 1928 geboren und aufgewachsen, kehrte Gallo nach dem Studium in Frankfurt auch wieder nach Nordhessen zurück. „Ich wollte hier nie weg“, sagt er. „In Kassel habe ich meine Freunde und meine Familie.“

Horst Gallo wird 1948 in Stuttgart deutscher Juniorenmeister über 3000 m...

Als der aktive Teil des Sports weniger wurde, übernahm Gallo auch Funktionärsaufgaben im Verein, im Hessischen und Deutschen Skiverband, in der Zahnärztekammer und war 21 Jahre lang ehrenamtlicher Richter am Landessozialgericht. 1971, zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn „gönnte“ sich Gallo mit drei weiteren Nordhessen den Wasa-Lauf in Schweden. Und da er sich seine gute Konstitution erhalten hatte, konnte er sich 1990 mit dem Besteigen des Piz Bernina (4049 Meter) in den Schweizer Ostalpen einen Traum erfüllen.

„Der Sport hat mir nicht nur viel gegeben, ich habe durch ihn auch viel gelernt“, sagt Gallo. „Respekt vor dem Konkurrenten, ihn nicht als Gegner zu sehen. Oder Niederlagen zu akzeptieren, mit ihnen umzugehen, aufzustehen und weiterzumachen.“ Das helfe ihm jetzt, um nach einem Schlaganfall vom November 2011 wieder auf die Beine zu kommen: „Geduld ist gefordert, und auch die habe ich im Sport gelernt.“

Von Peter Fritschler

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