Erlebnis wichtiger als das Ergebnis

Jugendfußball: Spielform „Funino“ soll die Entwicklung stärker fördern

Funino sollte auf einem 20 mal 25 Meter großen Feld gespielt werden. Dort messen sich Teams im Drei gegen Drei auf vier Tore, in denen kein Torwart steht.
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Funino sollte auf einem 20 mal 25 Meter großen Feld gespielt werden. Dort messen sich Teams im Drei gegen Drei auf vier Tore, in denen kein Torwart steht.

Erst nach den Sommerferien wird es laut dem stellvertretenden Kreisjugendwart Erwin Schellhase im Jugendfußball wieder um Zählbares gehen.

Eschwege - In diesem Zuge teilte Schellhase im Gespräch mit unserer Zeitung mit, dass er auf „Funino“ große Stücke hält. Gerade bei den Bambinis, den F- und E-Jugendspielern sei das neue Funino eine willkommene Abwechslung und entwicklungsfördernd.

„Diese Spielform ist in vielen Varianten spielbar, für die Jüngeren sollte sie auf einem 20 mal 25 Meter großen Feld stattfinden, auf dem Drei gegen Drei auf vier Tore gespielt wird, in denen kein Torwart steht“, so Schellhase, der die Rotationspflicht in diesem Zuge erklärt: „Bei einem Torerfolg müssen beide Mannschaften auswechseln. So bleibt kein Spieler mehr auf der Ersatzbank sitzen.“

Im Turniermodus gilt: Hat eine Mannschaft während der zehnminütigen Spieldauer mehr Tore erzielt als die andere, steigt sie ein Feld auf, bei einer Niederlage steigt sie ein Feld ab.

Ausgeglichene und spannende Spiele

„So treffen nach wenigen Spielen gleichstarke Gegner aufeinander und es entwickeln sich ausgeglichene und spannende Spiele.“ Bestenfalls soll Funino in den unteren Altersklassen in wenigen Jahren die Ligaspiele auf dem Kleinfeld ersetzen, hofft Schellhase. Der Hessische Fußballverband (HFV) treibt diese Entwicklung voran.

Im Spätsommer sollen erste Turniere veranstalten werden und alle Kreisjugendwarte sollen dazu verpflichtet werden, dass sie wenigstens zwei Turniere im ersten und zwei im zweiten Halbjahr veranstalten.

„Mehr Dribblings, mehr Torschüsse und Pässe verspreche ich mir von Funino. Die Kinder haben viel mehr Ballkontakte als in normalen Spielen, reagieren schneller und sind gezwungen, Entscheidungen zu treffen“, erklärt Schellhase die Sinnhaftigkeit.

„Nachwuchsspieler sollen frei aufspielen“

Er hofft, dass die Trainer viel häufiger das Spielerlebnis höher gewichten als das Spielergebnis: „Unsere Nachwuchsspieler sollen frei aufspielen und Freude am Spiel entwickeln – ohne Ergebnisdruck.“

Der Trainer agiert bei Funino mehr als Betreuer, sagte Schellhase: „Kein Spieler erhält mehr einen Befehl vom Trainer, sondern jeder Spieler trifft auf dem Platz seine eigenen Entscheidungen.“ Um die Spiele zu veranstalten, seien laut Schellhase keine Klimmzüge notwendig. „Die Tore sind klappbar und passen in jedes Auto. Das Spielfeld wird mit Hütchen oder Markierungstellern begrenzt.“

Der Kreisfußballausschuss bietet an, den Vereinen zu helfen, um die ersten Turniere auszurichten: „Wir haben mit dem Modell die Möglichkeit, unseren Nachwuchs viel besser zu fördern und zu entwickeln. Zudem haben wir durch die kleinen Mannschaftsgrößen die Chance, in den unteren Klassen weg von den Spielgemeinschaften zu kommen und eine höhere Identifikation zu den Stammvereinen herzustellen“, sagt Schellhase. (Marvin Heinz)

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