ROLLSTUHL-HANDBALL Der Ex-Eitraer Bernd Fichtner will Team gründen

Erst einmal Kontakte knüpfen

Gestützt auf Stöcken: Bernd Fichtners Auftritt bei einem Melsunger Testspiel zu seinen Ehren in Schenklengsfeld.
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Gestützt auf Stöcken: Bernd Fichtners Auftritt bei einem Melsunger Testspiel zu seinen Ehren in Schenklengsfeld.

Eisenach – Neue Aufgaben für das Thüringer Handball-Idol Bernd Fichtner: Der 55-jährige Eisenacher, der seit über einem Jahrzehnt an Multipler Sklerose (MS) leidet, ist seit gut einem halben Jahr im Vorstand des Handball-Zweitligisten ThSV Eisenach für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Doch demnächst warten weitere Aufgaben auf den ehemaligen Bundesligaspieler.

Er will als neuer Referent des Thüringer Handballverbandes für Inklusion und Rollstuhl-Handball eine Rollstuhl-Handballmannschaft aufbauen – ein Interview.

Hallo Bernd Fichtner - störe ich gerade?

Nein, eigentlich nicht. Ich bin nur gerade am Packen, ein paar Unterlagen für eine Vorstandssitzung unseres Vereins „Àktiv leben mit Behinderung“ – eines Vereins hier in Eisenach und Bad Salzungen mit rund 80 Mitgliedern. Es ist eine Selbsthilfegruppe mit einem integrativen Kindergarten. Da gibt es einiges zu organisieren.

Wie geht es Ihnen momentan?

Körperlich eigentlich gut, zumindest von der Hüfte an aufwärts. Ansonsten kann ich nur gerade stehen, wenn ich mich festhalten kann, zum Beispiel an einem Tisch. Auch wenn es ab und zu lichte Momente gibt – zu 95 Prozent bin ich an den Rollstuhl gebunden. Aber das seelisch tiefe Tal habe ich durchschritten. Ich versuche, die Krankheit zu bekämpfen, in dem ich aktiv bleibe. Ich hatte die Diagnose Multiple Sklerose nach einer Knie-OP in der Rehaphase bekommen. Ich bin auf dem Laufband zweimal nacheinander umgefallen – einfach so.

Halten Sie den Kontakt nach Bad Hersfeld und nach Eitra aufrecht?

Na selbstverständlich, ab und zu bin ich noch da. Manchmal treffe ich mich auch mit Bernd Beyer aus Obergeis im News Café. Er sitzt ebenfalls mit MS im Rollstuhl. Reiner Birkel, dem ich zu Dank verpflichtet bin, hat auch den Kontakt vermittelt. Und natürlich ist der Kontakt zu meinem ehemaligen Teamkollegen Wolfgang Kemmler und seiner Familie weiterhin sehr eng.

Dem Handball in Eisenach sind Sie noch immer fest verbunden ...

Selbstverständlich. Ich begleite die Heimspiele des ThSV. Und ich bin seit Kurzem ehrenamtlicher Referent für Inklusion und Rollstuhlhandball. Rollstuhlhandball möchte ich ein bisschen etablieren bei uns. Eine meiner ersten Aufgaben soll die Bildung einer Rollstuhlhandballmannschaft hier in Eisenach sein. Und am 11. September werde ich nach Hannover fahren. Dort will ich mir das deutsch-holländische Länderturnier im Rollstuhl-Basketball anschauen. Erst einmal will ich dort Kontakte knüpfen. Sobald die Hallen wieder geöffnet sind, wollen wir uns auch in der -Aßmann-Halle mal zwanglos treffen und mal abchecken, was trainingsmäßig geht. Es wäre optimal, wenn so etwas zustande kommen könnte. » ZUR PERSON

Torgefährlicher Rechtsaußen: Bernd Fichtner mit der Nummer 13 in einem Handball-Bundesligaspiel des TV Eitra in der Waldhessenhalle am Obersberg.
Da geht es lang: Fichtner gibt als Handball-Trainer des SV Wartburgstadt Anweisungen an die Mannschaft.

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